23-01-2019

H&P Architects: Brick Cave in Hanoi

H&P Architects,

Nguyen Tien Thanh,

Hanoi, Vietnam,

Housing, Ville,

Ziegel,

The Brick Cave ist ein Haus, das als geschützte Höhle von H&P Architects in den Vororten von Hanoi, Vietnam, konzipiert wurde. H&P Architekten nutzen die Lücke, um einen Innenhofgarten zu schaffen, der als Filter zur Nachbarschaft dient.



H&P Architects: Brick Cave in Hanoi

Das Projekt der so genannten Brick Cave von H&P Architekten in Thuy Lam, einer Vorstadtgemeinde nördlich von Hanoi, ist Teil eines interessanten Forschungsprojekts, das einige vietnamesische Büros über Urbanisierung und das allmähliche Verschwinden des ländlichen Charakters dieses Landes durchführen.
In den letzten Jahren haben wir die Arbeiten von jungen vietnamesischen Architekten, von Vo Trong Nghia bis Tropical Space veröffentlicht, die sich bei ihrer Arbeit auf die Definition der Mindestanforderungen für die neue Gesellschaft des Landes konzentriert haben. Sie haben die Notwendigkeit in den Mittelpunkt gestellt, die Landschaftskomponente zu integrieren, die vor allem in städtischen und vorstädtischen Gebieten, die mit dem Phänomen der Migration konfrontiert sind, zu einer wesentlichen Notwendigkeit geworden ist. Das unkontrollierte Bauen der letzten Jahre hat zu einem fortschreitenden Verschwinden des städtischen Grüns und der ländlichen Komponente geführt, die in der Landschaft Vietnams seit jeher vorherrschend war. 
Wie beim Bihn-Haus in Vo Trong Nghia und beim LT-Haus von Tropical Space hat der Zusammenstoß mit dem Phänomen der intensiven Bebauung zur Schaffung von Grünflächen geführt, die sozusagen auf das Haus selbst aufgepfropft wurden. Doan Thanh Ha und Tran Ngoc Phuong von H&P Architekten haben ausgehend von der Idee, die gesamte verfügbare planimetrische Fläche zu nutzen und sicherzustellen, dass der Umfang des Grundstücks mit dem Umfang des neuen Hauses übereinstimmt entworfen. Die Wände, die aus einer doppelten Schicht von Ziegelwänden bestehen, in deren Hohlraum ein großer überdachter Verkehrsraum geschaffen wurde, bilden die äußere und zugleich innerste Grenze der Residenz. Jede Fassade ist mit einer ersten Ebene senkrecht zum Boden gestaltet; ab einer Höhe von 2,55 Metern neigen sich die Wände mit unterschiedlichen Graden je nach Fassade für die nächsten zwei Stockwerke bis zu einer Höhe von 7,80 Metern, hinter denen sich der Dachgarten befindet. Die so geformte Architektur ist im urbanen Maßstab eine große Hülle, die in sich selbst geschlossen ist, aber gleichzeitig verwandelt die perforierte Ziegelhaut sie in einen lebendigen und vitalen Organismus im Dialog mit dem Kontext. Reich an Öffnungen ist die Wand ein durchlässiger Filter, in dem Licht, aber auch Lärm, Strahlung, Feuchtigkeit, Kälte und jeder klimatische Effekt von außen nach innen allmählich verblassen. Das Ziegelhaus ist jedoch keineswegs ein dunkles Haus, im Gegenteil, die zahlreichen Fenster, abgeschirmt von Mustern, die wie große Jalousien in den Ziegel geschnitzt sind, erzeugen eine diffuse Innenbeleuchtung, die in den Räumen einhüllt und konstant ist und starke Kontraste vermeidet. Der Sichtziegel, mit dem die Architektur in die Geschichte des vietnamesischen Bauens eingefügt wird, der sich aber von der Anonymität vieler Wohngebäude in den heutigen Vororten unterscheidet, wird auch bei den Trenn- und Tragwänden bestätigt, an denen die Außenwände mittels Balken auf der Höhe des Flachdachs verankert sind.
Der Wohnungskern besteht aus einem sehr großen Wohnbereich, der das gesamte Erdgeschoss einnimmt und einem Schlafbereich mit zwei Schlafzimmern und großzügigen Warte- und Durchgangsräumen in die erste Ebene. Der gesamte Dachboden wird als Garten genutzt und dort befindet sich auch der Wassertank. Die Beziehung zur Straße und zum Umfeld des Stadtteils wird durch den im Hohlraum der beiden Begrenzungsmauern verlaufenden Filterraum vermittelt. Es handelt sich um einen überdachten Garten, der sich bis zur Höhe des gesamten Gebäudes erstreckt, so dass die Bäume natürlich wachsen und ihr Laub aus den Öffnungen in den schrägen Wänden sprießt, was der Szenografie der Nachbarschaft zugute kommt. 
Der unregelmäßige Grundriss schafft asymmetrische Räume, die Querverweise zwischen den Räumen ermöglichen und die natürliche Belüftung verbessern. An der Hauptfront mit Osteingang sind zwei Balkone von der Innenwand zur Außenwand gerichtet, die den Eindruck erwecken, sich in einer Gasse zwischen den Häusern zu befinden. Die Philosophie des geschützten Mikrokosmos, der nachts der Nachbarschaft Anspielungen auf das Leben der kleinen Gemeinschaft im Inneren bietet, führt zu neuen Erfahrungen in einer Zeit der starken Transformation der Stadt.

Mara Corradi

Architect: H&P Architects
Location: Bieu Khe Hamlet, Thuy Lam Commune, Dong Anh District, Hanoi, Vietnam
Principal Architects: Doan Thanh Ha,  Tran Ngoc Phuong
Team: Nguyen Hai Hue, Trinh Thi Thanh Huyen, Ho Manh Cuong, Nguyen Duc Anh, Tran Van Duong
Land area: 175 sqm
Total floor area: 190 sqm
Manufacturers: Viglacera brick
Completed: December 2017
Photographer: © Nguyen Tien Thanh

www.hpa.vn

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