18-12-2015

Sehenswürdigkeiten in Japan: die Häuser in der Stadt

Tadao Ando, Kazuyo Sejima, Takeshi Hosaka, Yoshichika Takagi, Arata Isozaki, Yasutaka Yoshimura, Shigeru Ban,

Japan,

Housing, Wohnung,

Nach Arata Isozaki, Tadao Ando und Kazuyo Sejima hat sich die japanische Architektur verändert. Von Shigeru Ban bis Hosaka Takeshi – hier sehen wir die Merkmale des Hauses in Japan mit einer Reise unter die wichtigsten Häuser in den japanischen Großstädten.



Sehenswürdigkeiten in Japan: die Häuser in der Stadt

Wir wählen ein präzises Szenario, nämlich den Wohnungsbau in den japanischen Städten, der in den letzten fünf Jahren besonders interessant war und zeigen hier einen Weg, der von Ideen geleitet wird: anthropische Natur, geteilte Zeit, Privatsphäre, Neue Perspektive, Licht im Raum, Poetik der Farbe Weiß und des Holzes.
Jede dieser Ideen, die wir hier als eine Interpretation der Disziplin zeigen, versteht sich als Leitfaden der unterschiedlichen Stilsprachen und Ausdrucksformen, die sich in jedem Fall anhand der Formen, Lösungen und Wahl der Materialien ausdrücken, die sich ähneln und immer wieder zu finden sind.
Die Kraft der digitalen Medien hat den großen Vorteil, das man mit den entgegen gesetzten Polen des Planeten kommunizieren kann. Aus diesem Grund kann heute eine gebaute (oder auch nicht gebaute) Architektur in Japan in Echtzeit jemanden beeinflussen, der ein Werk in Südamerika gestaltet. Trotzdem kann man nicht von den Grenze eines geographischen Bereichs absehen, wenn man einen Eingriff betrachtet, egal, ob es sich um eine Stadtentwicklung oder eine Schutzhütte handelt. Es ist nach wie vor grundlegend, dass man die Modalität berücksichtigt, mit der die Personen miteinander umgehen, deren Konzept des Wohlbefindens, die Qualität des Umfelds in dem sie leben, die Vielfältigkeit der Landschaft und dergleichen mehr.
Die Zelkove und der Kampherbaum, deren trockene Stämme wie Fossilien wirken und zu Objekten im Wohnzimmer umgewandelt wurden – an der exakten Stelle, an der sie einst standen - sind eine anthropische Natur im Haus von Hironaka Ogawa in Kagawa. Oder in den Projekten von Keisuke Maeda, wie beim Haus in Fukuyama, das mit einem vorgebauten Volumen endet, ohne horizontale Flächen und das in einer gegenseitigen Umarmung um die vorhandenen Pflanzen errichtet wurde. Aber auch das Haus im Wald nahe Hiroshima: hier wird die begrünte Landschaft niemals direkt genutzt, sondern von den vier Außenmauern umrahmt. Nur als Anspielung und nachgebaut, wenn wir uns in der Stadt der Gegenwart befinden, ist die Natur im White Cave House von Takuro Yamamoto, das in Kanazawa steht. 

