09-06-2011

Yoshichika Takagi: Holzhaus in Sapporo

Yoshichika Takagi,

Toshiyuki Yano,

Japan,

Ville,

Holz,

Interior Design,

House k ist ein Wohnbauexperiment von Architekt Yoshichika Takagi in der Stadt Sapporo. Zum Archetyp des Walmdachhauses fügt der Planer den Archetyp des Dorfes hinzu, als Gruppe von Wohnungen mit gemeinsamen Kennzeichen und versucht, im Inneren eines einzelnen Hauses die Atmosphäre der harmonischen Proportionen zu erzeugen, welche die kleinen Ortschaften und Weiler kennzeichnet.



Yoshichika Takagi: Holzhaus in Sapporo
Wenn man über die Wohnstile reflektiert, die Innen und Außen definieren, dann benutzt Yoshichika Takagi das Haus von Sapporo als Metapher der Stadt. Indem er das Erlebte einer Stadt mit dem einer privaten Wohnung assimiliert, verleiht er der Küche-Wohnzimmer den Wert des Platzes, zu dem man von einem geschlossen und schmalen Atrium aus gelangt, wie in einer mittelalterlichen Stadtanlage und von da aus zu den anderen Funktionen, die alle als ein anderes “Haus” konzipiert sind, was die Bedeutung ihrer Unterscheidung bei den alltäglichen Gewohnheiten unterstreicht. Sein Ziel ist es, im Inneren eine externe Landschaft nachzustellen.
Holz ist das Material ? für das Tragwerk und zu Dekorationszwecken ? das für dieses Wohnexperiment benutzt wurde. In der japanischen Bautradition der Vergangenheit stark vertreten und in einigen Fällen auch heute noch von den Architekten der Gegenwart gewählt, verstärkt das Holz die Idee des archetypischen Hauses, des ursprünglichen Hauses und mehr noch die Idee eines Werkzeugschuppens, wenn es mit vertikal angeordneten Leisten verwendet wird, die uns an die Zeit erinnern, als die Leute arm waren: Eine augenscheinliche und durchkonstruierte Bescheidenheit, da die unbehandelten Holzdielen mit ihren natürlichen Farben einen Regenbogen ausgesuchter und edler Abstufungen erzeugen. Im Aufriss mit einem Doppelwalmdach und einem Geschoss mit Mansarde, entwirft Takagi ein anderes Haus, als Imitation des ersten, aus dessen Form er den Eingang gestaltet, in einem Offset-Spiel der Linien, das die Neugier weckt, nach Innen zu schauen. Beim Betreten steht man vor dem fein gezeichneten Paradox. Zwei kleine Zimmer fungieren als Atrium und führen zu dem Wohnzimmer, das so hoch wie das Gebäude selbst ist: Die Küche und Wohnzimmer in Einem und das Herz des Hauses, auf die die Formen vieler anderer Häuser blicken, genau so wie das, in dem wir uns befinden. Ein Haus ist die Wand, die bis ganz oben aus Regalbrettern besteht, hinter der sich die Schlafzimmer befinden, ein anderes ist das Bücherregalzimmer, noch ein anderes, das hinter diesem liegt und auch das kleinste ist, wie bei einer perspektivischen Komposition, ist das Badezimmer (das, wie in Japan üblich, aus drei Räumen besteht: Washlet, Vorraum zum Aus- und Anziehen und dann der Raum mit der Badewanne). In der Mitte des Wohnzimmers bringt eine Treppe nach oben zur Mansarde, eine schöne Hommage an die Hühnerleitern, die nach oben zu den Schlafstätten des Federviehs führten. In dem modernen Haus führt die schmale Treppe zum Gästezimmer das ? im Einklang mit der Metapher ? ein Zimmer ist, der nicht zum eigentlichen Kern der Wohnung gehört. Dieser Raum hat ein großes Fenster auf die Hausmitte hin, das es ermöglicht, eine andere Stufe der Erkundung zu erreichen, nämlich die des Daches des anliegenden “Häuschens”. Ein Aussichtspunkt, der von einem Dachfenster erhellt wird. Das Ganze schließt mit einer Glastür, natürlich in Hausform, durch die man Zugang auf den rückwärtigen Garten hat. Wo aber wirklich die Grenze zwischen Außen und Innen ist, ob das Innere einen Platz und sein ?Belvedere? von Wohnungen simuliert, das ist das Erkundungsspiel dieses Projekts ? von Außen verständlich und ersichtlich, von Innen aber so mehrdeutig und vielgestaltig.
Zu Forschungszwecken, um die herkömmlichen Regeln des landschaftlichen Umfelds und des Erlebens eines Innenraums auf den Kopf zu stellen, hat Yoshichika Takagi das Holz Innen wie Außen benutzt, so als würde er ein maßstabsgetreues Modell bauen und dieses von jeglicher Dekoration befreien, damit die nackte Materie die Teile klar definieren kann.

von Mara Corradi

Entwurf: Yoshichika Takagi
Bauherr: Midori & Akifumi Kumagai
Ort: Sapporo, Präfektur Hokkaido (Japan)
Tragwerksplanung: Daisuke Hasegawa (Daisuke Hasegawa & Partners)
Bruttonutzfläche: 226 m2
Grundstückgröße: 380 m2
Projektbeginn: 2009
Fertigstellung: 2009
Holztragwerk
Außenverkleidung aus Mahagoni
Innenverkleidungen aus Kiefer
Fußböden aus weißer Birke
Einbauküche von Yoshichika Takagi
Badezimmereinrichtung Inax
Fotos: Seiya Miyamoto, Toshiyuki Yano

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