02-07-2014

Pezo von Ellrichshausen: Solo House in Cretas, Spanien

Pezo von Ellrichshausen, Sofia von Ellrichshausen,

© Cristobal Palma,

Spanien,

Ville,

Metall, Holz, Zement,

Das erste Projekt für das Programm Solo Houses – das Ferienhaus nach einem Entwurf von Mauricio Pezo und Sofia von Ellrichshausen - steht in Cretas, in der Gegend von Matarraña, im Süden Kataloniens. Als Ausdruck der zeitgenössischen chilenischen Architektur kehrt dieses Werk die Ideen von Innen und Außen um und verwendet die Landschaft als räumlichen Horizont.



Pezo von Ellrichshausen: Solo House in Cretas, Spanien

Das Solo Pezo ist ein Projekt für ein Ferienhaus in der Gegend von Matarraña, in Spanien. Es wurde im Rahmen des Bauprogramms Solo Houses errichtet: Ehrgeizige Zweitwohnungen, die den großen Namen der Gegenwartsarchitektur anvertraut und in enger Beziehung mit der Natur gebaut werden. Einzige Auflage? Das Budget.

Die Besonderheit, dass es hier keinen Dialog mit dem Auftraggeber gibt, lässt den Architekten absolute Ausdrucksfreiheit. Dementsprechend können die auf diese Weise realisierten Werke als regelrechte Manifeste bezeichnet werden. Das Solo House wurde 2013 vollendet. In sich trägt es die Ideologie eines der interessanten Architekturbüros aus Chile, das Duo Pezo von Ellrichshausen, das im Jahr 2008 den chilenischen Pavillon auf der Biennale von Venedig gestaltet hat. Die Gegend von Cretas ist eine steinige Landschaft mit einer üppigen Landschaft, in der wir Olivenhaine und Weinberge finden. Die Architektur lässt sich nur schemenhaft inmitten der hochstämmigen Bäume erkennen, die die beiden unteren Geschosse der Betonstruktur verstecken. Bei der Wohnung handelt es sich um ein erhobenes Volumen aus Stahlbeton mit einem quadratischen Grundriss. Es besteht kein direkter Zugang zur angrenzenden Natur. Um zu dieser zu gelangen, muss man im Unterbau selbst nach unten steigen: Das Gebäude erinnert am ehesten an einen Leuchtturm, an einen Aquädukt oder an eine andere Industriearchitektur. Der Zugang zur Villa erfolgt entlang des Hügels mit Hilfe einer Rampe aus Zementstufen, die sich nach oben schlängeln und dabei einen Weg inmitten der üppigen Vegetation schaffen.

Der Wohnraum wird nach einem quadratischen Modul gestaltet, welches dem Schwimmbadbereich entspricht – dem Dreh - und Angelpunkt des Hauses im Sinne der mediterranen Tradition. Ein Raum zwischen Himmel und Erde, wie das Impluvium (Wasserbecken) der römischen Villa. Es besteht aus zwei Decken, die von 16 Pfeilern getragen werden und ruht auf einem zweistöckigen Unterbau, der keine Fenster hat und nur strukturellen Zwecken dient. Hier gibt es vier Türen, von denen zwei in die Kellerräume führen. Die anderen beiden Türen liegen höher und der Zugang zu diesen erfolgt über eine Sichtbetontreppe. Die Treppe gabelt sich und umarmt dabei die Ostecke des Unterbaus: Eine Symmetrie, die als Konstante im Projekt auftaucht und somit das Gefühl des Rätsels verstärkt.

Über eine Wendeltreppe geht man zum Wohngeschoss hinauf. Die Treppe führt zum Schwimmbad: Ein großes Vakuum, dessen Boden und Wände mit Keramik verkleidet sind. Jede der vier Mauern, die das Schwimmbad umgeben, ermöglichen den Zugang zum äußeren Ring in dem – ohne strenge Grenzen oder Trennwände – die Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer organisiert sind. Diese Mauern sind mit Pinienholz verkleidete Wände, die – im Gegensatz zum Brutalismus des strukturellen Sichtbetons – zur Gemütlichkeit des Hauses beitragen.


Das Projekt stellt die herkömmliche Beziehung zwischen Innen und Außen in der Architektur vollkommen auf den Kopf und beseitigt in der Tat den sogenannten Innenraum: Es gibt keinerlei Schutzmauer, es sei denn, große transparente Schiebefenster und weiße Vorhänge, die als Sonnenschutz verwendet werden. Die Landschaft ist keine Grenze mehr, sondern ein Horizont.

Mara Corradi

Entwurf: Mauricio Pezo, Sofia von Ellrichshausen
Mitarbeiter: Diego Porto, Bernhard Maurer, Valeria Farfan, Eleonora Bassi, Ana Freeze
Bauträger: Christian Bourdais, Solo Houses
Ort: Cretas, Teruel (Spanien)
Tragwerksplanung: Jose Perez
Bruttonutzfläche: 313 m2
Grundstücksgröße: 3000 m2
Planungsbeginn: 2009
Ende der Bauarbeiten: 2013
Metallfenster und -türen
Zementtreppen
Fassaden aus Sichtbeton mit Glasschiebetüren
Struktur aus Zement
Interne Verkleidung aus lackieren Pinienholzbrettern und Keramik
Bildnachweis: © Cristobal Palma


pezo.cl
www.solo-houses.com
https://www.facebook.com/pages/SOLO-HOUSES/101630063257225?fref=ts


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