Die japanische Wohnbauarchitektur drückt das Bedürfnis zu einer Neugestaltung des Wohnraums aus, damit die Aktivitäten der Familie, ob traditionell der nicht, gemeinsam ausgeübt werden. Es geht hier also um die Notwendigkeit der gemeinsamen Zeit mit Wohnungen, die in ihrem Mittelpunkt ein Wohnzimmer ohne Wände haben, auf das alle anderen Räumlichkeiten blicken. Dieses Thema wird von Yoshichika Takagi in Sapporo, Masahiro Miyake in Honago City entwickelt, die eine Art urbanen Platz im Inneren des Hauses schaffen. Tetsuo Kondo in Aichi hingegen bietet eine Übung der Beseitigung aller möglichen Schranken bezogen auf Wahrnehmung und Optik und benutzt nur die Variationen zwischen den vertikalen Ebenen.
Die Privatsphäre ist eines der dringendsten Probleme des Wohnens. Die Kosten für die Grundstücke in der Stadt führen zu sehr dichter Bebauung mit minimalem Abstand, um jeden vorhandenen Quadratmeter zu nutzen, was Licht und Luft zwischen den Wohnungen verringert. Die japanische Architektur antwortet seit einigen Jahren mit einer introspektiven Untersuchung, die den Dialog mit der Außenwelt auf ein Minimum verringert oder ganz ausschließt. Sihergu Ban beispielsweise suggeriert bei seinem um einen Hof-Garten gestalteten Haus in Sengokubara eine ganz nach innen gerichtete Konversation, während der weiße Würfel des Hauses von Michiya Tsukano in Miyazaki seinen Maßstab verliert und sich gewollt auflöst. Die Suche nach der verlorenen privaten Dimension haben viele japanische Architekten in der Hermetik einer Neuen Perspektive umgesetzt, die in der Intimität der Wohnung geschaffen wird, genau wie die Natur, oder die in eine präzise und eindeutige externe Richtung gelenkt wird. Takeshi Hosaka hebt bei dem Haus in Yokohama den Estrich vom Erdreich ab, um einen optischen Berührungspunkt mit dem unterirdischen Teil des Hauses zu schaffen und dabei Licht und Luft zu liefern. Den oberen Etagen garantiert dieser Mechanismus die Privatsphäre und erhebt den Blick von der Stadt zum Himmel. Die Neue Perspektive, die Yasutaka Yoshimura im Ferienhaus in Sajima gestaltet ist, ist die des Ozeans: drei Seiten des Gebäudes sind stumm, während die vierte mit ihren großen verglasten Wänden fast durchsichtig ist. Die verschiedenen Fensterformen rahmen den Himmel, das Wasser und sonst nichts ein. Besonders beeindruckend ist die Wahl der Perspektive von Love Architecture in Ookayama (Tokyo). Hier wird – im Gegentrend zu einer massiven Bebauung – auf einen Teil des Grundstücks verzichtet, um dieses als Hof zu gestalten und eine komplett transparente Einfriedungsmauer zu schaffen, die mit den Fenstern aus Holz Licht und Luft liefert.


Dieses letztgenannte Beispiel ist signifikant, um zu verstehen, wie wesentlich für die japanische Architektur die Kontrolle des Lichts ist. In dem, was der Architekt als Daylight House von Yokohama bezeichnet, verwendet Takeshi Hosaka die Überdachung als einzigen Eingangspunkt der Sonne bei einem Haus, das komplett von hohen Gebäuden umgeben ist. Die Oberlichter aus Glas verteilen die Sonnenstrahlen in die Privaträume unter dem Dach, die sich somit mit Licht füllen. Das Licht wird auch beim Haus von Katsuma Tai im Stadtviertel Minato-ku in Tokyo von oben gerichtet. Hier werden die Sonnenstrahlen über das offene Treppenhaus und geschickt angeordnete Glaswände nach unten geführt. Auge des Hauses ist das große Fenster in der Fassade, das als Lichtspeicher für die unteren Geschosse dient.
Wenn man die japanischen Wohnungsbauarchitektur mit einer Farbe vergleichen sollte, dann wäre das ganz sicher Weiß: um jede Variation des Lichts während des Tages zu reflektieren und um sich vor dem dekorativen Lärm der städtischen Umgebung zu schützen. Als Material wäre sie Holz, so wie die Einrichtungsgegenstände und die Oberflächen, die auf eine ganz stille und grundlegende Weise das Ganze begleiten.
Ich überlasse es meinen Lesern, alle Ideen in den genannten Architekturen und den vielen anderen zu finden – ein Zeugnis für eine Gedankenschule, die sich tatsächlich auf die japanische Architektur der Gegenwart zurückführen lässt.

Mara Corradi
 


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