30-03-2016

Elasticospa+3: Sanierung eines Landhauses in Sacile

Elasticospa,

Treviso,

Ville, Residenzen,

gleichzeitig,

Zement, Stein, Holz,

Das von Elasticospa+3 entworfene Landhaus in Sacile (Pordenone) ist ein Sanierungssprojekt, mit dem eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart in der Friaulischen Ebene geschlagen wird. In dem Landhauskomplex in Sacile trennt Elasticospa+3 die Innenbereiche von ihrer architektonischen Hülle.



Elasticospa+3: Sanierung eines Landhauses in Sacile

Das von Elasticospa+3 in Salice (Pordenone) entworfene Landhaus ist ein architektonisches Projekt, wie es in der norditalienischen Ebene nur selten zu finden ist. Denn das Konzept von Elasticospa+3 geht weit über die traditionelle Sanierung eines Landgutes hinaus, das in seiner ursprünglichen Form mit einem Herrenhaus und Nebengebäuden wie Ställen und Scheunen nicht mehr genutzt wird.
Dieses Projekt vermittelt keineswegs den Eindruck eines nostalgischen Versuchs, durch folkloristische Elemente (die nicht selten so stark hervorgehoben werden, dass sie kitschig wirken) die Vergangenheit heraufzubeschwören. Vielmehr wurde hier eine Fortsetzung der architektonischen Tradition gewählt und es ist gelungen, jene Verbindung herzustellen, die in eine zeitgenössische Ausdrucksform überführt.
Das Projekt mit dem Namen Country House ist ein Reihenhauskomplex, geschaffen aus einer Gruppe jener lokaltypischer Wohngebäude, in denen bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts mehrere Familien zusammen lebten. Die Fassade wurde von einer gleichförmigen Fensterreihe unterbrochen, die bereits vermuten ließ, dass auch die Innenräume ähnlich angeordnet waren. Elasticospa+3 hat diese Komposition der Außenseite beibehalten, jedoch die Struktur der Innenbereiche vollständig aufgelöst und somit das architektonische Volumen deutlich vom Wohnkonzept getrennt.

Zur Wiederherstellung einer allgemeinen Ausgewogenheit der Fassade wurde auch die Überladenheit beseitigt, die im ländlichen Raum, wo praktische Erwägungen Vorrang vor beliebigen ästhetisch-formellen Aspekten hatten, weit verbreitet war.
Um die charakteristische Reihenanordnung hervorzuheben, wurde das alte Gebäude in seiner Höhe reduziert, um des dem seitlich angebauten Wohnkomplex anzugleichen. Mit Hilfe umfassender Abrisse, formgleicher Neubauten und Aufbauten wurde ein symmetrisches Gesamtbild und somit ein einheitlicher architektonischer Komplex geschaffen. Die ziegelgedeckten Satteldächer und die erste Fensterfolge an der Südfassade setzen das Gesamtbild optisch zunächst fort. Daran anschließend wird der Stil jedoch abgewandelt, mit größeren Fenstern wie dem Balkonfenster und der Glasfront im Erdgeschoss. Damit wurden die ursprünglichen Scheunentore und der einseitig geschlossene Durchgang, der einst die Behausungen der Menschen von jenen der Tiere trennte, nach modernen Anforderungen neu interpretiert.
Dieses Wechselspiel geschlossener und offener Segmente an der Backsteinfassade (typisch für ländliche Bauten in Friaul) generiert letztendlich eine subtile optische Täuschung zur visuellen Fortsetzung der eingangs erwähnten Tradition, jedoch ohne die Flexibilität der Wohnbereiche im Inneren einzuschränken. Weitere Indizien dieser Fortführung gibt es an der Backsteinfassade zu entdecken, eine Reihe längs vermauerter Ziegelsteine, die aus der Fassadenfläche hervortreten, oder an anderen Stellen Ziegelgitter, wie sie in ländlichen Bauten als Sonnenschutz oder zur Lüftung verwendet wurden. Die Innenseiten dieser Bereiche sind mit großen Glasfronten verkleidet, die die transparenten Flächen unterstreichen, den Lichteinfall optimieren und sich für die Kreation von Open Spaces eignen, in denen das Ziegelgitter, ganz im Einklang mit der Tradition, Schatten spendet. 


Auf diese Weise können die Innenbereiche völlig unabhängig vom äußeren Mantel gestaltet werden. Mit frei liegenden Betonwänden und Holzböden unterstreichen die Planer den Kontrast zwischen der gelebten Gegenwart und der Vergangenheit, die nur noch in der Erinnerung lebendig ist. Die interne Gliederung in drei Etagen wird im Grundriss von einer Reihe zylindrischer Elemente dominiert, die den Raum aufteilen und individuelle Perspektiven eröffnen, zart umspielt von dem durch die Gitter fallenden Licht.

Mara Corradi

Architect: ELASTICOSPA+3
Project leader: Stefano Pujatti, Alberto Del Maschio
Collaborators: Valeria Brero, Corrado Curti, Daniele Almondo, Marco Burigana
Auftraggeber: privat
Location: Sacile, Pordenone (Italien)
Structure design: INTE.CO. S.r.l. Ing Della Tofola +Ing.Perin
Light design: TSERVICE
Landscape design: ELASTICOSPA+3
Technische Leitung: Stefano Pujatti, Alberto Del Maschio
Gross useable floor space: 525 m²
Lot size: 1.750 ²
Project: 2006
Construction: 2011
Builder: Impresa Martorel S.r.l. (Treviso)
Tür- und Fensterrahmen aus heiß geschnittenem Stahl
Treppe aus Zement mit Holzbelag
Fassade: Backstein
Dächer gedeckt mit Pfannenziegeln und Solarmodulen
Tragwerk: Zement
Innenverkleidungen aus Gips, Bäder mit Mosaikmotiven gefliest
Außenverkleidung: Backstein
Böden verkleidet mit Eichenparkett und Steinfliesen (Pietra Piasentina)
Photos by: © Betta Crovato

www.elasticofarm.com 


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