30-05-2018

Temporäre Installationen zwischen Natur und Kunst

LABICS - Maria Claudia Clemente & Francesco Isidori, Marco Porpora Architetti, OBR Paolo Brescia e Tommaso Principi, Piuarch (Francesco Fresa, Germán Fuenmayor, Gino Garbellini e Monica Tricario),

Marco Cappelletti, Marco Mazzoni, Anna Positano - Op-Fot, Veronica Girotti,

Mailand, Genua,

Installation,

Feinsteinzeug, Glas,

FuoriSalone, Ariostea,

Vom Fuorisalone zur Euroflora einige interessante temporäre Installationen, um die Materialien und Sprachen der Architektur zu experimentieren. Vom Fuorisalone 2018: Carrara Causeway, eine Installation, die der Architekt Marco Porpora für Ariostea realisiert hat sowie AgrAir von Piuarch und Visionair von Labics. Architektur auf der Euroflora 2018 ist Locus Amoenus, die Installation von ENTER Studio und OBR.



Temporäre Installationen zwischen Natur und Kunst

Die ephemeren Architekturen, wie die temporären Installationen manchmal bezeichnet werden, sind interessante Testfälle und Experimente mit den Materialien und den Stilen.
In Mailand haben wir anlässlich des Fuorisalone 2018 in Brera Carrara Causeway besichtigt, die Installation, die der Architekt Marco Porpora für Ariostea, Marke von Iris Ceramica Group realisiert hat.

Im Rahmen des Brera Design District befindet sich in der Via Garibaldi 2 der Mailänder Showroom von Ariostea. Das Büro Marco Porpora Architetti hat die Installation Carrara Causeway entworfen, die im Hof zum idealen Verbindungselement zwischen den verschiedenen Ausstellungsräumen von Ariostea in diesem Palazzo wird. “Die Natur wird uns immer überraschen und der Mensch wird nie aufhören, diese zu imitieren und in Emotionen zu verwandeln”, sagt der Architekt Marco Porpora. Für Carrara Causeway hat sich der Architekt von zwei sehr unterschiedlichen natürlichen Landschaften inspirieren lassen und an diese angeknüpft: die Marmorbrüche von Carrara in den Apuanischen Alpen und der Giant’s Causeaway in Irland, wie der Name Carrara Causeway verstehen lässt. Die Installation besteht aus sechseckigen Stelen unterschiedlicher Höhe, die mit Bianco Carrara von Ultra Marmi Ariostea verkleidet sind. Der Architekt hat die Texture des Feinsteinzeugs von Ariostea gewählt, um die unglaublichen Geometrien dieser Stelen zu betonen, die sich an der irischen Landschaft des Giant’s Causeaway inspirieren und gleichzeitig die technischen und stofflichen Vorzüge der Platten Ariostea betonen.

Visionair ist die Installation des Büros Labics für die Ausstellung House-in-motion von “Interni” anlässlich des Fuorisalone 2018 mit der Unterstützung von Elica und der Stiftung Ermanno Casoli mit dem Kurator Marcello Smarrelli. Die Architekten haben mit der Umkehr des Standpunkts gespielt. Die Installation ist ein Prototyp, der von der Forschung des Büros Labics zum Thema der Beziehung zwischen Raum und Struktur vorangebracht und als eine maximale Reduzierung der Architektur verstanden wird. Visionair ist eine kleine Architektur, die in Ca’ Granda, realisiert wurde nach einem Modul, das in dem angrenzenden Laubengang seine geometrische Matrix hat und so eine Verbindung mit einem in seinem Stil und Material ganz anderen Kontext eingeht. Wenn man sich der kleinen Struktur nähert, so erkennt man den Raum in deren Inneren und befindet sich beim Betreten in einer surrealen Dimension, wo die Realität auf den Kopf gestellt ist. Die Architekten von Labics haben spiegelnde Materialien verwendet, die von Außen ein abstraktes Bild schaffen und im Inneren wie bei einem Kaleidoskop fragmentierte Bilder zeigen, die auf dem Kopf stehen und in neue Formen gebracht werden, um eine optische Erzählung zu schaffen, zu der auch der Besucher gehört.

“Locus Amoenus” ist die Installation von ENTER Studio und OBR für Euroflora 2018, die bekannte internationale Zierpflanzenausstellung in Genua. Unter Berücksichtigung des neuen Standorts der Messe in den historischen Gärten der Parks von Nervi haben die Architekten eine Installation entworfen, die die Elemente des englischen Gartens mit dem Barockgarten verbinden, um einen neuen Raum zu schaffen. Drei Elemente bilden diese Installation: Rasen, Patio und Windradgarten, wozu sich das Wasser als zentrales Element des Projekts gesellt. Der Rasen ist die Oberfläche, auf der die Installation realisiert wurde, das Übergangselement zwischen Projekt und Umfeld. Im Inneren befindet sich der runde Patio mit dem Wasserbecken und den Sumpflilien, die an die “Becken” des Barockgartens erinnern als Ort, an dem man flaniert und sich trifft. Dann ein Garten mit 1200 weißen Windrädern, die die Installation umgeben, als “künstliche” Blumen eines Ziergartens. Der Verweis ist die künstliche Natur des Gartens der Romantik und gleichzeitig haben die Architekten einen spielerischen Raum geschaffen, der sich auf die Verwunderung und das Bizarre des Barockgartens bezieht.

(Agnese Bifulco)

Carrara Causeway: Marco Porpora Architetti © Ariostea photo by: Veronica Girotti, Marco Mazzoni.
Visionair: Labics, photo by Marco Cappelletti.
Locus Amoenus: ENTER Studio + OBR photo by Anna Positano


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