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Mario Botta


Biografie

Der 1943 in Mendrisio geborene Mario Botta besuchte das Liceo Artistico (höhere Kunstschule) in Mailand und diplomierte 1969 am IUAV in Venedig. Während der Zeit in der Lagunenstadt hat Botta Kontakt zu Luis Kahn und arbeitet im Atelier von Le Corbusier.
Unter dem starken Einfluss der beiden Architektenlegenden entwickelt er seine Formensprache und entwirft schlichte, geometrische und eindrucksvolle Formen. Backstein gehört dabei zu den Materialien, die er am stärksten mit seiner Poesie verbindet und die als Verkleidung die Strenge der Volumen aufwerten.

Jedes seiner Werke ist sakral angehaucht und bezeugt damit die Bedeutung der Architektur als Ausdruck des menschlichen Erinnerungsvermögens.
1969 eröffnet er sein Büro in Mendrisio und startet eine steile Karriere, die bedeutsame und beispielhafte Werke hervorbringt und zahlreiche Projekte religiöser Architektur einbezieht.
Von den 70er Jahren an beginnt er seine Lehr- und Forschungstätigkeit mit Konferenzen, Seminaren und Lehrgängen in Italien und im Ausland.

Er wird als Professor an die Ecole Polytechnique Fédérale EPFL zu Lausanne und die Yale School of Architecture New Haven, Connecticut eingeladen und zum Titularprofessor der Eidgenössischen Hochschule in Lausanne (EPFL) ernannt. Im Rahmen der Gründung der Università della Svizzera Italiana arbeitet er 1996 als Urheber das Programm zur Einrichtung des Fachbereichs Architektur (Accademia di Architettura) in Mendrisio-Tessin aus, ist dort didaktisch tätig und wird später Direktor.

Einige Prinzipien bilden seinen eigenen Worten zufolge die Grundlage seiner Konstruktionspraxis, darunter die Wichtigkeit des Standorts. „Das Territorium ist Bestandteil des Projektes und niemals nur nebensächliches Element“. Das Licht hingegen ist ein Element, das im einzelnen Kontext gut durchdacht werden muss, da es wie sonst kein zweites „Raum generiert, betont, Rhythmus schenkt, Räumlichkeiten skandiert und Harmonie in die Struktur bringt“, aber vor allem macht es den Raum und die Architektur wahrnehmbar und komplett.
Darüber hinaus schafft seine Vorliebe für natürliche Materialien und Geometrie, wohlverstanden als Gesamtheit einfacher und primärer, miteinander kombinierter Formen, eine präzise symmetrische und gut erkennbare Ordnung von sofortiger Lesart und Deutung. Nicht zuletzt sind da auch die in die Erinnerung, den Respekt vor der Vergangenheit und den ethischen Zweck der Architektur eingebundenen Werke. Denn Ziel der Architektur bleibt es, „qualitative Wohnwerte anzubieten, die das rein ästhetische Erscheinungsbild kontrastieren: Die Suche nach einer optimierten Lebensqualität durchläuft immer auch die Suche nach einer optimierten Qualität des Lebensraums“.

Erwähnenswert unter den vielen Werken die Bibliothek und Restaurierung des Kapuzinerklosters in Lugano (1976-80), die Freiburger Kantonalbank (1982), die Stadt- und Landesbibliothek in Dortmund (1999), der Umbau des Centre Dürrenmatt in Neuchâtel (2000), das San Francisco Museum of modern Art (1995) und das Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto - MART in Rovereto (2002), der Kyobo-Turm in Seoul (2003), das neue Casinò in Campione d’Italia (2006), der Multifunktionskomplex „Cittadella delle Istituzioni" auf dem Areal Appiani in Treviso (2010), die Bibliothek der Tsinghua University in Peking (2011) und das Fossilienmuseum des Monte San Giorgio in Meride - Mendrisio (2012).

Unter den Sakralbauten die Kathedrale von Évry (1995), das Kirchengebäude San Giovanni Battista im Bergdorf Mogno (1998), die Cymbalista-Synagoge und das Jewish Heritage Center in Tel Aviv (1998), die Kirche Papa Giovanni XXIII in Seriate (2004) sowie das Kloster der Heiligen Apostel Peter und Andreas im ukrainischen Lwiw (2014).

