31-12-2014

Rafiq Azam und die Mamun Residence in Chittagong (Bangladesh)

Rafiq Azam (SHATOTTO Architecture for Green Living),

Masao Nishikawa,

Zement, Ziegel, Grün,

Nachhaltigkeit,

Die Manum Residence liegt in Chittagong, im Südosten von Bangladesh und ist das neueste Werk von Rafiq Azam. Wie bei seiner ganzen Architektur drückt Rafiq Azam auch bei der Manum Residence seine Idee der Nachhaltigkeit mit dem besondere Einsatz von Beton und Backstein, von Wasser und Bepflanzung aus.



Rafiq Azam und die Mamun Residence in Chittagong (Bangladesh)

Bei der Manum Residence, die 2012 in Chittagong, im Südosten von Bangladesh fertiggestellt wurde, erreicht Rafiq Azam seine architektonische Reife und fügt die Elemente ein, die seiner Poetik des Green Living entsprechen, das wir heute als Grundsatz der Nachhaltigkeit verstehen.

Die Hauptrolle spielt hier die landwirtschaftlich genutzte Landschaft von Bangladesh, deren Elemente Rafiq Azam im urbanen Bereich von Chittagong einbinden möchte. Chittagong ist eine Stadt mit mehr als 5 Mio. Einwohnern und leidet – wie Dacca – unter den Auswirkungen einer sehr hohen Bevölkerungsdichte. Hier wurde die Präsenz der Vegetation auf ein lächerliches Minimum reduziert, wenn man dies mit der Zeit vor einem halben Jahrhundert vergleicht, als die vom Monsun genährten Grünbereiche nicht nur für das Land, sondern auch für die Städte typisch waren.

Das natürliche Element ist 1994 in das Augenmerk von Rafiq Azam gerückt, als er sein Büro gründete: Shatotto Architecture for green living. Hier hat er sein malerisches Talent in der Fachrichtung Architektur zum Ausdruck gebracht und dabei das geschaffen, was er selbst als “Architektur als Wasserfarbe” (architecture becomes watercolour) bezeichnet.

Von diesem Moment hat Rafiq Azam bei seinem Werdegang immer versucht, die Vorteile des Grünen (Besonnung, natürliche Belüftung dank entsprechender Ausrichtung und Nähe der Begrünung, das Wasser als System der Wärmeregelung usw.) in das vom Menschen gebaute Element einzubeziehen – also in jenen Beton und Backstein, die die Architekturgeschichte des Landes geschrieben haben und die das Territorium als zugängliche Ressource anbietet.

Die Manum Residence ist eine geschichtete Architektur. Rafiq Azam selbst vergleicht sie mit einem “mathal”, einer breiten asiatischen Kopfbedeckung, die in Bangladesh von den Reisbauern viel benutzt wird. Dank seiner Machart aus Bambus und getrockneten Blättern schützt dieser Hut vor der starken Sonne und den üppigen tropischen Regenfällen. Das Wohnhaus wirkt von außen kompakt und zurückhaltend, was mit seinen hohen Betonflächen zusammenhängt. Beim Betreten erkennt man aber, dass der Beton in Wirklichkeit Gärten und Wasserspiegel auf verschiedenen Ebenen schützt und trägt: die Terrassen wechseln sich mit großen Vakuums ab, die extra geschaffen wurden, um dem Platz der Schwimmbads mehr Luft zu schenken. Von hier aus kann man den Blick auf die gesamte Architektur genießen. Das wichtigste Element bei allen Werken von Rafiq Azam ist der Wasserspiegel. Er spielt auf das Wasser an, das es in Bangladesh in Hülle und Fülle gibt (dank der Flüsse, die aus dem Himalaya stammen und sich in den bengalischen Golf ergießen). Technisch gesehen fungiert es als Wärmetauscher im Inneren des Gebäudes. Der Beton des Tragwerks und die Verkleidung aus Backstein vertreten die Tradition und die Aktualität von Bangladesh: Rafiq Azam benutzt diese Baustoffe offen und sichtbar, ohne Putz oder Anstrich und vermeidet somit, dass schädliche Produkte in die Umwelt gelangen.



Der rechteckige Grundriss entwickelt sich auf vier Stockwerken, von denen jedes in zahlreiche Zimmer aufgeteilt ist, die über Türen, interne Fenster, Balkone und Garten-Terrassen miteinander kommunizieren: das Muster der versetzten Leerräume zwischen den Etagen legt perspektivische Wege auf der Entdeckung des Hauses nahe. Im letzten Geschoss befindet sich die Veranda, deren Kletterpflanzen sich anscheinend in das darunter liegende Schwimmbecken stürzen wollen: Hier öffnet sich ein großes Loch in dem Betondach – ein Auge auf den Himmel, wo der Regen ungehindert eindringen, sich betrachten und anhören lassen kann.

Mara Corradi

Entwurf: SHATOTTO Architecture for Green Living - Rafiq Azam
Bauträger: Mamunur Rashid Chowdhury
Ort: Chittagong (Bangladesh)
Tragwerksplanung: Akter Hossen
Bruttonutzfläche: 2137 Quadratmeter
Grundstücksgröße: 802 Quadratmeter
Planungsbeginn: 2007
Ende der Bauarbeiten: 2013
Holztüren und -fenster
Betontreppe
Tragwerk aus Sichtbeton
Außenverkleidung aus Backstein
Innenwände aus Sichtbeton
Fußboden aus Marmor und Keramik
Bildnachweis: © Daniele Domenicali, Masao Nishikawa

www.shatotto.com


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