01-11-2018

O&O Baukunst Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Ortner & Ortner,

Schnepp Renou, Robert Grahn,

Berlin, Deutschland,

Theatres, Sport & Wellness, Art Center,

Holz,

Am 26. Oktober wurde die neue Hochschule für Schauspielkunst in Berlin eingeweiht, die dem Schauspieler Ernst Busch gewidmet ist. Das Projekt von O&O Baukunst hat das Gebäude zu einem urbanen Wahrzeichen gemacht, das nicht unbemerkt bleibt und die Erinnerung an die Orte bewahrt.



O&O Baukunst Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Der neue Sitz der nach dem Schauspieler Ernst Busch benannten Hochschule für Schauspielkunst Berlin wurde kürzlich eingeweiht und in einem Gebäude an der Zinnowitzer Straße errichtet, das nach einem Entwurf des Architekturbüros O&O Baukunst (Ortner & Ortner Baukunst) renoviert wurde.
Mit einem sorgfältigen und maßvollen Entwurf gelang es den Architekten, die Erinnerung an die Orte zu bewahren und dem Gebäude neues Leben einzuhauchen. Die Fassade wird von einem 24 Meter hohen Bühnenturm aus Holz markiert, der den Hauptsitz der Hochschule für Schauspielkunst in ein urbanes Wahrzeichen verwandelt, das schon von weitem und im Kontext des Stadtviertels leicht erkennbar ist. Der Turm erinnert sofort an die theatralische Funktion des Gebäudes. Andererseits, wie der Architekt Roland Duda vom Architekturbüro O&O Baukunst anmerkte, gibt es wichtige Theatergebäude ganz aus Holz, wie das von Aldo Rossi für die Architekturbiennale in Venedig 1980 entworfene Theater der Welt.

In einem interessanten Gespräch mit Cora Waschke erzählte der Architekt Roland Duda die Entstehungsgeschichte des Projekts für den neuen Sitz der Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst in Berlin und konzentrierte sich dabei insbesondere auf die Herangehensweise der Architekten an das bestehende Gebäude. Bei der Arbeit an der Hülle suchten die Planer nach gestalterischen Antworten auf grundlegende Fragen wie "Wie wird dieses Gebäude danach genutzt? Wie wird es mit Leben erfüllt?" Gleichzeitig stellten sie die Zweckmäßigkeit der Erhaltung bereits vorhandener Elemente, ihren Nutzen und andererseits die Notwendigkeit ihrer Zerstörung in Frage. Sie haben nicht versucht, das bestehende Gebäude zu stören, indem sie es durch eine Architektur ersetzt haben, die ein Selbstzweck ist, die nur das Ego der Architekten befriedigt, sondern sie haben versucht, konkrete Antworten auf die Bedürfnisse des Kunden zu geben und gleichzeitig die Erinnerung an die Orte zu respektieren. Jedes Element wurde sorgfältig geprüft und versucht, die Frage zu beantworten “ Fehlt etwas?” oder “ Kann man es bewahren?”. Der Architekt Roland Duda wies darauf hin, dass nur diejenigen Elemente abgerissen wurden, die nicht mehr verwendet werden konnten. Gleichzeitig wurden nur die Baukörper hinzugefügt, die notwendig waren, um den Anforderungen einer modernen Schauspielakademie gerecht zu werden, die der Altbau nicht mehr erfüllen konnte.

Im Umfeld der Zinnowitzer Straße, ist der Neubau der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin ein leicht erkennbares städtebauliches Wahrzeichen. Von außen erscheint das Gebäude aus drei Teilen zusammengesetzt: der vorhandene Baukörper an einem Ende, der mit Holz verkleidete Turm und die in einem Glaskasten eingeschlossene Cafeteria, die sich neben dem Altbau entwickelt. Im Inneren haben die Architekten eine Grenze zwischen neu und alt gesetzt, eine klare und strenge Trennlinie in einer Höhe von 2,30 m, die durch das gesamte Gebäude verläuft. Unterhalb der Linie befindet sich der menschliche Lebensraum, wo das Gebäude mit seinen Nutzern in Kontakt kommt und aus diesem Grund die Oberflächen bearbeitet und veredelt werden. Oberhalb der Linie erscheint das Gebäude in seinem ursprünglichen Rohzustand. Der von außen sichtbare Bühnenturm ist das Element, das das Bauwerk am meisten prägt und ihn zu einem städtischen Wahrzeichen macht. Der Bezug zu Bühnenbildern, Theaterproben und Experimenten ist klar und am Abend noch deutlicher sichtbar, wenn das Theater beleuchtet ist, wenn die Schatten der an den Proben beteiligten Künstler von der Straße aus sichtbar sind und dann selbst Passanten erkennen, dass das Gebäude zu einem neuen Leben zurückgekehrt ist.

(Agnese Bifulco)

Architects: O&O Baukunst (Ortner & Ortner Baukunst) www.ortner-ortner.com
Location: Berlin, Deutschland

Images courtesy of O&O Baukunst
Photo: Schnepp Renou / O&O Baukunst
Aerial view: Robert Grahn / O&O Baukunst

Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch
alt.hfs-berlin.de


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