25-01-2012

Cano Briceño: Café und Estudio 5 für Künstler

Alfredo Cano Briceño,

Luis Gordoa,

Mexico,

Kulturzentrum, Bar,

Glas, Stahl,

Erholung/Restaurierung, Nachhaltigkeit,

Alfredo Cano Briceño zeigt der Architekturwelt, dass man auch auf und aus dem Nichts bauen kann. Er realisiert ein nachhaltiges Bauwerk unter der Verwendung recycelten Materials mit hohem Ausdruckspotential: Ein zeitgenössisches Werk, in dem die Architektur in den Dienst der Kunst und der Kultur gestellt wird, in einem Kontext der Unterhaltung.



Cano Briceño: Café und Estudio 5 für Künstler
In einem Moment, in dem die weltweite Debatte sich um das Thema der Nachhaltigkeit dreht als globalem Ansatz dem Planeten gegenüber, fragmentiert in Gesten der Konstruktion und der Entsorgung, müsste die architektonische Gestaltung immer auch die Verringerung der Energie und der Baustoffe als unverzichtbare Voraussetzung berücksichtigen. Da dies aber oft nicht der Fall ist und die internationale Baukunst der Stararchitekten sich eher auf das von Lorenzo dem Prächtigen verfasste Lied zu beziehen scheint («Wie schön ist die Jugend / Die so schnell entflieht / Wer ausgelassen sein will, der soll es / Was morgen kommt, ist ungewiss»), schätzt man umso mehr eine Arbeit, wie die von Alfredo Cano Briceño, der aus der Rückgewinnung und der Wiederverwertung der Materie, verstanden als Baumaterial und als zu verwaltendem Raum, seine Stärke macht.
Wir sprechen hier über ein Projekt einer Künstlerwerkstatt mit benachbartem Café, die in Cuernavaca in Mexiko liegt, wo der Architekt die formale Suche auf den Punkt gebracht hat, die auf tragenden Elementen beruht, die zurückgewonnen wurden, wie recyceltes Stahl und Glasfaser, für die Realisierung eines Raums, in dem Kunst und Unterhaltung miteinander verschmelzen. Als Zeichen der Art und Weise, in der wir das Kunstwerk selbst konzipieren, also der sensationelle Eindruck temporären Charakters, maximale Zelebration für einen Augenblick, der dann vorüber geht, ist Estudio Cinco eine Architektur mit einer rationellen Komposition, die jeder Verwandlung durch den Künstler offen gegenüber steht.
Die Schachtel aus recyceltem Stahl ist transparent und leicht und erinnert an die Industriearchitektur. Die Applikation der Oberflächen, seien es die Verkleidungen aus recyceltem Fiberglas oder die Paneele der Fassaden aus wiederverwertetem Sperrholz, die sich aufklappen lassen, um die Kontinuität mit dem Außen und dem Innen zu erzeugen, nähert diese Arbeit den spontanen Bauten, die zu Volkskultur zählen und nichts kosten.
Dieser Aspekt regt dazu an, es nach den Bedürfnissen des jeweiligen künstlerischen Events zu verändern: Am nächsten Tag kann man sowie wieder alles anders gestalten.
Die zentrale Präsenz der Bar, die in dem benachbarten Körper untergebracht ist, der nach den gleichen Modalitäten gebaut wurde, vervollständigt die Affinität in den Absichten zwischen Estudio Cinco und den zeitgenössischen Räumen wie dem PS1 des MOMA von New York oder dem Hangar Bicocca von Mailand, wo die Förderung der Künste, die Organisation von Events und die Küche sich in einem einzigen System der kulturellen Kommunikation verbinden.
Der “unfertige” Stil, der sich ständig wandelt, nähert diese Orte der zeitgenössischen Sensibilität, die man sogleich als vertraut empfindet.

Mara Corradi


Entwurf und Realisierung: T3arc / Alfredo R. Cano Briceño  
Mitarbeiter: Lilian Rebollo, Rafael Solórzano, Jhazmín Michán, Omar Martínez   
Bauträger: Jaime Belkind, Künstler,  Robb Anderson und Chef Ana, berühmte mexikanische Köchin
Ort: Cuernavaca, Morelos (Mexiko)
Tragwerksplanung: Víctor Escobar Lagunas
Bruttonutzfläche: 430 Quadratmeter
Entwurfsbeginn: 2008
Ende der Bauarbeiten: 2009
Fassaden aus recyceltem Fiberglas und Paneele aus recyceltem Kiefernholz
Tragwerk aus recyceltem Stahl
Zementfußboden
Fotos: © Luis Gordoa, T3arc  

www.cafe5.com.mx
www.t3arc.com


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