18-03-2020

Nachruf auf Henry Cobb, der Architekt des John Hancock Tower von Boston

Pei Cobb Freed & Partners,

Wolkenkratzer,

Etwa ein Jahr nach dem Tod seines Kollegen und Büropartners IM Pei, ist am 2. März der amerikanische Architekt Henry Cobb mit 93 Jahren verstorben. Er galt als einer der großen Architekten unserer Zeit, der John Hancock Tower in Boston war eines der berühmtesten Werke seiner langen Karriere. In Italien hatte er mit der Firma Pei Cobb Freed & Partner den Palazzo Lombardia, Sitz des gleichnamigen Regionalrats, realisiert.



Nachruf auf Henry Cobb, der Architekt des John Hancock Tower von Boston

Der John Hancock Tower, das höchste Gebäude in Boston seit seiner Errichtung 1976, ist eines der berühmtesten Werke der langen Karriere von Henry Nichols Cobb, dem berühmten amerikanischen Architekten, der kürzlich verstorben ist und Gründungspartner des internationalen Architekturbüros Pei Cobb Freed & Partners war. Die Nachricht, die in einem Kommuniqué auf der offiziellen Website des Büros veröffentlicht wurde, wurde von Kondolenzbotschaften von Institutionen, Architekten und Exponenten der internationalen Kultur begleitet, darunter der Tweet des bekannten Architekturkritikers Paul Goldberger, der schrieb: “Eine herzzerreißende Nachricht. Einer der großen Architekten unserer Zeit, ein Mann von Anstand, Großzügigkeit des Geistes und Eloquenz, die seinem enormen Talent entsprechen. Seine ruhige und diskrete Art hat ihn in der Welt der Architektur noch außergewöhnlicher gemacht.”.
Henry Cobb wurde am 8. April 1926 in Boston geboren, machte 1947 seinen Abschluss am Harvard College und schloss 1949 sein Studium an der Harvard University Graduate School of Design ab. Dieselbe Universität, an der er den Dozenten Ieoh Ming Pei, damals sein Kollege und Studienpartner, kennen gelernt hatte und an die er von 1980 bis 1985 als Dozent und Präsident der Abteilung für Architektur zurückgekehrte.
In seinem langen Leben hatte Henry Cobb wichtige Titel erhalten wie: den Ehrentitel des Bowdoin College und der Eidgenössischen Technischen Hochschule, Architect in Residence an der American Academy in Rom, Mitglied wichtiger amerikanischer Institutionen wie dem American Institute of Architects, der American Academy of Arts and Letters, der American Academy of Arts and Sciences und Akademiker der National Academy of Design, einer New Yorker Vereinigung zur Förderung der schönen Künste in Amerika.
Für seine Arbeit als Architekt und Lehrer gab es zahlreiche Auszeichnungen: den Arnold W. Brunner-Gedächtnispreis für Architektur, die Topaz-Medaille für herausragende Leistungen in der Architekturausbildung. Ebenfalls im Jahr 2013 verlieh ihm der Council on Tall Buildings and Urban Habitat (CTBUH) den Lynn S. Beedle Award, eine Auszeichnung für herausragende Beiträge zur Förderung von hohen Gebäuden und der städtischen Umwelt während seiner gesamten beruflichen Laufbahn. Henry Cobb hat 70 Jahre seiner Karriere der Gestaltung von Wolkenkratzern gewidmet. Zunächst mit dem Büro I.M. Pei & Associates, das er 1955 mit Pei und Eason H. Leonard gegründet hatte und dann ab 1989 mit Pei Cobb Freed & Partners, das Büro dessen letzter noch lebender Gründungspartner er war. Der Architekt James Ingo Freed verstarb 2005 im Alter von 75 Jahren und vor knapp einem Jahr, im Mai 2019, ist der Architekt Ieoh Ming Pei, der bekannteste Architekt des Büors und der Gewinner des Pritzker Architecture Prize 1983, des Nobelpreises der Architektur, im Alter von 102 Jahren gestorben.
Trotz seines beachtlichen Alters hatte sich Cobb noch nicht aus seiner beruflichen Tätigkeit zurückgezogen. Das International African American Museum in Charleston, South Carolina, USA, ist eines seiner laufenden Projekte. 2018 präsentierte er die Publikation Henry N. Cobb: Words & Works 1948-2018: Scenes from a Life in Architecture, die den Projekten gewidmet ist, die er während seiner gesamten beruflichen Laufbahn realisiert hat.
Die lange Liste seiner Werke, wie vom CTBUH anlässlich der Verleihung des Lynn S. Beedle Award 2013 aufgeführt, umfasst: Place Ville Marie, Montreal (1962); State University College in Fredonia, New York (1968); John Hancock Tower, Boston (1976); Portland Museum of Art, Portland, Maine (1983); Fountain Place, Dallas (1986); Graduate School of Management, UCLA (1995); John Joseph Moakley United States Courthouse and Harborpark, Boston (1998); ABN AMRO Bank Head Office, Amsterdam (1999); College-Conservatory of Music, University of Cincinnati (2000); Tour EDF, Parigi (2001); National Constitution Center, Philadelphia (2003); Center for Government and International Studies, Harvard University (2005); Torre Espacio, Madrid (2008); Butler College Residence Halls, Princeton University (2009); Goldman Sachs Global Headquarters, New York City (2009). In Italien hatte er in Mailand den Palazzo Lombardia, den 2013 fertiggestellten Sitz des Regionalrats entworfen.

(Agnese Bifulco)

Pei Cobb Freed & Partners
https://www.pcf-p.com/


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