30-01-2019

taller 9s: neues europäisches Lederzentrum in Igualada

taller 9s arquitectes,

Adrià Goula,

Barcelona, Spanien,

Fabriken,

Rückgewinnung,

Die Renovierung der alten Fabriken Bella und Bernades im Gerbereiviertel Igualada (Barcelona) ist ein Stadterneuerungsprojekt von taller 9s arquitectes. Mit dem neuen Lederzentrum sanieren taller 9s arquitectes ein sozioökonomisches System und ein historisches Gebiet von Igualada.



taller 9s: neues europäisches Lederzentrum in Igualada
Ein Beispiel für großes Interesse bezogen auf Stadterneuerung ist die funktionelle Neugestaltung der beiden ehemaligen Ledergerbereien Bella und Bernades im Gebiet Rec in Igualada durch taller 9s architects. In der Provinz Barcelona gelegen, entwickelte Igualada ab Ende des 19. Jahrhunderts ein florierendes Industriegebiet, das der Ledergerbung gewidmet war und sich auf das Gebiet südlich des historischen Zentrums bis zum Fluss Anoia erstreckte, das früher für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurde. Noch heute bekannt als Rec, vom katalanischen Namen des Kanals, der das Gebiet von Ost nach West durchquerte, erlebte der Bezirk im letzten Jahrhundert eine Phase des Niedergangs, aber die Gemeindeverwaltung unterstützte den Bezirk weiterhin als lokale Exzellenz und seine Produktionsanlagen als architektonisches Erbe.
Heute, da es hier noch etwa dreißig Unternehmen gibt, die für die Lederverarbeitung tätig sind, hat die Stadt mit der Eröffnung des Museu de la Pell d'Igualada i Comarcal de l’Anoia und der Wiederbelebung alter Gerbereien einen Prozess der Erhaltung und Verbesserung der Erinnerung an diese Tätigkeit eingeleitet. Die Werkstätten des Rec, die als Orte für Wechselausstellungen, Messen und Veranstaltungen wieder aufgebaut wurden, ermöglichen es dem Stadtteil heute, nicht nur als dynamisches, kreatives und attraktives Zentrum zu bestehen, sondern auch als strategischer Bezugspunkt für die Lederindustrie auf europäischer Ebene zu dienen.

Die Aufgabe von taller 9s arquitectes betraf insbesondere die Sanierung der beiden ehemaligen Lederfabriken Bella und Bernades, die am Rec liehen. Das Projekt war Gegenstand eines geladenen Wettbewerbs. Die Stadt beauftragte die beteiligten Büros mit der Ausarbeitung eines Projekts mit einem Budget von 750.000 Euro (inkl. MwSt.) für die Umsetzung eines Sanierungsprogramms in drei Teilen: ein Referenzzentrum in der europäischen Lederwarenindustrie für Fachleute und Designer; der Hauptsitz eines öffentlichen Amtes zur Aufwertung des Stadtteils und eine Cafeteria mit direktem Zugang von der Straße und in Verbindung mit dem Museum außerhalb des Hofes im Norden.

An der Ecke der Carrer del Rec (wo der sanierte Kanal wieder an die Oberfläche zurückkehrt) und der Carrer del Dr. Joan Mercader sind die beiden verlassenen Blöcke Bella und Bernades Beispiele für eine nicht erwähnenswerte Industriearchäologie, die aber, wie viele Gebäude in der Nachbarschaft, architektonische Merkmale einer der Stadt liebgewonnenen Landschaft der Erinnerung beinhaltet. Mit dem von der Gemeinde formulierten Budget arbeiteten die taller 9s arquitectes an der Idee, notwendige und minimale Interventionen der Konsolidierung der Strukturen und der Anpassung der Innenräume durchzuführen, mit dem Gedanken, dass dieser Prozess zu einem Modell für zukünftige Sanierungen in der Region wird.

