18-04-2018

Davanzo Associati: Alzheimer-Tagesklinik in Castelfranco Veneto

Davanzo Architetti,

Alessandra Chemollo,

Castelfranco Venetien,

Kliniken, Gesundheit & Wellness, Krankenhauser,

Die Tagesklinik für Alzheimer-Patienten in Castelfranco Veneto von Davanzo Associati wurde unter Bezugnahme auf den Text “Partial View. Ein Alzheimer-Tagebuch” von Cary S. Henderson gestaltet. Bei der Arbeit von Martina Davanzo dient ein Rundweg für die Bewegung der Kranken als Filter zwischen den Innenräumen und der Außenwelt.



Davanzo Associati: Alzheimer-Tagesklinik in Castelfranco Veneto
Der Sitz der Tagesklinik für Alzheimer-Patienten nach dem Entwurf von Martina Davanzo und ihrem Büro in Castelfranco Veneto, im Landkreis Treviso in Italien vervollständigt das Hilfsprogramm der Stadt, das mit einem Altenheim in der Nähe und im gleichen Garten begonnen hat.
In den 1970er Jahren beauftragte der Parlamentarier Domenico Sartor Giuseppe Davanzo und Livia Musini, Gründer des heute von der Tochter Martina geführten Büros, mit der Gestaltung des ersten Gebäudes. In geringer Entfernung von der Altstadt von Castelfranco Veneto hat diese Struktur mit ihren großen Verglasungen und der vollkommenen Einbindung in die Grünfläche bereits den Weg zur Bewusstwerdung der Notwendigkeit einer Architektur gezeigt, die sich um das Wohlbefinden des kranken Menschen kümmert. Der Vater als Experte bei der Gestaltung von sozialen Einrichtungen, die Mutter als eine der ersten Landschaftsarchitektinnen in Italien, haben beide in Venedig an der Schule des Rationalismus gelernt. Ihr Erbe wird heute von Martina Davanzo angetreten, deren Projekt das Ergebnis einer Methode im Muster des Grundrisses ist, der von Überlegungen und Untersuchungen über die Besonderheit der Krankheit getragen wird, unter der die 30 Patienten leiden, denen diese neue Struktur gewidmet ist.
In der Grünanlage, die den Park von Villa Bolasco und die Gärten den angrenzenden Krankenhauses fortsetzt und nach dem Abriss der Leichenhalle wurde der Neubau am nordwestlichen Ende des Grundstücks errichtet – mit einem senkrechten Verlauf bezogen auf das Altenheim. So wird die neue Architektur zur Kulisse bei der Perspektive, die man von der Achse der Via Ospedale auf das alte Ensemble hat. Die Positionierung am Rand erweitert und grenzt die Grünanlage ab. Die Parkplätze bleiben außerhalb des Geländes.
Die figürliche Hauptrolle, die durch die Folge der Giebeldächer erzeugt wird und das archetypische Haus stilisiert, wird gewollt durch die Wahl des Stahlbetons als unverputzt gelassenem Material gemildert. Die stark axial geprägte Entwicklung von Osten nach Westen hat eine beschränkte Höhe und nur 3 zueinander versetzten Etagen (Erdgeschoss, Erdgeschoss+Souterrain, Keller und Erdgeschoss+erster Stock). Dies wurde durch einen Aushub im Vorgarten ermöglicht, was die Integration mit dem grünen Kontext betont hat.
Die Hauptfassade im Süden teilt sich in einen Teil mit großen Fenstern, die das direkte Licht in die Lichthöfe bringen, und einen geordnet durchbrochenen Teil, der hingegen die Helligkeit der der Rehabilitation gewidmeten Räumlichkeiten moduliert. Dieser Teilung entspricht eine interne Teilung nach Funktionen: im Osten befindet sich der Block, der den Angestellten gewidmet ist, mit Magazinen, Depot, Umkleidekabinen im Souterrain und Sitzungsräumen, Büros, einer Bibliothek zwischen Erdgeschoss und ersten Stock mit eigenem Eingang. Der Baukörper im Westen ist den Patienten vorbehalten.
Die beiden Sektionen haben unterschiedliche Wege, die sich im Koordinationsbereich durchdringen, wo die Gäste empfangen werden. Hier ist das Herz des Gebäudes, auf der Höhe des Haupteingangs.
In der Sektion für die Alzheimer-Patienten ist eine architektonische Gestaltung der Innenräume zu finden, die sich speziell auf die Art und Weise bezieht, in der sich die Krankheit ausdrückt und die das Wohlbefinden, die Orientierung und die Handhabung der Krisen der Patienten erleichtert.
Martina Davanzo erzählt, dass sich ihre räumlichen Betrachtungen auf den Text von Cary S. Henderson beziehen, ein Geschichtsprofessor, dem frühzeitig Alzheimer diagnostiziert wurde und der beschloss, den Krankheitsprozess durch Aufzeichnen seiner Gedanken und seiner Erlebnisse zu dokumentieren. Ende der 1990er Jahre erschien das Buch “Partial View. Ein Alzheimer-Tagebuch” das auch heute noch ein wertvolles Zeugnis des Zustands des Kranken mit seinen Bedürfnissen und seinen Ängsten ist.
Eines der wichtigsten Elemente, die nach der Lektüre dieses Texts eingeführt wurde, ist der Rundweg um alle Räume, in denen Aktivitäten stattfinden. Die Mauer mit kegelstumpfförmigen Öffnungen begrenzt den Innenraum des Gebäudes und schafft einen Filter-Raum, einen überdachten Rundweg für die Patienten, die in einem bestimmten Krankheitsstadium zum ständigen Herumlaufen neigen. Dieser Weg, der auch den Patio mit dem Buchengarten umfasst, wurde durch den Einfall des direkten, aber durch das Lochgitter gemilderten Tageslicht bereichert. In den ihnen gewidmeten Räumlichkeiten können die Patienten häusliche Atmosphäre genießen, die dank der Holzeinrichtungen und der großen Fenster mit indirektem Licht erzeugt werden. Die Beseitigung von Fluren als Verbindung zwischen den Räumlichkeiten dient der Orientierung der Kranken, die nicht auf anonyme Zonen stoßen sondern auf Zimmer mit spezifischen und erkennbaren Aktivitäten. Die Anordnung der gesamten Abteilung auf einer einzigen Ebene ohne Treppen oder Rampen erleichtert die Autonomie der Patienten und deren Komfort. Der Dialog zwischen den Räumen wird durch die verbreitete Präsenz von Glaswänden hergestellt und bietet Perspektive und Gesamtansicht – sowohl für die Patienten als auch für deren Angehörige.

Mara Corradi

Architectural design: Martina Davanzo, with Carlo Calderan 
Coordination and artistic direction: Martina Davanzo 
Head of project development: Federico Povegliano
Structural design: Giovanni Cocco, engineer, with Andrea Cantarini  
Client: Centro Residenziale per Anziani “Domenico Sartor” (IPAB), with public funding from the region
Location: Castelfranco Veneto, Treviso 
Final plan: 3 months 
Executive plan: 4 months
Construction: March 2012 – April 2016 
Building height: 7.77 m 
Total indoor surface: 935.40 sqm 
Net surface area: 729.24 sqm 
Outdoor space: 546.45 sqm (107, 74 sqm vegetable plot – 42.40 sqm inner courtyard – 243.32 sqm garden – 153.39 covered walkway) 

Photographs 2017 © Alessandra Chemollo

http://davanzoarchitetti.it/

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