01-07-2020

TA-CHA Design: Binary Wood House, Pak Chong, Thailand

TA-CHA Design,

BeerSingnoi,

Nakhon Ratchasima. Thailandia,

Housing,

Neben dem Khao Yai-Nationalpark, einem beliebten Reiseziel in Bangkok, steht ein Projekt, das von der Idee einer minimalen Umweltbelastung angetrieben wird. Es handelt sich um das Binary Wood House von TA-CHA Design, ein vom Korat-Haus inspiriertes Passivhaus, das auf dem Wechsel von leeren und vollen Räumen basiert.



TA-CHA Design: Binary Wood House, Pak Chong, Thailand

Das vom thailändischen Büro Ta-cha entworfene Haus namens “Binary Wood House” befindet sich im Distrikt Pak Chong in der Provinz Nakhon Ratchasima und in der Nähe eines der größten Nationalparks Thailands, Khao Yai. Auffallend ist die Fähigkeit dieses Projekts, strukturiert und einladend zu sein und gleichzeitig mit wenigen Handgriffen abgebaut, verdichtet, mit Rückgewinnung von Materialien demontiert und mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt verschwinden zu können.
Wir befinden uns nicht in einer gewöhnlichem Ungebung, sondern in der Nähe eines der ersten Nationalparks des Staates, der 1962 in Thailand gegründet wurde und seit 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Tropische Waldflächen wechseln sich mit Prärien ab, mehr als 2000 Quadratkilometer, die ein Schutzgebiet für Hunderte von Vögeln, Säugetieren, Reptilien und Amphibien bilden. Da es sich um ein Ausflugsziel handelt, sind in den vergangenen Jahrzehnten in der Gegend Strukturen entstanden, die einen Luxustourismus fördern, zu dem das von Ta-cha design entworfene Haus im Gegensatz steht.
In Auftrag gegeben von einer Familie aus Bangkok, der Hauptstadt, aus der jedes Jahr ein privilegierter Strom von Naturtouristen stammt, wurde das Haus ursprünglich so konzipiert, dass es hauptsächlich zwischen November und Februar vermietet werden sollte, den Wintermonaten, die durch ein kühles Klima gekennzeichnet sind. Die Architekten sagen, dass das Projekt dann allmähliche die Richtung änderte und später zu einem Ferienhaus für Familien wurde, mit dem erklärten Ziel, den Menschen in der Natur willkommen zu heißen, ohne dass diese unter den Folgen einer traditionellen Bauweise leidet.
Vom Anfang bis zum Ende geht das Projekt auf die Suche nach jenen Bautechniken und jenen Klimaregulierungssystemen, die das bestehende Gleichgewicht so wenig wie möglich beeinträchtigen, wie es zu Beginn gesagt wurde, um in Zukunft abbauen zu können, ohne eine erkennbare Spur seiner Anwesenheit zu hinterlassen.
Ausgehend von der Idee der Anpassung an den Kontext, des Respekts und des Verständnisses der Geschichte war der Ausgangspunkt des Projekts das Bausystem von “Korat House”, eine Art traditionelles lokales Wohnhaus, gekennzeichnet durch einen einzigen rechteckigen, vom Boden abgehobenen Fußboden und ein Dach mit zwei Dachschrägen, das vollständig aus Holz vorgefertigt und modular aufgebaut ist. Das Fachwerkdach wird von einer Pfeilerstruktur getragen, die das Haus in Sektoren teilt, deren drei Dimensionen jeweils gleich sind, während die Seitenflächen mit Holzplatten verkleidet sind. Auf der Grundlage dieses Systems wurde das “binary wood house&rdquo geboren; mit einigen Unterschieden im Vergleich zur Tradition: der Rahmen ist aus Metall, das Dach ist nicht geneigt, sondern flach, die Ebenen sind zwei und der Plan ist sehr artikuliert. In Teile zerlegt, die sich auf dem Boden ausbreiten, entmaterialisiert sich das Haus und folgt dabei einer nichtlinearen, aber organischen Entwicklung. Traditionsgemäss ergeben sich die Wände aus einer modularen Zusammensetzung von Holzplatten (in diesem Fall 3,40 x 3,40 Meter), intelligent genutzt auch als Sonnenschutz: Metall und Holz kombiniert in dieser sehr flexiblen Fertigteilstruktur, bieten dem Haus ein Bild von Leichtigkeit und bringen es dem Typus des temporären Pavillons näher.
