14-09-2016

Herzog & de Meuron: Erweiterung des Museums Unterlinden in Colmar

Herzog & de Meuron,

Ruedi Walti,

Museen,

Design, gleichzeitig,

Ziegel,

Arts,

Mit der Erweiterung des Museums Unterlinden in Colmar realisieren Herzog & de Meuron die Räumlichkeiten für die Kollektionen der Modernen Kunst und Wanderausstellungen. Colmar hat mit einem Werk, das sich in Kontinuität mit den Formen und Proportionen des historischen Musée Unterlinden einreiht, die Wiedereröffnung des Flüsschens Sinn und den neue Unterlinden-Platz erhalten.



Herzog & de Meuron: Erweiterung des Museums Unterlinden in Colmar

Die Erweiterung des Museums Unterlinden in Colmar, Elsass, wurde von Jacques Herzog & Pierre de Meuron mit dem Interesse an der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und im Hinblick auf die Schaffung eines neuen Unterlinden-Platzes zwischen den alten und neuen Museumsbauten behandelt. Das Museum Unterlinden wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts in dem ehemaligen Konvent der Dominikaner-Schwestern errichtet und ist vor allem für seine altdeutschen Meisterwerke bekannt, wie dem Altar von Issenheim von Matthias Grünewald. Nach rund 150 Jahren mit Ausstellungen, die vorwiegend der alten Kunst und deren Manufakten gewidmet war, zielt die Erweiterung von Herzog & de Meuron auf die Aufnahme von Werken der modernen Kunst und von Wanderausstellungen und möchte dabei auch eine neue architektonische und städteplanerische Einheit schaffen.

Der zeitgenössische Eingriff vollendet nämlich einen zweiten architektonischen Block, der zum historischen Block spiegelgleich in seinen Proportionen zu Flüsschen Sinn ist, das durch die Altstadt fließt und dank dieses Projekts wieder geöffnet wurde. Dadurch entsteht ein Zeichen öffentlichen Interesses im Stadtbauplan. Auf der einen Seite finden wir die restaurierte Fassade der Gebäude des mittelalterlichen Klosters. Hier befindet sich auch der Eingang des Museums mit dem wunderschönen gotischen Kreuzgang und der dem Hl. Johann unter der Linde (daher der Name des Museums) geweihten Kapelle. Auf der anderen Seite, hinter der Sinn, steht das sanierte Stadtbad ("La Piscine”) und der neue Baukörper von Herzog & de Meuron, das T-förmig zum erstgenannten Bau angeordnet ist. Zusammen mit einer Mauer schließen diese das Gelände und führen wieder zum Verbindungspunkt mit dem Kanal. Hier, auf dem neuen Unterlinden-Platz bauen die Planer ein zweites Zeichen als Hinweis auf das Museum, ein kleines Häuschen, das in seinen Formen an die einst hier stehende Mühle verweist. Heute verwandelt diese sich eine Art Aussichtsplattform und gibt den Passanten mit dem großen Fenstern auf den Platz die Möglichkeit, die unterirdische Ausstellungsgalerie zu betrachten, welche den neuen Flügel mit dem alten Flügel des Museums Unterlinden verbindet.
Der Ackerhof, das neue Gebäude neben dem alten Stadtbad inspiriert sich in der Form und den Volumen an der Kapelle St Johann unter der Linde, die in der gleichen Position an der gegenüberliegenden Seite des Geländes steht. Das Giebeldach und die außerordentliche Höhe von 11,5 Metern schaffen ein beeindruckendes Ausstellungsambiente mit einer Räumlichkeit, die der der angrenzenden Kapelle ähnelt und auch von den spitzbogigen Türen und Fenstern aufgenommen wird.
Mit den Museumsräumen, die dem 19. und dem 20. Jahrhundert gewidmet sind, schließt sich der Ackerhof an die Anlage des alten Stadtbads an, in der heute die Museumsverwaltung, eine Bibliothek, eine Cafeteria und das Fremdenverkehrsbüro von Colmar untergebracht sind. Der so realisierte Hof wird von einer Backsteinmauer umfriedet, die sich in dem kleinen Häuschen fortsetzt und die Backsteine der Kapelle aufnimmt. Außerdem entsteht so ein Verweis auf den Klosterkreuzgang, mit dem Unterschied, dass hier die laizistische Spiritualität einen Obsthain gepflanzt hat, ein Wald aus ordentlich auf einem Boden aus Stein und Backstein angelegten Apfelbäumen.