Was zuvor zwei nebeneinander stehende Gebäude waren, werden heute zu einem einzigen Block, bei dem die Färbung der Mauern noch auf die vorherige Trennung hinweist. Die Nord- und Südfront erhalten einen Rhythmus der Öffnungen, der die Ordnung zwischen den Veränderungen im Laufe der Zeit herstellt, es wurden neue Fenster und hölzerne Sonnenblenden installiert. Die externe Verkleidung besteht aus einem wasserdichten, aber atmungsaktiven Mörtel, der dem Gebäude die Stufe B des europäischen Energieausweises, ohne direkte Veränderung der Wände eingebracht hat.

Die für die Produktion genutzten großen Innenräume wiesen Decken aus Sichtbalken und nackte Ziegelwände auf, die saniert und in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild wiederhergestellt wurden. Sowohl die Neigung der Dächer als auch die Raumaufteilung wurden berücksichtigt, um die Erinnerung an die Gerberei so gut wie möglich zu erhalten. Die Bewehrungen, wie die Balken in den Ziegelwänden, wurden nicht versteckt, sondern in ihren nackten Notwendigkeiten und ebenso wie alle neuen Installationen gezeigt. Darüber hinaus entwarfen die Architekten ein System von auf den Wänden aufgesetzten Boxen, um hygienische Installationen und Verkabelungen unterzubringen, die nicht in die ursprünglichen historischen Strukturen und Umgebungen gepasst hätten und die so nicht berührt wurden. In Anlehnung an die Strukturen der Trockengestelle für Felle, lösen diese Räume in den Räumen mit Wänden aus recyceltem Holz, trocken montiert und leicht abnehmbar, das Neue vom Historischen, unterscheiden das Tragwerk von den temporären Elementen und sind mit temporären Funktionen verbunden.

Angesichts des funktionalen Sprungs von Werkstätten zu Event- und Büroflächen konzentrierte sich das Projekt der taller 9s arquitectes auf die Wiederherstellung der strukturellen Hülle, die zu einem Container für neue Funktionen bezogen auf die Innengestaltung wurde. Draußen ist es also ein Wahrzeichen, das eine urbane Achse mit dem nahegelegenen Ledermuseum verfolgt und in Rot und Ocker ein weiteres Element der Erinnerung an die Architektur des Stadtteils findet.

Die Westfront auf die Carrer Dr. Joan Mercader bleibt in diesem industriellen Kontext wie viele Fassaden geschlossen, aber die Anwendung eines Metall- und Kiefernholzgitters (das gleiche Holz, das im Innenbereich verwendet wird) veredelt sie, indem eine ursprünglich ungenutzte und unfertige Fassade in eine Fassade im Dialog mit der Straße und dem Kontext umgewandelt wird. Dieses Gitter wird sowohl zur Abdeckung von Luftkanälen auf verschiedenen Ebenen als auch zur Platzierung von Plakaten für Veranstaltungen in der Nachbarschaft verwendet. Eines davon ist das Rec.0, ein Festival, das zweimal im Jahr stattfindet, bei dem ehemalige Fabriken und Gerbereien in temporäre Geschäfte umgewandelt werden.

Mara Corradi

Architects: Oriol Cusidó i Garí, Irene Marzo Llovet (taller 9s arquitectes s.c.p.)
Management: Servei d’Equipaments i Espai Públic (SEEP), Diputació de Barcelona (Barcelona Provincial Government)
Partners: Carles Crespo, municipal architect of Igualada, Eloi Juvillà, architect of the Provincial government, Manel Fernàndez, structural engineering, Lluís J. Duart Consulting, installations consultant, Miquel Milian, construction engineer (project), Jordi Marí, construction engineer (works)
Location: Carrer del Rec 23-25, Igualada (Barcelona), Catalunya (Spain)
Owner / Promoter: Igualada Town Council
Contractor company: Bigas constructora
Drafting of the project: June 2013 - October 2013
Execution of works: April 2014 - March 2015
Built surface: 1.059 sqm
Photograph: © Adrià Goula Sardà

Awards

  • Shortlisted project. 'Domus Restoration and Preservation' International award. Università di Ferrara. 2018
  • Selected project. 7a mostra d'arquitectura de les comarques centrals. Catalan Board of Architects. 2017
  • Special mention. “Catalunya construcció” Award. 2016


http://www.t9sarquitectes.com

 


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