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Shuhei Endo


Biografie

Unter den aufstrebenden japanischen Architekten platziert sich Shuhei Endo (1960) dank unzähliger Arbeiten des von ihm gegründeten Architekturbüros Paramodern ganz vorne.
Seinen Hochschulabschluss erwirbt Endo 1986 an der Kyoto University of Art. Er arbeitet mit dem Architekten Osamu Ishii zusammen, aber seinen Lernprozess haben laut Endo hauptsächlich die vielen Studienreisen geprägt, die er im Laufe der Jahre in ganz Japan und anderswo unternommen hat.
Zwei Jahre nach dem Hochschulabschluss gründet er sein eigenes Büro und lehrt an den Universitäten von Boston, Tianijn, Kobe.

In seiner Projektforschung „verbindet“ Endo „Elemente der japanischen und westlichen Tradition, und schafft fließende und dynamische Räume, in denen sich die Grenzen zwischen innen und außen und den traditionellen Elementen der architektonischen Ausdrucksweise fast auflösen“ (Treccani).
Endo selbst hat mehrfach betont, wie wichtig es sei, in die antike Vergangenheit der (griechischen, römischen, ägyptischen und traditionellen japanischen) Architektur zu schauen, um auch heutzutage Anregung und Kreativität zu finden.

Sehr bezeichnend ist die Wortwahl für seine Werke: Halftecture, Rooftecture, Slowtecture, Skintecture, Springtecture sind einige der Namen, die für den Architekten „formale und strukturelle Eigenheiten seiner Bauwerke zusammenfassen (...), deren kennzeichnendes, innovatives und persönliches Merkmal in der Wahl des Materials liegt: ökonomisch, standardisiert, widerstandsfähig, flexibel, polyvalent, recycelbar” (Suzuki).
Diese Werke sind laut Endo nicht brillant „wie die großartigen Villen von Ibiza, oder futuristisch wie die Wolkenkratzer von Dubai, sie erweisen sich aber als moderner, da sie besser zum Kontext der Welt passen, in der wir leben“.

Endos Antwort auf eine Welt, in der der Klimawandel besonders in einem Land wie Japan das Überleben aufs Spiel setzt, sind Gebäude wie das Sportzentrum und der Logistik-Hub für den Fall von Naturkatastrophen - Slowtecture M in Miki (2007) und das Tsunami-Warnzentrum in Minamiawaji (2010).
Sein architektonisches Werk folgt kontinuierlich „einer radikal anderen Richtung als jener des internationalen Styles, der die Globalisierung voraussetzt. Gleichzeitig hat es aber auch nicht im Geringsten mit der Sehnsucht nach den Architekturstilen der Vergangenheit zu tun (…) Endos architektonische Kreativität ist nicht das Ergebnis eines sehnsüchtigen Liebäugelns mit der Andersartigkeit, dem Ort, der Tradition“, sondern wertet auch „die Liebe für das, was sich als Gutes und Antikes in der Tradition findet“ auf (H. Suzuki).

Nach einigen interessanten Projekten mit Stahlwellblech (die öffentlichen Toiletten Springtecture H in Singu-cho und das Projekt des Kunstmuseums Springtecture A in Aomori zwischen 1998 und 2000) erweisen sich die ersten Erfahrungen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre als besonders bedeutsam, darunter Bahnüberdachungen, kleine Hallen und private Residenzen.
Aber es sind die komplexeren, nach der Jahrhundertwende in Japan vor allem in der Präfektur Hyōgo realisierten Werke, durch die Endo die Aufmerksamkeit der internationalen Kritik auf sich zieht, darunter das Kulturzentrum in Maihara-cho (2002) und das Krematorium von Taishi-cho (2003).
Es handelt sich um Werke, in denen Endo „neue ausdrucksstarke Formen, begleitet von der Suche nach neuen Materialien und technischen Lösungen“ sucht.
Parallel zu diesen Arbeiten von deutlicher und starker Wertigkeit wagt sich Endo auch an Bauten mit künstlerischem und pädagogischem Charakter, darunter die Kulturzentren in Maihara (2002) und Guangzhou Huadu, China (2008) und das Kunstmuseum in Oita (2011).

Bubbletecture M in Maihara (2003) ist ein Kindergarten, dessen Tragwerk aus die Räumlichkeiten trennenden Zementblöcken besteht, während das Dach in Muschelform mit großen dreieckigen Figuren gebaut ist. Trotz seiner eindeutigen geometrischen Kohärenz enthüllt das Gebäude seine ganze Ausdruckskraft im hellen Open Space, der nicht nur eine große Gestaltungsfreiheit der Räume ermöglicht, sondern vor allem den Kindern äußerst viel Anregung für Spiel und Fantasie bietet.
Zu den zahlreichen Preisen gehören der Architecture Exhibition Special Award auf der 9. Biennale di Venezia für das Werk Springtecture B (2004); der IOC/IAKS Award und der IPC/IAKS Distinction für Slowtecture M im Jahr 2011.
Zu den seinen Werken gewidmeten Publikationen gehört das von Electa (2013) anlässlich der persönlichen Mailänder Ausstellung herausgegebene Band Shuhei Endo - Architettura paramoderna.
 
Shuhei Endo: Berühmte Werke und Projekte
 
- Bourbon Head Office, Kashiwazaki City (Giappone), 2015
- Arktecture M - Istituto di formazione artigianale, Himeji (Giappone), 2012
- Looptecture A - Teatro e centro accoglienza, Minamiawaji (Giappone), 2012
- Edifici residenziali Rooftecture: M’s R e M’s S, Osaka, 2007; HH, Hyogo, 2010; OT2, Osaka, 2012
- Museo d’Arte, Oita (Giappone), 2011
- Centro prevenzione e controllo Tsunami - Looptecture F, Minamiawaji (Giappone), 2010
- Centro Culturale e Artistico, Guangzhou Huadu (Cina), 2008
- Centro sportivo e hub logistico in caso di calamità - Slowtecture M, Miki (Giappone), 2007
- Metropolitan Opera House, Taichung (Taiwan), 2005
- Crematorio Rooftecture C, Taishi-cho (Giappone), 2003
- Asilo d’infanzia, Bubbletecture M, Maihara (Giappone), 2003
- Centro culturale Slowtecture S, Maihara (Giappone), 2002
- Fabbrica e uffici Rooftecture U, Okayama (Giappone), 2001
- Edificio per uffici Rooftecture K, Nishinomiya (Giappone), 2000
- Edificio per uffici Rooftecture H, Himeji (Giappone), 1998
- Stabilimento termale Rooftecture Y, Hymasaki-cho (Giappone), 1998
- Padiglione di servizio Springtecture H, Shingu (Giappone), 1998
- Centro Culturale Rooftecture O, Shimizu-cho (Giappone), 1998
- Pensiline ferroviare Transaction O, Sakai, e Halftecture F, Fukui (Giappone), 1997
- Centro di ricerca ittico Skintecture, Singu-cho (Giappone), 1996
 
Offizielle Webseite
 
www.paramodern.com


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