21-03-2012

Gri und Zucchi: Haus der Musik in Cervignano

Gri und Zucchi,

© Massimo Crivellari,

Udine,

Freie Zeit, Kulturzentrum,

Glas, Zement,

Am 3. Mai 2011 wurde das Haus der Musik von Cervignano del Friuli (Udine) eingeweiht, das aus der Umnutzung eines ehemaligen und schon seit langem nicht mehr benutzten Busdepots entstanden ist. Die ursprünglichen Materialien im Dialog mit den Baustoffen der zeitgenössischen Architektur respektieren die industrielle Berufung des Ortes und es gelingt dessen Umwandlung in ein Kulturprojekt.



Gri und Zucchi: Haus der Musik in Cervignano
Die Umnutzung eines alten Busdepots zum Haus der Musik durch die Architekten Gri und Zucchi in Cervignano del Friuli ist ein Projekt kulturellen Interesses, denn dank der Interaktion der Materialien bezieht das Ergebnis mit seinen neuen Formen die Kraft aus dem Original, um eine zeitgenössische Architektur zu schaffen. Diese doppelte Lesart stellt sicher, dass das Werk den Menschen bekannt erscheint, mehr geliebt und von daher stärker erlebt wird.
Restaurieren bedeutet nicht einfach eine Vergangenheit wieder herzustellen, deren Existenz keinen Sinn hat. Der Baukörper, einst ein Busdepot, hatte einen Wert als Teil der Geschichte der Industriearchitektur des Ortes, konnte aber nicht mehr ganz mit den ursprünglichen Bestimmungszwecken wiedergewonnen werden.
Die Kleinstadt benötigte hingegen ein Umfeld, das sich für Konzerte und Veranstaltungen öffentlichen Interesses eignete und hat in der historischen Architektur einen Anlass erkannt, um jene städtische Erneuerung vorzunehmen, von der so viel geredet wird und den Architekten Gri und Zucchi (GEZA) die Aufgabe anvertraut, die alte Beziehung zwischen der Architektur und der Stadt in zeitgenössischem Stil wieder herzustellen.
Das Backsteinmauerwerk des seit langer Zeit ungenutzten Gebäudes wurde restauriert und als Stütze des Dachs benutzt, das nach dem ursprünglichen Plan als Walmdach rekonstruiert wurde, wobei die Holzträger aber stärker geneigt wurden und das Dach dadurch höher wirkt.
Diese beiden Elemente als “antike” Präsenz haben bei den neuen Arbeiten, die sich durch die Verwendung von Stahl, Stahlbeton und Glas auszeichnen, zu einer einfacheren Akzeptanz der Gegenwartsarchitektur durch die Bürger geführt. So wurde also der schwarze Effekt des Stahls, der die fünf Bogenfenster der Nordfassade umrahmt, durch den Hintergrund des historischen Mauerwerks gemildert; hinter den Fenstern der Hauptfront überrascht der Anblick des unverputzten Betons der internen Trennwände, der Treppe und der Decke des ersten Stocks unter einem Walmdach, das noch die wiederverwendeten Dachziegel der ehemaligen Überdachung trägt.
“Ein neues Gebäude entsteht im Inneren des Bestands” erklären die Architekten “und trägt in sich alle notwendigen strukturellen und technologischen Lösungen. Dieses berührt die alte Struktur nicht, die sichtbar bleibt und durch den neuen Vergleich aufgewertet wird.”


Der Entwurf hat die Realisierung von zwei Stockwerken im Inneren des ursprünglichen Bauwerks vorgesehen, das dank des neuen unabhängigen Stahlbetontragwerks vier eigenständige und geschlossene Körper im Erdgeschoss für die Probenräume und ein doppelt raumhohes Atrium geschaffen hat mit einer Treppe, die zum Auditorium und den Technikräumen führt.

Mara Corradi


Entwurf: Gri e Zucchi Architetti Associati (GEZA)
Mitarbeiter: Stefania Anzil
Bauträger: Gemeinde Cervignano del Friuli
Ort: Cervignano del Friuli, Udine (Italien)
Tragwerksplanung: Studio Nuttassociati
Bruttonutzfläche: 750 Quadratmeter
Planungsbeginn: 2004
Ende der Bauarbeiten: 2011
Beschläge der Bogenfenster aus thermogeschnittenem Stahl mit Quarzsandfüllung und Doppelverglasung
Überdachung aus Dachziegeln unter Wiederverwendung des vorhandenen Dachs und Verkleidung aus Aluminiumblech
Tragwerk aus Stahlbeton und ursprüngliche Struktur aus Backstein
Fußboden aus mit Quarz verarbeitetem polierten Beton
Fußboden aus Eichenholz-Industrieparkett
Bildnachweis: © Massimo Crivellari

www.geza.it


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