Das Grundstück liegt an einem Hügel, der von Süden nach Norden abfällt und an dessen höchster Stelle Phayung-Bäume, das Rosenholz Thailands aufweist, eine seltene und geschützte Baumart, von denen das Projekt jedes einzelne Exemplar bewahrt. Es wurde beschlossen, dass die Wohnung im Grundriss der Richtung des Grundstücks folgt, so dass die beiden längsten Seiten nach Osten und Westen ausgerichtet sind, während die Kopfseiten Norden und Süden sind. Die Südfront ist durch den Palisanderwald geschützt, der den am stärksten strahlenexponierten Stirnseiten Kühle garantiert. Die Ostseite wird zur privateren Seite, geschützt durch die einzige Betonmauer, die vom Erdgeschoss bis zur Höhe des ersten Stockwerks ansteigt, während die Westseite die öffentlichere, zur Natur des umgebenden Gartens hin offene Front ist. Um zu verhindern, dass die Hitze die Möglichkeit, die Räume zu bewohnen, beeinträchtigt, entwirft Ta-cha auf der ersten Ebene einen großen Tagesbereich, der aus “Momenten” besteht und keine Unterbrechung aufweist. Jedes Ambiente stellt einen Wechsel von offenen und geschlossenen Wänden, Hohlräumen und Festkörpern dar (daher das Adjektiv “binär” um den Charakter des Hauses zu definieren), was eine Luftzirkulation erzeugt, die die frischen Winde ausnutzt, die vom Hügel kommen. Dieses passive Klimatisierungssystem wird durch den L-förmigen, im Westen gelegenen Wasserlauf unterstützt, der über einige Stufen mit dem Wohnzimmer verbunden ist und die Luftfeuchtigkeit im Haus erhöht. Bei der Festlegung des Grundrisses sieht das Projekt mehrere verschiedene Tagesräume vor, wie die große Seilhängematte, die ein ganzes, nach Süden beschattetes Modul einnimmt, das schwingende Holzsofa in der Betonwand und andere, durch Sonnenschutz beschattete Ruhebereiche, die jedes Familienmitglied zu verschiedenen Tageszeiten nutzen kann. Eine Art Botschaft der Ermutigung, die eigenen Gewohnheiten entsprechend dem Lauf der Sonne anzupassen, also den Einsatz einer Klimaanlage zu vermeiden.
Nach diesem Prinzip wurde der gesamte strukturelle Rahmen aus Metall gebaut und dem Beton vorgezogen, da es sich um ein Material handelt, das eine einfache Montage, Demontage und Wiederverwertung ohne Abfall ermöglicht.
80 % des Holzes im Gebäude sind recycelt und werden nach einem Neuanstrich verwendet und entsprechend den verschiedenen Funktionen des Hauses zugewiesen. Alle Arbeiten vor Ort wurden von ortsansässigen Handwerkern ausgeführt, auch um die Transportkosten zu senken.
Als Ergänzung eines Ansatzes zur Förderung umweltfreundlicher Praktiken, ist die Gestaltung als Pfahlbautenstruktur konzipiert. Diese Wahl ist nicht nur historisch inspiriert, sondern zielt auch darauf ab, die Auswirkungen dessen, was auf dem natürlichen Territorium gebaut wird, zu reduzieren, der kleinen Fauna die Möglichkeit zu geben, sich ungestört zu ernähren und der Flora ein ungestörtes Wachstum zu ermöglichen, die aus dem Boden kommende Feuchtigkeit besser zu regulieren und gleichzeitig eine angemessene Luftzirkulation aufrechtzuerhalten, und schließlich die natürliche Wasseraufnahme des Bodens zu respektieren.

Mara Corradi

Architect: TA-CHA Design https://www.facebook.com/TACHAstudio/
Interior: TA-CHA Design
Location: Pak Chong, Nakhon Ratchasima
Architects in charge: Waranyu Makarabhirom, Sonthad Srisang
Structural engineer: Montien Keawkon
Construction coordinator: Thanpareeya Satthamnuwong
Plot size: 3,200 sqm
Gross floor area: 600 sqm
Start of work: 2016
Completion: 2019
Client: Larnroongroj's Family
Décor Stylist: Mylivingroom https://www.facebook.com/MLVRartsandcrafts/
Décor Item: Décor Vivant https://www.facebook.com/Decorvivant/
Photographer: © BeerSingnoi https://www.facebook.com/beersingnoi.arch.photo/


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