Das kleine Haus lädt die Passanten zum Besuch des neuen Ausstellungsflügels des Ackerhofs ein, der die gleiche formale Sprache spricht: das Kupferdach, die Backsteinmauern, die extreme formale Reinheit, die großen schrägen Oberflächen, der an der Gotik der vorhandenen Anlage inspirierten Strenge.

Mara Corradi

Architects: Herzog & de Meuron
Partners: Jacques Herzog, Pierre de Meuron, Christine Binswanger (Partner in Charge)
Project Team: Christoph Röttinger (Associate, Project Director),
Christophe Leblond (Project Manager), Marco Zürn (Project Manager), Edyta Augustynowicz (Digital Technologies), Farhad Ahmad (Digital Technologies), Aurélien Caetano, Delphine Camus, Tim Culbert, Arnaud Delugeard, Carlos Higinio Esteban, Judith Funke, Daniel Graignic Ramiro, Yann Gramegna, Wolfgang Hardt (Partner), Thorsten Kemper, Aron Lorincz (Digital Technologies), Donald Mak (Associate), Severin Odermatt, Valentin Ott, Alejo Paillard, Nathalie Rinne, Jordan Soriot, Raul Torres Martin (Digital Technologies), Guy Turin, Paul Vantieghem, Maria Vega Lopez, Caesar Zumthor.
Partner Architect: DeA Architectes, Mulhouse, France
General Planning: Herzog & de Meuron SARL, France
Structural Engineering: ARTELIA, Oberhausbergen, France
Acoustics: Echologos, Livry-Louvercy, France
Cost Consultant: C2Bi, Strasbourg, France
Facade Engineering: PPEngineering, Basel, Switzerland, Prof. Jäger, Dresden, Germany
Lighting Consultant: Arup, London, UK
Signage: NEWID, Basel, Switzerland
Landscape Consultant: Cap Vert Ingénierie, Grenoble
Tree Consultant: August Künzel Landschaftsarchitekten, Basel, Switzerland
Museography: Jean-François Chevrier, art historian, assisted by Élia Pijollet, Paris, France

Location:  1 Rue d'Unterlinden, Colmar, France
Competition: 2009
Design: 2010-2012
Construction: 2012-2015
Inauguration: 23-01-2016
Site Area: 14,385 sqm
Gross Floor Area (GFA): 7,700 sqm
Client: City of Colmar, France

Facade Ackerhof and little house brick: Gima - Girnghuber GmbH, Marklkofen, Germany
Cloister Lime Render: Scherberich SA, Colmar, France
Roof Ackerhof and little house Copper: Schönenberger, Colmar, France
Flooring Ackerhof and underground gallery White concrete floors: Grepi, Bussy St Georges, France
Chapel Oak parquet: Singer Parquets, Griesbach au Val, France
Pavement Place Unterlinden and courtyard: 
Sandstone Pavement: Colas Est, Pfastatt, France
Sandstone blocks and canal: GFC, Turckheim, France

Furniture
X-Hocker, designed by Herzog & de Meuron
Benches Moma, designed by Herzog & de Meuron
Door Handle, designed by Herzog & de Meuron
Desk, Table, Shelves (Entrance hall, Shop, Cafeteria), designed by Herzog & de Meuron

Lighting
Unterlinden Lamp, produced by Artemide, designed by Herzog & de Meuron
ACT, produced by Regent, designed by Herzog & de Meuron
ACT, adapted for museography, white/black aluminium, produced by Regent, designed by Herzog & de Meuron
Gota Lamp, produced by Salvi, designed by Herzog & de Meuron
Lunar, produced by Flos, designed by Konstantin Grcic
Poku, glass, produced by Regent

Photos by: © Ruedi Walti, © Peter Mikolas, © Christian KEMPF, Musée Unterlinden

https://www.herzogdemeuron.com


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