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Marcos Novak


Biografie

Marcos Novak (1957), ein vielseitiger Künstler, Komponist und Architekt, wurde in Caracas geboren und studierte Architektur mit Schwerpunkt auf Industriedesign. Als Forscher an der University of Austin in Texas widmet er sich seit Anfang der 80er Jahre dem Verhältnis von Informatik und Bauwesen.

Als Vertreter der „nicht-traditionellen“ Architektur geht seine gestalterische Reflexion auf die Suche nach den räumlichen Möglichkeiten neuer digitaler Technologien, algorithmischer Kompositionen und Musik zurück.
Novak theoretisiert bei der Analyse der Zusammenhänge insbesondere die „Hypersurfaces“, bei denen „Unsichtbarkeit und Virtualität“ hybrid vermischt sind.
Seine ursprüngliche berufliche Laufbahn führte ihn zu neuen Konzepten und Begriffen, vor allem „flüssige Architektur“ und „Transarchitektur“, zu denen noch „navigierbare Musik“, „bewohnbares Kino“, „Archimusik“" und einige andere hinzukamen, die seine Designmethodik klar abgrenzen.

Unter diesen Neologismen sticht der Begriff  „flüssige Architektur“ hervor, der im Buch Architetture liquide nel cyberspazio (1993) geprägt wurde.
Novak schreibt, dass sich der Begriff „flüssig“, hier im Kontext Architektur, auf eine „animistische, animierte, metamorphe Einheit bezieht, die über die Grenzen von Kategorien hinausgeht und die kognitiv Operationen des poetischen Denkens erfordert. Der Cyberspace ist flüssig. Flüssiger Cyberspace, flüssige Architektur, flüssige Städte. Flüssige Architektur ist etwas mehr als kinetische Architektur und Roboterarchitektur, eine Architektur aus festen Teilen und variablen Bindungen. Flüssige Architektur ist eine Architektur, die atmet und pulsiert. […] Flüssige Architektur produziert flüssige Städte, Städte, die sich mit zunehmendem Wert verändern, in denen Besucher mit unterschiedlichem Hintergrund unterschiedliche Landschaften sehen, in denen sich die Umgebung mit gemeinsamen Ideen verändert und sich entwickelt, wenn Ideen reifen oder sich auflösen.“

Der Begriff „Transarchitektur“ beschreibt stattdessen „eine Transformation oder eine Transmutation der Architektur hin zum Bruch des Gegensatzes von Physischem und Virtuellem und den Vorschlag eines Kontinuums, das von einer physischen Architektur über eine technologisch verbesserte Architektur bis hin zu einer Architektur des Cyberspace führt. Transarchitektur ist als eine Möglichkeit zur Erweiterung und Stärkung des Zwecks und der Relevanz von Architektur im Informationszeitalter zu sehen, die es uns ermöglicht, alternative Wege zu den engen Grenzen der Disziplin des Bauens zu prüfen. Transarchitektur untersucht Aspekte des technologischen und theoretischen Fortschritts des Raums und deren Beziehung zur Erforschung verschiedener räumlicher Muster, die bisher unmöglich zu verfolgen waren. Computer sollten sowohl als Werkzeuge zur Untersuchung dieser räumlichen Muster als auch als Schöpfer von Instanzen für eine neue Architektur betrachtet werden“ (Babele 2000, 2007).

Der eigentliche Begriff der Architektur für Novak „ist ein hypererweitertes Konzept, das die Identitätsseele ihrer Funktion, den Aufbau neuer Strukturen, dazu bringt, sich zu vertiefen, bis sie die physischen Grenzen derselben Struktur und Form überschreitet“ (T. De Feo).
Ausgehend von diesen rein theoretischen Postulaten hat Novak zahlreiche Prototypen, Laboratorien und reale Installationen entworfen, die durch mechanische Mittel flüssige Architekturen bleiben und so den Eindruck erwecken, zwischen der physischen und der virtuellen Welt (Transarchitekturen) platziert zu sein, die von den Nutzern auch durch Sensoren „genutzt“ werden.

Neben zahlreichen Konferenzen und Tagungen zu digitalen Themen hat Novak an zahlreichen internationalen Ausstellungen in Museen und Galerien auf der ganzen Welt teilgenommen, darunter an der 7. und 9. Internationalen Architekturausstellung der Biennale in Venedig (2000 und 2004).
Die Installation „Invisible Architectures“ erforschte und hinterfragte auf seiner ersten Biennale im Jahr 2000 sein Werk eines unsichtbaren Raumes. „Die Installation basiert auf der Schaffung eines Raumanteils, der sich völlig vom umgebenden Raum unterscheidet und unsichtbar und doch gleichzeitig vorhanden ist“ (Drawing/Drawing ideas images, Nr. 50/2015).

Unter Novaks Publikationen sticht das bereits erwähnte Werk Cyberspace hervor: First Steps (1991; in ital. Architetture liquide nel cyberspazio, 1993), übersetzt in viele Sprachen und aufgenommen in verschiedene Anthologien von Dokumenten zum Thema Digital.
Er lehrt seit 1983 an zahlreichen Universitäten: Ohio State University in Columbus OH, UCLA Los Angeles CA, University of Texas, Austin TX, University of Wales UK, Art Center College of Art and Design, Pasadena CA. Marcos Novak ist derzeit Professor an der University of California in Santa Barbara.
 
Marcos Novak: Berühmte Werke und Projekte
 
- Turbulent Topologies, Palazzetto Tito, Venezia (Italia), 2008
- Web-Event Trans-ports (con K. Oosterhuis e O. Bouman) NAi (Netherlands Architecture Institute), Rotterdam (Olanda), 2000
- Archilab, Frac Centre, Orléans (Francia), 2000
- Invisible Architectures, Venezia (Italia), 2000
- Continuum 001, Centre for Contemporary Arts, Glasgow (Scozia), 2000
- Stand der Dinge/ Virtuelle Entwicklungen, Künstlerhaus, Vienna (Austria), 1999
- Brasmitte: Interventions in Megacities, SESC Belenzinho Sao Paulo (Brasile), 1999
- Transarchitectures 02-03, sedi varie, tra cui NAi (Netherlands Architecture Institute), Rotterdam (Olanda); Institute Francaise d’Architecture, Parigi (Francia); Centre de Design de l’UQAM University of Quebec Montreal (Canada); 1997-1998
- Variable Data Forms, 1999
- Paracube, 1998
- Data-Driven Forms, 1997
- Dancing With The Virtual Dervish: Worlds in Progress, Banff Center, Alberta (Canada), 1991-1994


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