11-07-2011

Dominique Coulon: Josephine-Baker-Schule

Dominique Coulon associés,

Eugeni Pons,

Paris,

Kindergärten, Schule,

Zement,

In La Courneuve, einem Vorort von Paris, der einen sozialen Aufschwung mit Hilfe eines neuen Städtebauplans sucht, hat Dominique Coulon einen Kindergarten und eine Grundschule auf den Ruinen eines 2004 abgerissenen heruntergekommenen Wohnblocks entworfen. Die Geschichte des Ortes wird von diesem Projekt nicht negiert, sondern vielmehr mit einer Gestaltung überwunden, die die Erinnerungen des Ortes aufnimmt, um dort eine orangefarbene Gegenwart zu gründen.



Dominique Coulon:  Josephine-Baker-Schule
Das Gebäude der
Josephine Baker Schule, vor Kurzem von Dominique Coulon vollendet, ist eine neue Architektur, die aus der Asche einer Wohnanlage entsteht, die im Rahmen der berühmten Cité des 4000 errichtet worden war, jenes Städtebauprojekts der Stadt Paris aus den 50er Jahren, das sich in wenigen Jahren von einem dicht bevölkerten Wohnviertel zu einem Ghetto der Immigranten entwickelt hat.
Unter Bezugnahme auf den von Bernard Baurd konzipierten Urbanistikplan für das Viertel, der die Spuren der vorhergehenden Städteplanungen nicht ignoriert, sondern zurückgewinnt mit dem Willen, bei der Geschichte anzufangen, ohne diese zu ignorieren, kennzeichnet sich das Schulgebäude durch die geschlossenen Körper mit horizontalem Verlauf, die von vorgebauten Öffnungen unterbrochen und bewegt werden, wo auch die Farbe zur Fragmentierung der Frontseiten beiträgt.  Der Grundriss wird aus der Opposition der wichtigsten funktionalen Räume des Kindergartens und der Grundschule abgeleitet, an die sich auf der einen Seite der Spielplatz und auf der anderen Seite die Cafeteria anschließen und zwar dank eines Systems aus Rampen, die den Garten abgrenzen und einen Ring bilden, der nur im Süden auf der Höhe des Eingangs offen ist.
In der Geometrie der Innen- und Außenwände kann man die Zeichen der Städteplanung erkennen, die aus den zahlreichen Bauten und Abrissen resultieren, die dieses Viertel erlebt hat: Die Asymmetrie und die gebrochenen Linien schaffen viele Räume, die den Eindruck vermitteln, den geschichtlichen Ereignissen abgerungen und sehr stark für die Neugeburt des Stadtviertels gewünscht zu sein. Die härteste Linie ist diejenigen, die die Architektur von Norden nach Süden in Zwei teilt auf der Höhe des grünen Hofs, denn sie nimmt einen der Wohnblöcke Presov und Ravel auf, die am 23. Juni 2004 abgerissen wurden. Diese gingen auf das Städtebauprojekt der Cité des 4000 zurück, also der Stadt der 4000 Wohnungen, die ab dem Jahr 1956 errichtet wurden. Im Laufe der Jahre verwandelten sich diese für hohe Wohndichte konzipierten Anlagen in Ghettos, in welche die Stadt Paris die Immigranten oder armen Familien schickte, von denen die Innenstadt gesäubert wurde. Diese Banlieues, mit einen sehr niedrigen Lebensstandard und einem starken Gefühl, von den Institutionen vergessen worden zu sein, wurden schnell zum Theater schwerer Delikte. Nachdem Paris dieses Viertel der Stadtverwaltung von La Courneuve überlassen hatte und diese sich das Gebiet in seiner Bedeutung für die Gemeinschaft und nicht mehr als Vorort der Großstadt wieder zu eigen machte, hat eine Politik der urbanen Sanierung begonnen, die sich durch den Abriss vieler der “barres de logements" auszeichnete, die zwischen den 50er und 60er Jahren errichtet wurden, darunter auch die Blöcke Presov und Ravel.
Bei diesem neuen Gebäude, das auf dem Ort des Abrisses steht, hat Dominique Coulon beschlossen, die Erinnerung an diese Ereignisse nicht auszulöschen, sondern sie als urbane Zeichen beizubehalten, als Zeugen einer schmerzhaften Vergangenheit, auf der eine Architektur mit einer ganz anderen Funktion und ganz anderen gestalterischen Natur entsteht. Die Farbe Orange, die aus den Öffnung hervorblickt und die buchstäblich aus den Rampen quillt, scheint das Wahrzeichen der Wiedergeburt eines Viertels zu sein.

von Mara Corradi

Entwurf: Dominique Coulon & Associés, Architectes (Dominique Coulon, Olivier Nicollas)
Mitarbeiter: Sarah Brebbia, Benjamin Rocchi, Arnaud Eloudyi, Florence Haenel,
Bauherr: Stadt La Courneuve
Ort: La Courneuve, Paris (Frankreich)
Tragwerksplanung: Philippe Clement, Cécile Plumier, Frédéric Blanc, Marc Damant, Annie Pikard
Landschaftsplanung: Bruno Kubler
Bruttonutzfläche: 6.500 m2
Nettofläche: 4.500 m2
Ende der Bauarbeiten: 2010
Fotos: © Eugeni Pons, Olivier Nicollas, Delphine George

www.coulon-architecte.fr

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