20-03-2018

Wohnung und Büro, zwei Innenarchitekturen von Schiattarella Associati

Schiattarella Associati,

Luigi Filetici,

Rom,

Wohnung, Buros,

Interior Design, Rückgewinnung,

Das römische Büro Schiattarella Associati hat vor Kurzem zwei Innenarchitekturprojekte umgesetzt, ein Haus und ein Büro, die die Arbeitsweise der Architekten auf interessante Weise zeigen.



Wohnung und Büro, zwei Innenarchitekturen von Schiattarella Associati

Zwei Sanierungen und Innenarchitekturen, ein Büro in einem historischen Palazzo und eine Wohnung in einem Gebäude aus den 1960er Jahren werden zu zwei Beispielen der Arbeitsweise der Architekten von Schiattarella Associati angesichts der Herausforderungen der Gestaltung in der Gegenwart.

Den eigenen Firmensitz oder die eigene Wohnung zu gestalten, hat – anders als man annehmen möchte – große Schwierigkeiten für einen Architekten und wird unvermeidlich zu einem Manifest der eigenen Professionalität. So war es auch für das Büro Schiattarella Associati, das kürzlich den neuen Bürositz im Viertel Coppedè von Rom gestaltet hat, in einer regelrechten urbanen Ikone aus dem Jahr 1900. Das neue Büro befindet sich im Penthouse von Palazzo Cabiria, einem der bedeutendsten Bauwerke des Viertels, das zum zentralen Kern von piazza Mincio gehört und mit seinem monumentalen Eingang, der mit Pfauenschwanzmotiven dekoriert ist, gegenüber der berühmtenFontana delle Rane steht. Das Büro wurde im Penthouse des Gebäudes auf einer Fläche von 600 Quadratmetern mit externem Laubengang realisiert, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Stadt hat, von den Castelli Romani bis hin zu den Monti Tiburtini. Der historische und künstlerische Wert des Palazzo und der Innenräume des Penthouse mit den dekorierten Decken, dem Boden aus Zementkies und Parkett aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, ein mit Fresken geschmückter Raum und die Außenelemente des Laubengangs sowie des Balkons haben die Architekten dazu gebracht, ein sehr zurückhaltendes Projekt zu entwickeln, und den Bestand mit wenigen und essentiellen Sanierungseingriffen aufzuwerten. Hier gibt es kein Verstecken oder sich Anpassen, sondern vielmehr Kontamination, die Zeichen der Gegenwart sind sichtbar und ausdrücklich, eine Passage, die die Architekten folgendermaßen erklären: “Die Gestaltung betont das kulturelle Manifest des Büros. Die Dialektik Vergangenheit/Gegenwart wird als eine Gelegenheit verstanden, die Architektursprache zu bereichern: tiefgreifender Respekt für die Vergangenheit aber auch Stolz der Gegenwart, indem wir für beide gleiche Würde und Rolle im Lauf der Geschichte fordern”.

Ein ganz anderer Maßstab ist das Projekt im Olympischen Dorf von Rom, also dem Viertel, das anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1960 nach dem Entwurf der Architekten Vittorio Cafiero, Adalberto Libera, Amedeo Luccichenti, Vincenzo Monaco und Luigi Moretti gestaltet wurde. Im Viertel findet derzeit ein beispielhafter Prozess der Sanierung statt, auch dank der nahen und bedeutenden Architekturen wie das Auditorium Parco della Musica von Renzo Piano und das Maxxi, Landesmuseum für die Kunst des 21. Jahrhunderts von Zaha Hadid.
La Casa Cubo (Das Kubushaus) ist laut Eingeständnis von Schiattarella Associati ein Experiment. Das Projekt entspringt einer gründlichen Überlegung zu den Aktivitäten, die in einer Wohnung stattfinden und sich im Laufe des Tages entwickeln und wie das Wohnen der Gegenwart einige traditionelle Stereotypen zum Wanken bringt. Wenn man heute an die Rolle und die Bedeutung denkt, die Küche und Badspielen, die in der Vergangenheit einfach als “Serviceräume” betrachtet wurden.

Der offene Grundriss des Gebäudes hat den Abriss aller internen Trennwände ermöglicht und die Realisierung eines Open Space mit einer Fläche von 49 Quadratmetern. In diesem perfekt quadratischen Raum haben die Architekten ein einziges zentrales Element eingefügt, das alle Funktionen der Wohnung enthält und die Aktivitäten trennt und verteilt. “Die Idee war es, eine Wohnung als ein beliebig konfigurierbares Vakuum zu gestalten, wo jede Bewegung der Wand den Raum verändert und eine neue Konfiguration schafft” haben die Architekten gesagt und somit erklärt, wie der zentrale Kubus mit seiner Umgebung interagiert und somit zur funktionalen und essentiellen Ergänzung aller Räumlichkeiten wird und wie jedes Element ad hoc und mit maßgeschneiderter Sorgfalt gestaltet wurde, um alles bis in das kleinste Detail zu kontrollieren.

(Agnese Bifulco)

Schiattarella Associati www.schiattarella.com

Schiattarella Associati office
Fläche: 600 m2
Jahr: 2017
Ort: Piazza Mincio, Rom - Italien

Casa Cube
Fläche: 49 m2
Team: Arch. Andrea Schiattarella, Arch. Carla Maresca
Ort: Olympisches Dorf, Rom - Italien

Bildnachweis: Luigi Filetici


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