13-07-2018

Vier Residenzen: Wie sich das Wohnen in der Welt ändert

AGi Architects, savioz fabrizzi architectes, Luigi Rosselli Architects, DOSA STUDIO,

Justin Alexander, Onnis Luque, Prue Ruscoe, Edward Birch,

Kuwait, Die Schweiz, Sydney, Texcoco, Mexiko,

Ferienhäuser, Wohnung,

Wie leben die Menschen am anderen Ende der Welt? Wie werden ihre Häuser gestaltet und wie ändern sich ihre täglichen Rhythmen? Floornature bietet einen Einblick in das Thema Wohnen durch die Präsentation von vier neuen Residenzen, eine in Kuwait, eine in der Schweiz, eine in Australien und eine in Mexiko.



Vier Residenzen: Wie sich das Wohnen in der Welt ändert

Was bedeutet "Wohnen" heute? Wie werden unsere Häuser gebaut? Was ist mit denen, die weit weg von uns leben? Die Gewohnheit bestimmter Rituale, bestimmter Formen der Gestaltung unseres Tages, unserer Familienkomposition, kann uns zu der Annahme veranlassen, dass man sich überall gleich verhält. Wir von Floornature haben gesehen, wie sich die Lebensweise verändert, indem wir die neuesten Wohnprojekte beobachtet haben, die in unterschiedlichen Klimazonen und Kontexten errichtet wurden.

Die klimatischen Bedingungen stehen im Mittelpunkt des Projekts für das Wafra Vertical Housing, ein Apartmentturm an der Strandpromenade von Salmiya unter der Leitung von AGi Architects of Kuwait City. Das neue Apartmenthaus ist ein moderner Windturm, inspiriert von dem ausgeklügelten passiven Kühlsystem, das bereits im alten Persien im Einsatz war und es den Gebäuden ermöglichte, die überschüssige Wärme, die sich in den wärmeren Jahreszeiten an den Wänden angesammelt hatte, abzuführen. Im Wafra-Turm sind die Wohnungen um einen Innenhof herum gebaut, der sich über das gesamte Gebäude erstreckt und auf dem sich zahlreiche Ausblicke öffnen, die sich in Form, Proportion und gegenseitiger Positionierung unterscheiden. Im Block im Erdgeschoss und im Zwischengeschoss befindet sich ein Schwimmbad, ein großes Becken, in dem Wasser zum Wärmeaustausch beiträgt.

Das Projekt für das Haus Reynard Rossi-Udry in Ormône im Kanton Wallis ist hingegen die Renovierung des traditionellen Alpenhauses. Das Architekturbüro Savioz Fabrizzi nutzt das Baumaterial und die noch vorhandenen Volumen, um die Räume an die neue Wohnnutzung anzupassen. Der in den letzten Jahren entstandene weiße Putzmantel wird entfernt, um den ältesten und traditionellsten Belag, den sogenannten geschabten Stein, wieder ans Licht zu bringen, der den Steinbau mit dem verputzten Element verbindet und unter der Schicht aus geschabtem Mörtel sichtbare Kieselsteine hinterlässt. Alles, was neu ist, ist hingegen aus nicht poliertem sondern nackten und "brutalen" Zement.

Auch das House of Books von Luigi Rosselli an der Nordküste von Sydney hat eine spannende Geschichte bezogen auf das Umfeld, das aus viktorianischen Häusern besteht. Luigi Rosselli kennt die Erinnerung an den Ort und bringt ihn mit seiner Architektur in die Gegenwart, indem er historische Holzbauten und verglaste Veranden in seiner Mischung aus Architektur und Natürlichkeit zitiert. Inspiriert durch einen Stapel von Büchern, die zufällig auf einem Tisch liegen (als Hinweis auf die Interessen des Besitzers, der ein Kalligraph ist), ist jede Ebene über dem Boden versetzt und positioniert sich immer anders zur Landschaft, in einer scheinbaren Dynamik, die eine Reihe von Perspektiven für das Innere bietet. Die Geschosse haben ihren Drehpunkt im ovalen Treppenhaus an der Ostseite, das um den Aufzugsschacht herum gebaut ist. Der ovale Grundriss, die weiß verputzten Wände, die Verkleidung der Stufen und der Handlauf aus Eichenholz, der so konzipierte Treppenraum ist auch in anderen Wohnarchitekturen von Rosselli erkennbar.

Das junge mexikanische Büro DOSA steht mit Casa Palmas, im Stadtteil Las Palmas in Texcoco, vor größeren Problemen. Es ist ein Wohnprojekt mit begrenztem Budget, das zur Unterbringung einer Familie aus mehreren Generationen gedacht war. Da das verfügbare Grundstück sehr klein ist, war es wichtig, die minimalen Wohnparameter, wie z.B. die Beziehung zwischen Belüftung, Beleuchtung und Privatsphäre, nicht zu vernachlässigen, was bei mexikanischen Häusern, die oft selbst gebaut werden, nicht selbstverständlich ist. In Casa Palmas ist die Erkennbarkeit des Hauses ein Element der Aufmerksamkeit bezogen auf das Wohlbefinden, vor allem einer großen Familie, die sich auch im Hausbau identifiziert, weshalb der Sichtziegel als einziges Baumaterial gewählt wird, um das Bild der Einheit als Ausdruck von Unterscheidung und Schutz von außen zu fördern.

Mara Corradi

Photographs:
1_Wafra Vertical Housing © AGi Architects
2_Casa Reynard Rossi-Udry © Thomas Jantscher
3_Book’s house © Edward Birch, © Justin Alexander, © Prue Roscoe
4_Casa Palmas © Onnis Luque


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