02-03-2016

Bovenbouw: Neue Feuerwache in Berendrecht

Filip Dujardin, ,

Rotterdam,

Buros,

Holz, Zement,

Bei dem Projekt von Bovenbouw nimmt die Feuerwache von Berendrecht eine symbolische Rolle in der gesichtslosen Landschaft des Antwerper Hafens ein. Das belgische Architekturbüro Bovenbouw baut eine neue Feuerwache in Berendrecht über der sich eine Wohnetage befindet, die sich an John Körmeling inspiriert.



Bovenbouw: Neue Feuerwache in Berendrecht

In Berendrecht im Hafengebiet nördlich von Antwerpen, hat das belgische Architekturbüro Bovenbouw eine neue Feuerwache errichtet. Ein Gebäude mit einem vorrangig praktischen Zweck, das aber die Linien ihrer gestalterischen Poetik zum Ausdruck bringt. Die Feuerwache von Berendrecht löst sich von den kompositorischen Grenzen der Industriegebäude des Umfelds – die einer anonymen Peripherie, die in ihren visuellen Botschaften standardisiert ist und von wirtschaftlichen Zwängen bestimmt wird.
Das dreieckige Grundstück, auf dem das Bauwerk steht, ist zwischen den für die Hafentätigkeiten notwendigen Infrastrukturen eingeklemmt: die Eisenbahn auf zwei Seiten, die Straße Kruisweg und auch noch die Autobahn. Das sind regelrechte Grenzgebiete, wo die Gebäude eins neben dem anderen stehen und dabei einer merkantilistischen Logik folgen. Ideales Terrain, um die menschliche Rolle und die hier vorhandenen Nutzungsdynamiken zu hinterfragen.
Der Wunsch des Büros Bovenbouw ist es, sich von der verbreiteten Ästhetik abzusetzen, was dazu führt, auf experimentelle und provozierende Siedlungsmodelle zu schauen, wie sie etwa der niederländische Künstler John Körmeling vorschlägt, dessen utopische Architektur sich auf die Freiheit des Einzelnen reflektiert. Bekannt ist eines seiner neueren Werke, als er 2008 in Tilburg in den Niederlanden ein sich drehenden Haus im Zentrum eines stark befahrenen Kreisverkehrs realisiert hatte.

Das Büro Bovenbouw bezieht sich insbesondere auf die eigenen Installationen von Wohnkernen in Räumlichkeiten mit anderem Verwendungszweck, wie das Pioneer House aus dem Jahr 1999, eine Art Parasit, der auf dem Dach des Zollamts des Rotterdamer Hafens realisiert wurde. Der Kontrast zwischen Funktion und Stil der Arbeiten von Körmeling wird von den Architekten von Bovenbouw auch beim Projekt der Feuerwache verwendet um hier die Wohnetage in Bezug zu den beiden darunterliegenden und der Arbeit vorbehaltenen Ebenen aufzuwerten. Zu den wichtigsten Funktionen, also die Garage der Einsatzfahrzeuge mit Depot und den Büros für die Einsatzverwaltung, gesellt sich die Wohnung hinzu, wo den Feuerwehrleuten tagsüber ein Wohnzimmer, eine Küche, Schlafzimmer, eine Turnhalle und sogar ein echter Sportplatz zur Verfügung stehen. Im Erdgeschoss befindet sich die Garage, im ersten Stock hingegen die Büros, die Umkleideräume und die Duschen, praktisch als Übergang bzw. Filter zum letzten Stock, also den privateren Räumen.


Von der Struktur her gesehen ist die Architektur ein Betonskelett mit einem Treppenhaus auf der Südseite, das mit hochdämmenden Holzpaneelen (wärmebehandelte Kiefer) verkleidet ist. Was die Komposition betrifft, differenziert die Markierung zwischen den Etagen den operativen vom häuslichen Block, ohne diese dabei zu distanzieren: die horizontal verlaufenden Paneele machen vertikalen Paneelen Platz und hellere Farben folgen auf dunklere Hölzer. Das letzte Geschoss sieht auf den ersten Blick wie ein Aufsatz aus, der in Kontinuität und nicht nur in Nachbarschaft ausgeführt wurde und in der Tat eine andere Nutzung suggeriert. Das Konzept der Aufpropfung eines Wohnelements, das der primären Funktion der Architektur fremd ist und sich an John Körmeling inspiriert, zeigt sich ausdrücklich mit dem Einfügen des wohl symbolträchtigsten Blocks, d.h. des Sportplatzes an der Ecke, der mit distanzierten Holzleisten verkleidet ist: ein offenes und in den geschlossenen Umfang der Wohnetage eingebundenes Ambiente. Ein Treffpunkt und Ort der Geselligkeit dank des Sports und der Freizeit, der auf dem darunterliegenden Block wie ein Aussichtsturm hervorragt und Nachts wie eine leuchtende Fackel und Bezugspunkt in der Landschaft wirkt.

Mara Corradi

Architects: Bovenbouw Architectuur, Dirk Somers, Sidse Hald and Eline Aerts
Client: AG Vespa
Location: Kruisweg 22, 2040 Berendrecht (Belgium)
Structural design: UTIL struktuurstudies
Gross useable floor space: 1126 sqm
Internal area: 993 sqm
Lot size: 4156 sqm 
Competition (year): 2010
Start of work: October 2010
Completion of work: March 2014
Structure in: concrete skeleton + timber frame construction
Facades in: thermally modified pinewood
Indoor surfaces: wall finishing in concrete block masonry / OSB
Floors: polished concrete
Energy: K30
Photographs: Filip Dujardin, http://www.filipdujardin.be

www.bovenbouw.be


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