15-03-2019

Taller9s: Sant Sadurnì Cultural Center, Bibliothek und Archiv

taller 9s arquitectes,

Adrià Goula,

Barcelona, Spanien,

Kulturzentrum, Bibliotheken,

In einem Gebäude der katalanischen Moderne entwirft Taller 9s arquitectes das Kulturzentrum Sant Sadurnì mit Bibliothek und Archiv. Das Büro Taller 9s renoviert den ehemaligen Schulkomplex Sant Sadurnì d’Anoia in der Provinz Barcelona mit einem Eingriff, der Geschichte und aktuelle Ereignisse in Einklang bringt.



Taller9s: Sant Sadurnì Cultural Center, Bibliothek und Archiv

Im Jahr 2011 beauftragte die Gemeinde Sant Sadurnì d’Anoia, in der Provinz Barcelona, das junge katalanische Büro Taller 9s arquitectes mit dem Projekt, ein Schulgebäude als Standort des Kulturzentrums mit einer Bibliothek und einem Archiv zu renovieren. Benannt nach dem bekannten lokalen Winzer Ramon Bosch de Noya, der bei seinem Tod sein dokumentarisches Erbe der Gemeinde schenkte, bietet das Ende 2018 durch Taller 9s vollendete Kulturzentrum der Öffentlichkeit die Möglichkeit, über die Erneuerung historischer Gebäude zur Schaffung öffentlicher Räume nachzudenken.
Die sorgfältige und respektvolle Vorgehensweise des Projektteams hat zur Wiederentdeckung eines Gebäudes geführt, das die Sprache der katalanischen Moderne bewahrt und es als Ausgangspunkt genommen hat, um hinter seinen Fassaden eine Reihe von funktionalen Räumlichkeiten zu bauen. Jenseits der augenscheinlichen Geometrie der Formen der zeitgenössischen Hülle, die dem Hauptflügel auf der Plaça Homenatge de la Vellesa hinzugefügt wurde, gibt es in der Tat eine präzise Verformung der Öffnungspunkte, Fenster oder Zugangstüren, die den Weg durch den Komplex begleiten.
Das ursprüngliche U-förmige Gebäude, das in der Schularchitektur der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wiederkehrt, öffnete sich auf die Straßen davor, dank des Rhythmus der Fenster, die sich entlang der Flügel von der Hauptfront an der Plaça Homenatge de la Vellesa erstreckten. Der restliche Teil des Blocks war jedoch durch eine Begrenzungsmauer abgeschlossen, von der aus man nur die Spitzen der Bäume des Gartens im Inneren sehen konnte. Da das Gelände von dem Platz im Westen nach Osten hin abfällt, verhinderte die Begrenzungsmauer die Beziehung zur aus Werkstätten und niedrigen, zweigeschossigen Häusern bestehenden Nachbarschaft.
Ausgangspunkt für das Projekt von Taller 9s war die Festlegung der für den Bau des neuen Kulturzentrums erforderlichen Fläche, was zu dem Vorschlag führte, nicht nur das historische Gebäude, sondern auch einen Teil des Innenhofes, einst der Schulhof, zu nutzen. Das Projekt saniert das bestehende Gebäude mit der Fassade an der Plaça Homenatge de la Vellesa als repräsentative Front und Hauptzugang zum Gebäude. Das ursprüngliche U-förmige Gebäude auf zwei Ebenen beherbergt die Rezeption, den Konferenzraum und einige Leseräume der Bibliothek. Das Team nutzte den Hang zwischen West- und Ostseite des Geländes und baute einen Keller, der so groß wie die Grenzen des Grundstücks ist, der als Archiv genutzt wird und der auf Höhe des Hofes von einem kastenförmigen Baukörper mit Lesesälen und einer Veranda, die mit dem historischen Bauwerk verbunden ist, überragt wird. Ein zweiter neuer Baukörper wurde neben der Rückwand des bestehenden Gebäudes platziert, die im Laufe der Zeit stark verändert wurde und die vertikale Verbindung zwischen den drei Ebenen herstellt.
Während das Untergeschoss eine wichtige bebaute Oberfläche hinzufügt, ohne den visuellen und volumetrischen Aspekt des Ganzen zu verändern, werden die neu gebauten Innenfassaden durch hochgezogene Fenster vereint, die von Sonnenschutz in verschiedenen Designs verkleidet sind. Der Portikus bietet den Innenräumen einen direkten Blick auf den offenen Innenhof, der zwar reduziert, aber mit dem ursprünglichen Schulhof verbunden ist. Dieser Raum bietet, teilweise bedeckt und teilweise unbedeckt konzipiert, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, in der Vorstellung, dass das Kulturzentrum zu einem urbanen Zentrum von öffentlichem Interesse wird.
Nach dem Abriss der alten Begrenzungsmauer nimmt der neue Körper die gesamte Fläche des Grundstücks ein und bietet seine Fronten für den Dialog mit der Nachbarschaft an. Die steinerne Basis des ehemaligen Schulgebäudes erstreckt sich von der Vorderseite auf den Platz für den gesamten Umfang des Grundstücks, sie wird zur Verkleidung der neuen Fassaden und nimmt die Hintereingänge zum Archiv auf. Wenn man den Blick hebt, dann erscheint die neue Bibliothek mit ihren großformatigen Fenstern, die die dortigen konstanten Aktivitäten auch Außen zeigen.
Wo der ursprüngliche Baukörper endet und das neue Konzept beginnt, lassen die Architekten eine Lücke, sichtbar von den Straßen im Norden und Süden, die entlang der Anlage verlaufen: diese Lücke erklärt, was das Gebäude war und was es geworden ist, und bietet dem Betrachter Kontinuität, ohne den historischen Weg zu verleugnen.

Mara Corradi

Architects: Oriol Cusidó & Irene Marzo (taller 9s arquitectes)
Technical architect: Manel Marin
Engineering: Lluis J. Duart Consulting
Structural engineering Bernuz Fernández arquitectes
Design team: Brisa Martinez, Núria Serrano
Client: Sant Sadurní d’Anoia Town Council
Management: Diputació de Barcelona (Barcelona Provincial Government)
Location: Plaça Homenatge de la Vellesa s.n., Sant Sadurní d’Anoia, Barcelona, Catalunya, Spain
Development of project: 2011 - 2013
buit surface: 2.325 sqm
Execution of work: 2016 - 2018
Construction company: COBRA / Construcciones Tabaquista
Photographs: © Adrià Goula (www.adriagoula.com)
www.t9sarquitectes.com


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