26-09-2012

Deshaus: Qingpu Youth Center in Shanghai

Atelier Deshaus,

Yao Li,

Shanghai,

Kulturzentrum, Institutionen,

gleichzeitig, Design,

Zement,

Interior Design,

Die Architektur des Youth Center von Qingpu in Shanghai kann man als maßstabsgetreues Modell eines der Stadtviertel der alten Metropole interpretieren, die in der neuen Stadtplanung im Osten der Stadt nicht mehr existieren. Aus der Betrachtung der Beziehung zwischen Alt und Neu bietet Atelier Deshaus seine Version der Stadt in einem Werk für die Jugend an.



Deshaus: Qingpu Youth Center in Shanghai
Das Youth Center ist eine Architektur, die sich an die Jugend wendet und wurde vom chinesischen Architekturbüro Atelier Deshaus entworfen. Das Zentrum befindet sich in einer neuen Zone der Stadt Shanghai, ein riesiges Gelände im Osten des Herzens der alten Großstadt, das wiederum zur Größe einer Stadt anwächst. Die Architekten Liu Yichun und Chen Yifeng haben sich mit einem Stadtgefüge messen müssen, das ganz anders ist als dasjenige, auf dem Shanghai gewachsen ist und das sich auch heute noch aufgrund der unregelmäßigen Gliederung der Straßen und des kleinen Maßstabs der älteren Bauten erkennen lässt.
Die öffentliche Anlage zur Unterhaltung der Jugend musste sich hingegen in ein geplantes Gebiet einfügen, um sehr weitläufige Räume, unverstellte Aussichten auf die Landschaft zu garantieren, es galt, lange und stark befahrene Verkehrsadern zu überqueren: Alles ausgerichtet auf eine ständig wachsende Bevölkerung. In Qingpu ist das städtische Raster regelmäßig und auf größeren Flächen berechnet und ist in der Lage, die Mehrzweckzentren aufzunehmen, die überall in den Städten Chinas entstehen.
Aus der Betrachtung dieses Wortpaares ? Antike und Moderne ? hat sich das gestalterische Thema des Qingpu Youth Center entwickelt. Formal gesehen entflieht es der Ordnung und der Geometrie, die den Grundriss des Areals und des architektonischen Umfelds bestimmen und bietet eine gegliederte Komposition der Baukörper, die hier mit der gleichen Stilsprache beschrieben werden, sich aber alle voneinander unterscheiden. Der Wortschatz der Fassaden aus gelochtem und gewelltem Aluminiumblech vereinheitlicht die Frontseiten, wobei der wechselnde Rhythmus der Fensterverteilung aber einen konstanten Überraschungseffekt schafft, der auch in den Innenräumen wiederkehrt.
Das, was von Außen trotz der Differenzierung der einzelnen, nebeneinander stehenden Baukörper aufgrund der kohärenten Sprache der Fassaden wie eine einheitliche Anlage aussieht, entpuppt sich bei Betreten als eine Stadt in Miniatur, die auf das alte Shanghai anspielt, das es in dieser Gegend nur noch vereinzelt gibt. Grundrisse und Aufrisse zeigen eine Landschaft aus unterschiedlichen Höhen und Proportionen. Die so gestaltete Anordnung wirkt unregelmäßig, da die Wege ohne Richtungsvorgaben sind und sich zwischen den Mauern und Höfen entwickeln ohne dabei von funktionalen Dringlichkeiten bestimmt zu sein.


Zu den Pavillons gelangt man aus Erfahrung oder auch aus Zufall, angesprochen von der Perspektive, die von einem der vielen Portale umrahmt wird ? sei es auf Bodenhöhe oder oben in der Fassade. Die Grenzen sind instabil, verschwommen und lassen sich überwinden: Die Verschmelzung der kulturellen Momente, die sich zwischen dem Auditorium, der Bibliothek, dem Hof und dem Tanzsaal abspielen, scheint erwünscht zu sein. Das ziellose Schlendern zwischen den Gebäuden spielt auf das Spazieren bei einem Besuch einer Altstadt an.  
Den jungen Menschen, die hierher kommen, wird eine Erfahrung angeboten, die diese aus der Entfremdung der neuen Stadt aufrütteln soll und zur Handlung, zum Dialog und zur Neugier anregen möchte.

Mara Corradi

Entwurf: Liu Yichun / Chen Yifeng  (Atelier Deshaus)
Bauträger: Shanghai Qingpu New Town Development Co.Ltd
Ort: Huake Rd, Qingpu, Shanghai (China)
Tragwerksplanung: The Architectural Design and Research Institute of Tongji University
Bruttonutzfläche: 14360 m2
Grundstücksgröße: 10906 m2
Planungsbeginn: 2009
Ende der Bauarbeiten: 2012
Fassaden aus gewelltem und gelochtem Aluminiumblech
Tragwerk aus Stahlbeton
Fußböden innen aus nivellierendem Zement, Linoleum
Fußböden außen aus Granit
Bildnachweis: © Yao Li

www.deshaus.com


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