15-08-2012

Exit: Vom Gefängnis zum Kulturzentrum von Palencia

Exit Architects,

© Fg + Sg Fotografía De Arquitectura,

Spanien,

Halle, Kulturzentrum, Bibliotheken,

gleichzeitig,

Glas, Stahl,

Erholung/Restaurierung, Sanierungs,

Der High-Tech-Sprache, die die Architekten des spanischen Büros Exit auszeichnet, gelingt es, die Architektur des alten Gefängnisses von Palencia in ein wertvolles Werk der Gegenwart umzugestalten, das eine neue und wichtige Funktion für die Stadt übernehmen kann: Das ehemalige Gefängnis wird zu einem Kulturzentrum mit Auditorium und Bibliothek.



Exit: Vom Gefängnis zum Kulturzentrum von Palencia
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, hat die Gefängnisanlage von Palencia, im Norden Spaniens, ihr Interesse als historisches Werk bewahrt, das in einem Stadtviertel von geringem architektonischem Wert eingefügt ist. Nachdem die ursprüngliche Funktion nicht mehr genutzt wurde, galten seine Mauern aber als wichtiges Zeugnis der städtischen Vergangenheit und zwar dergestalt, dass hier der Sitz des neuen Kulturzentrums entstehen sollte. Der Ministerio De Fomento Ayuntamiento De Palencia hat Exit Architects also das Projekt zur Umnutzung der Baukörper des ehemaligen Gefängnisses anvertraut mit der Weisung, das Gebäude mit einem Projekt von zeitgenössischem Image zu neuem Leben zu erwecken.
Im Zeichen der Nutzbarkeit wurden die Randmauern der alten Anlage bewahrt und ihr ursprüngliches Aussehen wieder hergestellt, wohingegen die Dächer abgerissen wurden, um diese mit modernen Methoden und effizienter neu zu errichten: Um das notwendige Licht für die Lesesäle eindringen zu lassen, wurden die alten Dachziegel abgetragen, die in schlechtem Zustand waren und durch Zinkplatten mit großen Oberlichtern ersetzt.
Um die ursprüngliche Gestaltung der vier Körper der Anlage so weit wie möglich einzuhalten, wurden Walmdächer geschaffen, wie im Eingangsgebäude und in dem kreuzförmigen Bau, in dem einst die Zellen der Gefangenen lagen. Hier wurde auch die achteckige Laterne wieder aufgebaut, die schon bei der alten Struktur vorhanden war. Das Innere hingegen wurde aus funktionaler Notwendigkeit heraus ausgeweidet und hier wurde eine unabhängige Struktur errichtet, um die neuen Böden und Dächer zu tragen. Außen wird auf die ursprünglichen Frontseiten Bezug genommen. Diese werden als Zeugnis der Vergangenheit bewahrt, ohne dabei Opfer eines Wiederaufbaus aus rein nostalgischen Zwecken zu werden.
Der industrielle Touch, der den Entwurf aus dem 19. Jahrhundert mit seinen strengen und schnörkellosen Fenstern und dem regelmäßigen Takt der Öffnungen in der Fassade kennzeichnet, wird von der Sanierungslösung von Exit beschrieben und interpretiert, die alles wiederum in zeitgenössische Lesart umsetzt, mit den Oberlichtern und Fassaden aus transluzentem Glas, die tagsüber das Licht hineinlassen und die Anlage nachts zu einer großen Laterne machen,, mit den kalten metallischen Verkleidungen, die sich mit den roten Backsteinen konfrontieren und dabei eine Geschichte ehren, die noch aktuell sein kann.
Da ideell gesehen der Verlauf der Mauern als Zeichen der unüberwindbaren Grenzen des alten Gefängnisses wieder aufgebaut werden sollten, füllt das Projekt die Leere zwischen den vier Körpern und errichtet die Verbindungspavillons, darunter eine überdachte Agora im zentralen Hof, die mit Kaminen aus transluzentem Glas versehen ist, welche das Licht nach unten leiten. Ein Stahlträger markiert die Grenzen des alten Projekts beim Backsteinkern, mit dem es verschmilzt um eine neue Architektur zu erschaffen, die tiefgreifend aktuell ist, da sie aus Kontaminationen und visuellen Verweisen zwischen Vergangenheit und Gegenwart besteht.



Mara Corradi

Entwurf: Ángel Sevillano / José Mª Tabuyo (Exit Architects)
Mitarbeiter: Mario Sanjuán, Ibán Carpintero, Miguel García-Redondo, Silvia N. Gómez
Co-Autor: Eduardo Delgado Orusco
Bauträger: Ministerio De Fomento Ayuntamiento De Palencia
Ort: Palencia (Spanien)
Tragwerksplanung: NB35, José Luis Lucero
Beleuchtung- und Anlagentechnik: Manuel Díaz Carretero
Bruttonutzfläche: 5077 m2
Grundstücksgröße: 300 m2
Planungsbeginn: 2007
Ende der Bauarbeiten: 2011
Überdachung aus Zink
Bildnachweis: © Fg + Sg Fotografía De Arquitectura, Exit Architects

www.exit-architects.com


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