26-05-2017

Studio mk27 Marcio Kogan: Haus Catuçaba

Marcio Kogan,

Fernando Guerra,

Sao Paulo, Brasilien,

Ville,

Holz,

In Catuçaba, in den hohen Tälern zwischen Saõ Paulo und Rio de Janeiro, steht ein Wohnhaus, das von studio mk27 des Architekten Marcio Kogan gestaltet wurde und das Gefühl dieses Ortes vermittelt. Marcio Kogan hat hier auf den Beton, eines seiner bevorzugten Materialien verzichtet, und baut ein Haus aus FSC-zertifizierten Holz.



Studio mk27 Marcio Kogan: Haus Catuçaba 
Beim Haus Catuçaba ist die Natur nicht nur die Inspirationsquelle bezogen auf die stoffliche Ästhetik des Projekts, sondern wird zur Energiequelle für die Gesamtversorgung. Marcio Kogan hat den Auftrag für den Bau eines Ferienhauses erhalten, das auf 1500 Meter Höhe steht und auf eines der endlosen Täler von Catuçaba schaut, also jener Ortschaft, die sich auf halbem Wege (Luftlinie) zwischen den beiden wichtigsten Städten des Landes befindet: Saõ Paulo und Rio de Janeiro.
In Brasilien wirkt die Landschaft vor allen Dingen aufgrund ihrer Größe, d.h. der Weitläufigkeit der Räume, der Größe der natürlichen Elemente: Das, was der Mensch baut, konfrontiert sich immer mit dieser Bezugsdimension.
Marcio Kogan lässt dieses Mal seine großen Betonstrukturen beiseite, die er mit der modernistischen Tradition Brasiliens gemein hat und oft bei seinen urbanen Werken verwendet, und kehrt zum Holz zurück, um eine Architektur zu entwickeln, die dessen Besonderheiten betont. Es handelt sich nicht um dekoratives oder ergänzendes Holz, wie er es normalerweise bei seinen üppigen Privathäusern verwendet, sondern es ist ein strukturelles und totalisierendes Element. Es wird in Pfeilern und Balken dekliniert, die sich hier in das Erdreich des Berges bohren, in den weitläufigen und auskragenden Terrassen, nach Norden und nach Süden und auch in den Verkleidungen aus Eukalyptus, die zum Teil fix, zum Teil beweglich sind und die Änderung der Raumkonfiguration gestatten.
Marcio Kogan wollte eine leichte Struktur mit minimalen Auswirkungen auf den Standort. Sie sollte aus einem Material sein, dass die Architektur aus dem Schoß der Erde wächst. Dieses Ziel hat er mit seiner Stilsprache kombiniert, die aus horizontalen Räumen besteht, die als einziger Raum konzipiert sind, sich aber je nach Bedarf in kleinere Einheiten unterteilen lassen. Zwei gerade Linien, das Dach und der Boden, begrenzen einen einstöckigen Raum, der – bei frontaler Betrachtung – den Felsblock herauszufordern scheint, der aus dem Berggipfel ragt. Die leichte Holzstruktur ist zwischen der Diagonalen des Geländes und der Terrasse kaum sichtbar. Das Ensemble ist wirklich mit minimaler Bodennutzung platziert.
Zwei vertikale Mauern und zwei horizontale Ebenen kennzeichnen einen minimalen Grundriss, in dem wir vier Schlafzimmer, 2 Bäder, eine Küche und ein Wohnzimmer finden: Eine Räumlichkeit nach der anderen. So entsteht mehr die Wirkung einer Fassade als die eines dreidimensionalen Raums, in dem alles nach Außen schaut. Im Süden der letzte Teil des Berges vor dem Gipfel, im Norden die endlosen Täler von Catuçaba. Diese Konfiguration nutzt die natürliche Belüftung zwischen der Nord- und der Südseite, wo die Fenster und Logengänge aufgereiht sind.
Im Einklang mit der Idee einer Architektur mit geringen Umweltauswirkungen hat Marcio Kogan nur Hölzer mit FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) verwendet. Die Holzwände wurden mit recycelbarem PET isoliert, die Fenster haben Doppelverglasung für den Wärme- und Lärmschutz. Auf dem Dach befinden sich Solar- und Photovoltaikpaneele sowie ein Tank für das Regenwasser. Eine Windturbine in geringer Entfernung liefert weitere saubere Energie.
Dank seiner Energieautonomie wurde das Gebäude vom Green Building Council Brasilien in der Kategorie Platinum zertifiziert. Laut Angaben des Büros handelt es sich um das erste brasilianische Projekt, das eine solch hohe Zertifizierung erhalten hat.

Mara Corradi

Architects: Studio mk27 (Marcio Kogan, Lair Reis)
Project team: Carlos Costa, Flavia Maritan, Laura Guedes, Mariana Simas, Oswaldo Pessano
Location: Catuçaba, San Paolo, Brasil
Project: november 2011 
Completion: may 2016
Site area: 30.000 sqm
Built area: 309 sqm
Furniture: Prototyp&
Contractor: Eight Pharcon
Mep: Natural Works
Landscape design: Estelle Dugachard
Structure and wood frame: Carpinteria/Alan Dias
Window/door frames: Made
Main suppliers: Amata Florestal (wood)
Stones: Bellas artes
Thermo-acoustic insulation: Trisoft and celutrans
Solar panels, solar collectors and wind turbine: Windeo
Wooden panels, doors and furniture: Plancus
Stove: Weltevree
Wood burning stove: Victorello
Lamps: Lumini
Copper sinks and bathtubs: William Holland
Mineral paint: Solum 
Eucalyptus wooden slats: Upm capital
Photos: © Fernando Guerra (fguerra@fernandoguerra.com)
www.studiomk27.com

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