08-12-2017

Die Struktur des Allianz Tower in Mailand - Andrea Maffei e Associati

Arata Isozaki,

Mailand,

Wolkenkratzer,

Zement, Metall, Glas,

Die Struktur des Allianz Tower in Mailand von Andrea Maffei weist interessante Details auf. Die Rolle des Stahlbetons und des Stahls in der italienischen Ausführung eines bedeutenden Wolkenkratzers



Die Struktur des Allianz Tower in Mailand - Andrea Maffei e Associati
Der Allianz Tower in Mailand mit einer Höhe von 207 Metern nach dem Entwurf von Andrea Maffei e Associati ist eine innovative Struktur aus Beton und Stahl.
Der Unterbau des Turms ist komplett aus Stahlbeton und besteht aus einer Bodenplatte, deren Höhe zwischen 2.5 und 3,5 Metern variiert und sich an die 52 Pfähle anschließt, die in den Boden eingelassen wurden mit einem Durchmesser von 1,5 Metern und einer Länge von 31 Metern. So werden die acht Glas- und Stahlsegel getragen, die die 43 Stockwerke des Wolkenkratzers verkleiden, dessen Tragwerk aus betonverstärktem Stahl besteht.
Die Statik ist folgendermaßen: Ein Kern mit den primären Serviceanlagen in der Mitte des Grundrisses, trennt den Raum jeder Etage. Dieser Kern zeichnet sich durch fünf Pfeiler pro Seite aus mit einem runden Grundriss von 1,50 Meter im Durchmesser, in dessen Innerem jeweils ein HE-Stahlträger eingelassen ist. An den Seiten des Turms konzentrieren sich spiegelgleich die anderen Serviceanlagen, die für den Betrieb des Bauwerks notwendig sind, wie die Treppen und die druckbeaufschlagten Aufzüge der neuesten Generation, die dank einer speziellen Software schon an den Eingangssschleusen die Angestellten einsortieren und diese zu ihrer Etage bringen. Was dabei erstaunt, die Mauerdicke dieser beiden langen Körper an den Seiten des Turms nicht mehr als 50 cm beträgt, weshalb diese Baukörper gleichzeitig schlank und steif sind.
Aufgrund dergroße Frontoberflächen wurde während der Planung eine Simulation mit einem dreidimensionalen Modell im Windkanal vorgenommen, um die Schwankungen zu verstehen und diese angemessen angeben zu können. Diese Resultate wurden mit den Ergebnissen des mathematisch-strukturellen Modells abgeglichen. Die abschließende Berechnung zusammen mit den Laborwerten hat es ermöglicht, eine Struktur zu konzipieren und umzusetzen, die die Schwingungen an der Turmspitze auf unter 80 cm begrenzt. Dies alles dank der vier Stützpfeiler, die das bereits solide Stahl-Beton-Tragwerk versteifen. Zu diesem Zweck wurden die sichtbar gelassenen Strukturen aufgrund ihres Gewichts ausgehöhlt und in drei geteilt, allerdings durch ebenfalls gewichtserleichterte Stahlplatten miteinander verbunden. So wird ein exzessiver Eigenvektor und Windredundanz sowie der unerwünschte Segeleffekt vermieden, der sich auf den Turm selbst ausgewirkt hätte. Eine letzte Besonderheit ist die Verbindung zum Boden, die auf einer Seite von der Eingangsebene sichtbar ist, während auf der anderen Seite das Scharnier auf dem Dach der beiden großen Dienstvolumen positioniert ist, welche die Rückseite des Turms “bewachen”.

Fabrizio Orsini

Entwurf: Torre Allianz Mailand, Bürohochhaus, Kunde Citylife S.p.A. / Armando Borghi - CEO, Marco Beccati
Wettbewerb: 2004
Planung: 2005-2011
Bauzeit: 2012 - 2015
Entwurf: Arata Isozaki und Andrea Maffei
Designteam des endgültigen Entwurfs: Pietro Bertozzi, Takeshi Miura, Alessandra De Stefani, Chiara Zandri, Davide Cazzaniga, Vincenzo Carapellese, Roberto Balduzzi, Takatoshi Oki, Stefano Bergagna, Paolo Evolvi, Elisabetta Borgiotti, Adolfo Berardozzi, Higaki Seisuke, Carlotta Maranesi, Francesca Chezzi, Giuliano Godoli, Giorgio Ramponi, Hidenari Arai, Takuichiro Yamamoto, Atsuko Suzuki, Sofia Bedynski, Antonietta Bavaro, Mauro Mazzali, Sofia Cattinari, Taro Hayashi, Haruna Watanabe, Madoka Tomita, Ayako Fujisawa
Tragwerk Wettbewerb: Mutsuro Sasaki, Hiroki Kume, Takeshi Suzuki / Sasaki and Partners, Tokyo;
Tragwerk Projekt progetto: Maurizio Teora, Luca Buzzoni, David Scott, Matteo Baffetti, Valeria Migliori, Francesco Petrella, Angelo Mussi / Arup, Milano e New York,
Bodenplatte: Holzner Bertagnolli, Cap Engineering
Fassaden: Mikkel Kragh, Mauricio Cardenas, Matteo Orlandi, Maria Meizoso, Carlos Prada / Arup Milano e Madrid
Anlagen Wettbewerb: P.T. Morimura, Tokyo
Anlagen Planung: Gianfranco Ariatta, Roberto Menghini, Riccardo Lucchese, Sylvia Zoppo Vigna, Andrea Ambrosi / Ariatta Ingegneria dei sistemi, Milano
Künstlerische Leitung: Andrea Maffei / Andrea Maffei Architects
Bildnachweis: Alessandra Chemollo

 



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