Unter den neueren Projekten die imposante Architekturakademie Mendrisio (2017) mit kreisförmigem Grundriss sowie 3 oberirdischen und 2 unterirdischen Ebenen, einem weitläufigen leeren zentralen Raum für Ausstellungen und einem zeltförmigen Dach.
Seit den achtziger Jahren ist Botta auch im Design tätig und hat unter anderem Stühle und Tische für Alias sowie Lampen für Artemide entworfen. Darüber hinaus hat er Bühnenbilder für das Opernhaus und Kunsthaus in Zürich und das Stadttheater in Basel realisiert.
Er ist Ehrenmitglied zahlreicher Einrichtungen und Architekturakademien, um nur einige zu nennen, der BDA-Bund Deutscher Architekten, das AIA-American Institute of Architects, die Kunstakademie in Mailand Accademia di Belle Arti di Brera, das RIBA (Royal Institute of British Architects) in London und die International Academy of Architecture in Sofia. Verschiedene Universitäten haben ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.

Bedeutsam sind auch die im Laufe der Jahre verliehenen Preise und Auszeichnungen wie der Chicago Architecture Award (1986), der Preis CICA - Comitato Internazionale dei Critici d’Architettura auf der Biennale Internazionale di Architettura in Buenos Aires (1989 und 1993), der europäische Kulturpreis in Karlsruhe (1995), der Swiss Award 2003 und der Preis „Urbanpromo" auf der Triennale di Milano im Jahr 2015.
 
Mario Botta: Berühmte Werke und Projekte
 
- Teatro dell’architettura, Mendrisio (Svizzera), 2017
- Monastero dei Santi Apostoli Pietro e Andrea, Leopoli (Ucraina), 2014
- Cappella Granato, Penkenjoch, Zillertal (Austria), 2013
- Museo dei fossili del Monte San Giorgio di Meride, Mendrisio (Svizzera), 2012
- Hotel Twelve at Hengshan, Shanghai (Cina), 2012
- Biblioteca della Tsinghua University, Pechino (Cina), 2011
- Nuove terme, Baderquartier Baden (Svizzera), 2009 - in corso
- Società di assicurazione nazionale “Ethniki”, Atene (Grecia), 2006
- Centro wellness Bergoase, Arosa (Svizzera), 2006
- Nuova parrocchia del Santo Volto, Torino (Italia), 2006
- Nuovo Casinò, Campione d’Italia (Italia), 2006
- Ristrutturazione del Teatro alla Scala, Milano (Italia), 2004
- Chiesa, Seriate (Italia), 2004
- Torre Kyobo, Seoul (Corea del Sud), 2003
- MART - Museo d’arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto (Italia), 2002
- Giardino della Pilotta, riqualificazione dell’area della Pilotta, Parma (Italia), 2001
- Parco di sculture Arca di Noé, Gerusalemme (Israele), 2001
- Uffici e abitazioni La Fortezza, Maastricht (Olanda), 1999
- Sinagoga Cymbalista e centro dell'eredità ebraica, Tel Aviv (Israele), 1998
- Chiesa di San Giovanni Battista, Mogno (Svizzera), 1998
- Museo Jean Tinguely, Basilea (Svizzera), 1996
- Scenografie per l’Opernhaus, Zurigo (Svizzera), 1993 e lo Stadttheater, Basilea (Svizzera), 1995
- SFMOMA museo d’arte moderna, San Francisco (USA), 1995
- Banca UBS, Basilea (Svizzera), 1995
- Chiesa Beato Odorico, Pordenone (Italia), 1992
- Banca del Gottardo, Lugano (Svizzera), 1988
- Banca di Stato, Friburgo (Svizzera), 1982
- Biblioteca del convento dei Cappuccini a Lugano (Svizzera), 1979
- Case unifamiliari nel Canton Ticino (Svizzera), dal 1965
 
Offizielle Webseite
 
www.botta.ch

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