12-09-2011

Neutelings Riedijk: Museum Aan De Stroom

Neutelings Riedijk Architects,

© Filip DUJARDIN,

Belgien,

Museen,

Holz, Glas, Stein,

Messen,

Im Rahmen der Sanierung des alten Viertels Eilandje, bei der vor Kurzem zahlreiche und renommierte Büros tätig waren, darunter auch das von David Chipperfield, haben die Architekten Neutelings Riedijk das neue Museum der Stadtgeschichte an der Schelde realisiert, wo die Sprache der Werkstoffe den Turmkörper entmaterialisiert und diesen über die Hafenbauten als ein neues Wahrzeichen der Stadt emporragen lässt.



Neutelings Riedijk: Museum Aan De Stroom
Das neue Museum, das der Geschichte der Stadt Antwerpen gewidmet ist, wurde im Zentrum des alten Stadtviertels Eilandje errichtet, bei dem es sich um ein altes, von Wasser umgebenes Hafengebiet handelt, von dem aus im 16. Jahrhundert die große Stadterweiterung begonnen hat. Mit dem Wunsch, bei den eigenen Wurzeln neu zu beginnen um sich als Stadt europäischer Tragweite zu präsentieren, hatte die Stadtverwaltung im Jahr 2000 einen Wettbewerb für die Realisierung des MAS ausgeschrieben, eines Museums für Lokalgeschichte, das zugleich als Denkmal für die kulturellen Projekte der Stadt dienen sollte. Unter Erfüllung des Wettbewerbsgeistes konnte das siegreiche Büro Neutelings Riedijk aus Rotterdam um die Museumssäle verschiedene Nebenaktivitäten planen, wie die Cafeteria, das Restaurant hoch oben, Räumlichkeiten für öffentliche Veranstaltungen, zusätzliche Pavillons und den Außenplatz.
Die Architektur von Neutelings Riedijk, die 2010 eingeweiht wurde, ist ein 60 Meter hoher Turm, der gegenüber den niedrigen Hafenbauten von Eilandje eine Hauptrolle einnimmt, dabei aber den Dialog nicht verliert, der sorgfältig in den Rhythmen der Ausfachungen und der Öffnungen der vier Fassaden geplant ist - alle anders und das Resultat der internen Verteilung der Ausstellungsetagen, wo sich die Museums- und Diensträume mit Aussichts-Innenhöfen abwechseln. Die Planer haben deutlich die Ausstellungssäle, die aus Gründen der Aufbewahrung der historischen Materialien vor Licht geschützt und deshalb geschlossen sein müssen, von den Räumlichkeiten unterschieden, die der Verteilung, der Entspannung und vor allem der Beziehung mit dem Umfeld dienen, die deshalb im Gegensatz zu den Erstgenannten komplett transparent gestaltet wurden und von Außen die verglasten Abschnitte der Fassade kennzeichnen. Diese Entscheidung sieht man deutlich bei der Betrachtung der Grundrisse der einzelnen Stockwerke, die ? je höher man gelangt ? sich um 90 Grad um einen großen zentralen Raum drehen, in dem die Aufzüge, die Fluchttreppen und die Gebäudelogistik untergebracht sind.
Die gleichmäßige und monolithische Geometrie des Turms mit seinem quadratischen Grundriss wird von einem Außen stehenden Betrachter nicht wahrgenommen, der hingegen von den farblichen Abstufungen des indischen roten Sandsteins angezogen wird, der für die Verkleidung benutzt wurde sowie von der verzerrten Vision der Glasteile. Die Fassaden sind mit handgeschnittenen und polierten Paneelen aus Sandstein verkleidet, der aus Agra in Indien stammt und vier verschiedene Rottöne aufweist, die nach einem zufälligen Modell verlegt wurden. Wände, Fußböden und Decken der Galerien sind mit diesen gleichen roten Sandsteinpaneelen verkleidet, um den bildhauerischen Charakter des Körpers zu betonen, so wie auch der Platz und die Pavillons, mit denen das Bauwerk ein einheitliches Projekts bildet. Mit dem Stein wechseln sich Flächen aus Glas ab, die mit großformatigen Wellplatten mit S-förmigem Querschnitt (5,5 Meter Höhe auf 1,80 Meter Breite) gestaltet sind: stabil und selbsttagend dank der Querschnittstiefe von 60 cm, haben diese Platten es gestattet, die Fenster zu eliminieren, was einen beeindruckenden Effekt der Leichtigkeit und Solidität verleiht.
Die Klimatisierung achtet nicht nur auf die Bewahrung und Nutzung der Werke, sondern ist auch besonders nachhaltig: Das MAS wird von dem Wasser aus dem nahegelegenen Becken Bonapartedok gekühlt, ohne zusätzliche Energiekosten.

Mara Corradi

Entwurf: Neutelings Riedijk Architects
Bauherr: Stadt Antwerpen mit AG Vespa
Ort: Hanzestedenplaats, Antwerpen (Belgien)
Tragwerksplanung: Bureau Bouwtechniek, ABT België
Grundstücksgröße: 20000 m2
Wettbewerb: 2000
Projektbeginn: 2000
Ende der Bauarbeiten: 2010
Bauunternehmen: THV MAS
Flächen aus Naturstein: BTA
Flächen aus gebogenem Glas: Sunglass
Fertigbauteile aus Beton: Prefadim
Ortbeton: Casais
Holzfußböden: Rudy de Keyser Wood Industry
Fotos: © Sarah Blee, Scagliola/Brakkee, Filip Dujardin

www.neutelings-riedijk.com

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