21-06-2017

Open Architecture: Tsinghua Ocean Center Shenzhen, China

OPEN Architecture,

Iwan Baan,

Cina,

Universitat,

Design,

Stahl, Zement,

In Tsinghua Ocean Center in Shenzhen hat Open Architecture ein sinnbildhaftes Bauwerk gestaltet, das sich an der Welt des Meeres inspiriert. Das Modell des Universitätscampus mit seinen Pavillons gliedert sich im Tsinghua Ocean Center Shenzhen in einem zerlegten und asymmetrischen Turm, den Open Architecture mit den Farben der Meerestiefen schmückt.



Open Architecture: Tsinghua Ocean Center Shenzhen, China
Das Tsinghua Ocean Center in Shenzhen (China) ist das Ergebnis einer Überlegung die Open Architecture zum Thema der städteplanerischen Gestaltung von Universitäten angestellt hat. Das chinesische Büro unterstreicht das Phänomen der Entwicklung enormer Campusanlagen außerhalb der chinesischen Städte, was wenig Aufmerksamkeit auf die Interaktion zwischen den Menschen legt. Abseits der Dienstleistungen und der Verbindungen, wie sie für eine Stadt typisch sind, wirken diese Orte oft ohne Maßstab und ohne Aufmerksamkeit auf die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Die Typologie des Universitätscampus mit Höfen, wie sie in der Vergangenheit oft benutzt wurde, wird so auf den Kopf gestellt und von einem neuen Gesichtspunkt aus betrachtet, der die Idee der typischerweise horizontal angelegten Interaktionsräume zugunsten der Vertikalität ersetzt.
Das Tsinghua Ocean Center beherbergt die Labore und Büros des neuen Instituts für Ozeanographie und ist das abschließende Bauwerk des Campus der Tsinghua University Graduate School von Shenzen. Sein radikales Konzept erhebt es auf den ersten Blick zum Wahrzeichen einer Welt – der Meereswelt – und eines Universitätsbereichs, der den Experimenten, der Erneuerung, der fortschrittlichen Forschung gewidmet ist. Open Architecure entwirft einen Turm, der sich immerhin 15 Etagen über dem Boden erhebt und dabei keine typischen Stockwerke aufweist. Hier sind die Büros und Labore horizontale Blöcke unterschiedlicher Abmessungen, die ohne Schnittstellen nebeneinander angeordnet sind, aber trotzdem anhand öffentlicher Gemeinschaftsbereiche sowohl horizontal als auch vertikal miteinander kommunizieren. Der Zweck der Höfe in den traditionellen Wohnkonfigurationen wird hier in Übergangsräume zwischen den Etagen umgesetzt, mit Treppen und Aufzügen. Diese verbinden nicht nur die Stockwerke miteinander, sondern bieten auch Momente des Verweilens, um die Landschaft zu betrachten oder einfach auch nur den Gemeinschaftstraum zu nutzen. Konferenzräume, Bereiche für den Gedankenaustausch, ein Ausstellungsraum, Lehrzimmer, Cafeteria und andere gemeinsam genutzte Strukturen dienen zum Abtrennen der Labore und Büros, die mehr Privatsphäre brauchen, sind aber gleichzeitig zu deren Verbindung und zur Förderung von Dialog und Austausch gedacht. Alle Anlagen sind anhand der kurzen Außenmauern angeordnet und versorgen die Labore anhand von Zwischendecken, so dass der Innenraum frei ist und je nach verschiedenen Aktivitäten angeordnet und verändert werden kann.
Dieses kompositorische System in Teilen setzt sich in einer fragmentierten Architektur um, die aber nicht an ihrer Wirkung und monumentalem Stil verliert. So kompakt und geschlossen die Struktur auf der Ost-West-Achse wirkt, so offen und transparent ist sie auf der Nord-Süd-Achse und bezieht sich dort auf das Bild eines elektronischen Schaltkreises, eines fortschrittlichen mechanischen Bauteils, das auch in seinem Aussehen den Wunsch nach Erneuerung vermittelt.
Die starke vertikale Ausrichtung wird noch durch einen Unterbau betont, der den Bau anhebt, ebenso wie denjenigen, der zum Betreten des Gebäudes die große Betontreppe nutzt, die zum multimedialen Raum führt. In dieses Unterbau ist der Platz eingelassen, der den Zugang zur Lobby und zum Ausstellungsbereich bildet. Direkt darunter, im Keller, befindet sich ein für die Meeresforschung sehr wichtiger Wassertank.
Wie abstrakte Skulpturen auf dem Platz lassen drei kegelförmige Oberlichter das Tageslicht in den unterirdischen Bereich einfallen. 
Das Meer kann man anhand einer Reihe symbolischer Entscheidungen erkennen, wie beispielsweise die wie Bullaugen in die Betonwände der kurzen Frontseiten eingelassenen Fenster und die blau gestrichenen Laibungen. Ein Blau, das allmählich seinen Farbton ändert und somit auf die verschiedenen Abstufungen des Meeres je nach Tiefe anspielt. Der Sonnenschutz auf den langen Fassaden – es handelt sich hierbei um eine technische Lösung zur Nutzung der natürlichen Belüftung der Innenräume – unterstreicht die Meeresmetapher: Jedes Element hat eine andere Neigung, was eine Bewegung des Lichts schafft, die an dem Werk “La Mer” von Debussy inspiriert ist.

Mara Corradi

Architects: Open Architecture
Principal in charge: LI Hu, HUANG Wenjing
Project Team: Victor Quiros, ZHAO Yao, ZHANG Hanyang, ZHOU Tingting, YAN Dihua,
ZHOU Xiaochen, QIAO Shawei, ZHANG Chang, QI Zhengdong, Joshua
Parker, CHEN Chen, Laurence Chan, JIN Boan
Design Year: 2011 - 2016
Client: Bureau of Public Works of Shenzhen Municipality
Program: Research Labs and Offices, Conference Room, Library, Classrooms,
Building Area: 15,884 sqm
Land Area: 2,439 sqm
Location: Shenzhen, China
Local Design Institute: Shenzhen Institute of Building Research Co., Ltd
Structure in exposed concrete 
Photography: © Iwan Baan, ZHANG Chao

www.openarch.com

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