26-08-2016

Chiba Manabu: Sugar Housing in einer Kunstgalerie in Tokio

Chiba Manabu Architects,

Setagaya, Tokio,

Eigentumswohnungen, Housing,

gleichzeitig,

Die Werte der Natur und der Kunst mit der Funktion des Wohnens zu verknüpfen – das ist das Ziel von Chiba Manabu Architects und dem Sugar Project Collective Housing. Auf einem Grundstück in Setagaya, Tokio, steht dieses Wohnexperiment von Chiba Manabu wo 8 Einzimmer-Apartments eine Open-Air-Kunstgalerie teilen.



Chiba Manabu: Sugar Housing in einer Kunstgalerie in Tokio

In Setagaya, dem zweitgrößten Stadtviertel von Tokio, steht das Sugar Project Collective Housing des Büros Chiba Manabu Architects. Das Sugar Project Collective Housing ist ein architektonisches Experiment, das die Koexistenz von kleinen Wohneinheiten mit einem Raum für Kunst kombiniert. Ziel ist es, die Wohnerfahrung zu verbessern und die Kunst in eine tägliche Präsenz zu verwandeln, die sich nicht mehr von der Routine unterscheidet und dabei den Künstlern ein konstantes und dabei vielgestaltiges Publikum in den Mietwohnungen bietet.
Diese doppelte Seele des Gebäudes – öffentlich und privat – spiegelt sich auch in der Form der Architektur, die auf der einen Seite die Dimensionen der Wohnungen im engmaschigen urbanen Kontext annimmt, in den sich das Projekt einfügt, und zum anderen herausragende Elemente liefert, die die Aufmerksamkeit katalysieren und aus dem Werk eine Landmarke im Viertel machen.

Das Sugar Project Collective Housing steht auf einem quadratischen Grundstück, das zwei Ecken auf die öffentliche Straße hat und entwickelt sich auf drei zweigeschossigen Gebäuden aus Beton und Glas, die über einen gemeinsamen Innenhof miteinander verbunden sind. Die Obergeschosse lassen sich nur über externe Treppen und Balkone erreichen, die wiederum den Zugang zu zwei Gebäuden gleichzeitig ermöglichen. Bei den acht Wohneinheiten handelt es sich um Einzimmer-Apartments, die mit besonderer Aufmerksamkeit auf den Schutz der Privatsphäre gestaltet wurden. Dabei wurden direkt gegenüberliegende Ausblicke vermieden und die Sicht auf das urbane Umfeld bevorzugt. Ganze Betonplatten wechseln sich mit großen raumhohen Verglasungen in einer geometrischen und minimalen Komposition ab. Das Weiß des getünchten Betons und die Spiegelungen und Transparenzen des Glases haben die Gestalter an drei Stücke Würfelzucker denken lassen, daher der Name des Projekts. In den Innenräumen finden wir die zeitgenössischen japanischen Wohnelemente, von den reinweißen Gipskartonwänden zum hellen Holzparkettboden bis zum vom Schlafzimmer nur durch eine transparente Wand abgetrennten Bad. 
Das natürliche Element in diesem Collective Housing ist ein Kirschbaum, der schon 70 Jahre alt ist, ein Wahrzeichen des Viertels, der während des Baus gerettet und perfekt in die Architektur integriert wurde mit einem kleinen, von Steinen umfriedeten Erdhügel an der Ostecke des Grundstücks. Von der Straße wird er mit einem Bambuszaun geschützt, den die Künstler des von Hiroshi Sugimoto gegründeten New Material Research Laboratory gestaltet haben. Die grünen Blätter sind von Außen, aber auch von den Wohnungen aus gut sichtbar und tragen zur Aufwertung des öffentlichen Images des Werks bei.


Hier befindet sich auch der Mittelpunkt des künstlerischen Weges zwischen den Wohneinheiten, der praktisch an “die Türen” der Apartments klopft und deren Mauern aus Ausstellungssysteme benutzt. Auf einer dieser Wände finden wir beispielsweise das bekannte Kunstwerk “With the advent of Radio Astronomy…(Grey)” von Cerith Wyn Evans.
Das komplette Fehlen von Dekorationen – bei der Architektur genauso wie bei der Einrichtung – erzeugt einen Raum ohne persönliche Note, eine White Box, deren Besitz sowohl der Mensch als auch die Kunst ergreifen kann. So wie im Falle der vorhandenen Fotografien, bei denen das intensive gelbe Licht der Innenräume die Architektur in eine Light Box verwandelt, also in ein auf seine Weise ausdrucksstarkes Werk. Natur, Kunst und Wohnen als Funktionen eines Alltags ohne Überbau und ohne weitere Bedürfnisse als eben diese. 

Mara Corradi

Architects: Chiba Manabu Architects
Client: Individual
Location: Setagaya-ku,Tokio
Structural Engineer: Kanebako Structural Engineers
Mechanical Engineer: Kankyo Engineering INC.
Garden design: New Material Research Laboratory
Gross useable floor space: 251.04 sqm
Lot size: 241.51sqm
Start of work: October 2012
Completion of work: August 2014
Structure in: Wall-type reinforced concrete
Facades in: Silicate coated exposed concrete
Indoor surfaces: Plaster board
Artworks:
“Saigyo-bei” (Bamboo broom fence) by © New Material Research Laboratory
“With the advent of Radio Astronomy…(Grey)” 2010 © Cerith Wyn Evans / Courtesy of Taka Ishii Gallery, Tokio and White Cube, London
Photographers: © Tomoki Imai

http://www.chibamanabu.co.jp/


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