11-01-2011

Umgestaltung eines ehemaligen Heuschobers in der Schweiz

Clavienrossier Architectes,

© Roger Frei,

Die Schweiz,

Housing, Ville,

gleichzeitig,

Stein, Zement,

abstract



Umgestaltung eines ehemaligen Heuschobers in der Schweiz Das Sanierungsprojekt eines alten Wohnhauses in den Schweizer Alpen, ausgefÃührt von Clavienrossier, hat den Vorteil das zu zeigen, was die Architektur von sich selbst nicht wusste: Eine Struktur aus lokalem Stein, die von Putzschichten versteckt wurde.
In einigen Fällen trifft die Geschichte nicht die richtigen Entscheidungen, sondern folgt den populärsten Entscheidungen und denjenigen, die weniger Probleme machen. Aber das, was in einer gewissen Epoche populär ist – ich spreche hier von einem architektonischen Stil und von der Arbeitsweise – dauert nicht immer und die Jahrzehnte, die dann folgen, scheinen extra so gemacht zu sein, dass sie die soeben getroffenen Entscheidungen widerlegen.
Der ländliche Bau am Rande des Ortes Charrat in den Schweizer Alpen war eine traditionelle Architektur, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, so wie Ãüblich, Wohnung und Heuschober miteinander vereinte: Die beiden anliegenden Körper hatten beide Walmdächer und praktisch kein erwähnenswertes architektonisches oder dekoratives Element, dessen Bewahrung als Zeugnis der Geschichte des Gebäudes sich gelohnt hätte.
Als die Architekten des BÃüros Clavienrossier den Auftrag für die Renovierung der beiden vereinten Fabrikkörper zu Wohnzwecken erhielten (der Heuschober wurde nicht mehr als solcher verwendet), konnten sie feststellen, dass sich unter der Putzschicht Mauern aus lokalem Stein befanden. Durch das Entfernen dieser Verkleidung haben sie die Originalstruktur ans Licht gebracht, welche von der Geschichte versteckt worden war, um diese zu schÃützen oder aber – und das ist wahrscheinlicher – weil der nackte Stein bei den ärmlichen UnterkÃünften zum Einsatz kam und ein Verstecken desselben fÃührte zu mehr Ansehen der Architektur und deren Bewohner auf der sozialen Leiter.
Die Wege der Architektur sind also nicht so geradlinig wie sie scheinen und bei der Entscheidung Ãüber das, was richtig ist und was nicht, herrscht oft die gesellschaftliche Konvention und nicht die Bauregel vor.
Heute haben sich die Konventionen komplett geändert und der Stein ist nicht nur viel teurer als die anderen Baumaterialien, sondern genießt auch in provinziellen Kreisen hohes Ansehen und seine emotionale Wirkung ist weitaus höher als die der verputzten Mauer.
Der Stein wird noch mehr geliebt, wenn er mit einem so ganz anderen Material kombiniert wird, in diesem Fall mit Zement. Der obere Teil des Heuschobers und der letzte Stock des Wohnhauses waren nicht mehr zu sanieren. Aus diesem Grund wurden sie abgerissen, um durch Körper aus Stahlbeton ersetzt zu werden, die ideell der regelmäßigen geometrischen Form des Gebäudegrundrisses folgen und auf diese Weise mit extremer Klarheit die unterschiedlichen Sprachen und Stoffe, das Original von der Gegenwart unterscheiden. Der Gegensatz zwischen diesen Baustoffen, die so weit voneinander entfernt sind, wie Naturstein und Beton, wird zum Teil durch die warme Färbung und die regelmäßigen Zeichen abgemildert, die die Schalungen im Zement hinterlassen haben und die den Beton fast wie eine Steinverkleidung aussehen lassen. Die Betonkörper zeichnen sich durch Fenster mit einer breiten und tiefen Öffnung aus, ganz im Sinne nicht nur der Verbesserung der Beleuchtung im Inneren mit zahlreichen Ausblicken auf die Landschaft, sondern auch, um die Sprache der zugefÃügten Körper von denen der Originalkonstruktion zu differenzieren, wo die vielen und kleinen Fenster in die Steinwände gegraben zu sein scheinen.

Mara Corradi

Entwurf: Clavienrossier Architectes
Auftraggeber: Privat
Ort: Charrat (Schweiz)
Bruttonutzfläche: 230 m2
Fertigstellung: 2010
Originalstruktur aus Stein
Körper des Neubaus aus Stahlbeton
Holzfußböden
Fotos: Roger Frei

www.clavienrossier.ch

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