29-08-2012

Steven Holl: Daeyang gallery and house

Steven Holl,

Iwan Baan,

Seoul, Südkorea,

Exhibition Center, Residenzen, Halle,

Glas, Zement,

In Seoul steht das Wohnhaus mit Ausstellungsgalerie Daeyang, ein Entwurf des US-amerikanischen Architekten Steven Holl. Anders als viele Stararchitekten distanziert Holl sich von der ikonischen Architektur und bevorzugt das metaphorische Bauwerk von dem er ausgeht für ein Konzert aus Materialien und Formen, die von einem höheren kompositorischen Gleichgewicht geleitet werden.



Steven Holl: Daeyang gallery and house
Steven Holl entwirft keine Wahrzeichen, er denkt an die Architektur nicht als Landmarke, er gestaltet nicht vom Allgemeinen zum Detail sondern richtet vielmehr seine Aufmerksamkeit von der Bedeutung des Werkes und entwickelt dieses, indem er die Körper gliedert, Räumlichkeiten miteinander verbindet, die Verkleidungsmaterialien wählt und den entstehenden Raum beleuchtet und drückt in dem Bau von etwas Einzigartigem den Symbolgehalt seiner Gestaltung aus.
Als eine Neuauflage der seiner Stilsprache sehr verbundenen Y-Form, entwickelt sich das Haus mit Kunstgalerie Daeyang in Seoul in drei Pavillons, einem zentralen Eingangspavillon und Atrium und zwei Wohnpavillons, die von diesem ausgehen und somit eine zentrale leere Zone schaffen, die sich auf die Landschaft öffnet. Bei der Definition dieser Geometrie lässt sich Steven Holl offen von einer Skizze für eine Musikpartitur des Komponisten Istvan Anhalt ("Symphony of Moduli”) aus dem Jahr 1967 inspirieren, die in einem Buch von John Cage mit dem Titel "Notations" entdeckt wurde.
Das Vakuum wird von einem Schwimmbad eingenommen, einem künstlichen See, der das Element des Reflexes einführt: Spiegel des Lichts und der Natur, der zur Komplexität der architektonischen Komposition beiträgt. Vom Eingangspavillon erstreckt sich in das Schwimmbecken eine Treppe, die zum Untergeschoss führt. Wenn man diese entlanggeht, so hat man das Gefühl, in das Wasser einzutauchen und die Gebäude verschwinden zu sehen. Bei Hinabsteigen in den Keller findet man sich in einem vollkommen aseptischen Ambiente wieder, wo das Weiß der Wände sich mit den Maserungen des Marmors auf dem Fußboden vermischt: Dies ist der Ausstellungsraum, eine ?white box?, deren Minimalismus mit der Energie kontrastiert, die bei der Komposition der externen Körper und Materien verausgabt wurde. Hier wechseln sich Oberflächen aus dekorativem Zement, aus Glas und unbehandelten Kupferplatten ab, die der natürlichen Alterung im Laufe der Zeit überlassen werden. Das Tageslicht dringt von allen Seiten ein: Von den raumhohen transparenten und transparenten Verglasungen oder von den Fenstern, die als Ergänzung der Kupferpaneele gestaltet wurden oder aus den Schlitzen in der Abdeckung der drei Pavillons.


In der Architektur von Steven Holl trägt die Überlappung der Zeichen zur Schaffung der Harmonie bei und beeinflusst überall das andere und verstärkt dabei die Ausdruckskraft. Formen, die sich nicht aneinanderreihen, sondern ungeordnet erscheinen, sind der Wortschaft einer Gestaltung, die von dem Willen geleitet wird, in dem Betrachter und Nutzer Neugier zu erzeugen, eine aufmerksame Lektüre, eine Vertiefung, eine Sinnsuche, die einen “spürbaren” Dialog zwischen dem Betrachteten und dem Betrachter schafft.

Mara Corradi

Entwurf: Steven Holl Architects (Steven Holl, JongSeo Lee,
Projektleitung: Annette Goderbauer, Chris McVoy
Mitarbeiter: Francesco Bartolozzi, Marcus Carter, Nick Gelpi, Jackie Luk,
Fiorenza Matteoni, Rashid Satti, Dimitra Tsachrelia
Bauträger: Daeyang Shipping Co. Ltd.
Local architect: E.rae Architects (Inho Lee, Minhee Chung, Hyoungil Kim)
Ort: Seoul (Südkorea)
Tragwerksplanung: SQ Engineering
Beleuchtungsgestaltung: L'Observatoire International
Bruttonutzfläche: 995 m2
Grundstücksgröße: 1760 m2
Planungsbeginn: 2008
Ende der Bauarbeiten: 2012
Bauunternehmen: Jehyo
Tragwerk aus bewehrtem Beton und Stahl
Außenverkleidung aus Kupferpaneelen
Fußboden aus Marmor
Bildnachweis: © Iwan Baan,  Inho Lee - Erae

www.stevenholl.com


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