18-09-2020

Split House von FMD Architects: zwei Identitäten für ein Haus

FMD Architects,

Peter Bennets,

Melbourne, Australien,

Ville,

Split House ist durch eine klare Linie in zwei Hälften geteilt. Auf der einen Seite die Vergangenheit, auf der anderen Seite die Gegenwart. Auf der einen Seite die Fassade zur Straße hin, elegant, mit dem typischen Manor Red datiert und durch als Kulturerbe geschützt. Auf der anderen Seite, nüchtern im Hintergarten versteckt, steht das Werk der australischen FMD Architects. Ein Hauch von Gegenwart, gewollt, um den verfügbaren Raum zu erweitern und neu zu organisieren, um die perfekte Umgebung für die großen Treffen einer wachsenden Familie, aber auch für Arbeit und kreative Momente zu schaffen.



Split House von FMD Architects: zwei Identitäten für ein Haus

Die australischen Architekten von FMD Architects wurden von einer jungen Familie aufgefordert, einen Anbau an ein Einfamilienhaus im Zentrum von Melbourne zu bauen. Die Auflagen bei der Gestaltung, die vom Denkmalschutz für die Straßenfront des Hauses gelten, wurden zum Ausgangspunkt für ein besonderes Konzept. Und so entstand das Split House, ein Haus, das – wie der Name &ndash andeutet, aus zwei klar geteilten Hälften besteht: der alten und der neuen. Für diejenigen, die den Boulevard entlanggehen, sieht das Split House wie ein traditionelles australisches Haus aus, das in Manor Red gestrichen wurde. Nur Familie und Freunde, die Zugang zur Rückseite des Hauses haben, kennen den wahren Aspekt dieses einzigartigen, heterogenen und doch kohärenten architektonischen Werks.

Die Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten, die von der Familie in Auftrag gegeben und Fiona Dunin, der Gründerin von FMD Architects, übertragen wurden, betrafen ausschließlich die Rückseite des Hauses und den angrenzenden Garten, der nach Norden ausgerichtet und dezent von der Straße aus nicht einsehbar ist. Hier ist die Außenverkleidung nicht in dem tiefen Rot von Manor Red gestrichen, sondern mit verkohltem Holz verkleidet, wodurch die Trennlinie zwischen dem renovierten Teil des Hauses und dem aus vergangenen Epochen übrig gebliebenen Teil deutlich wird. Die zweite Hälfte von Split House ist auf dramatische Weise zeitgenössisch: Die eckigen Formen, die großen Fenster, die verwendeten Materialien und die Farbpalette vermitteln den Eindruck, sich in einer anderen Wohnung zu befinden als derjenigen, die man beim Betreten vorfindet.

Die Wünsche der Familie waren die Schaffung neuer Schlafzimmer, eines großzügigen Gemeinschaftsraums, in dem eine große Anzahl von Freunden oder Verwandten untergebracht werden konnte, und eines multifunktionalen Raums für Familienaktivitäten. Darüber hinaus wurden am gegenüberliegenden Ende des Gartens zwei kleine unabhängige Baukörper errichtet. Dies sind die Büros, in denen Eltern, die von Zuhause aus arbeiten, ihrer Arbeit in einem vom Haus unabhängigen Raum nachgehen können.

Nachdem sie das Konzept des Split House formuliert hatten, haben die Architekten von FMD darauf geachtet, dieses Konzept nicht nur anhand des Gegensatzes zwischen Neu und Alt auszuleben, sondern in jeder möglichen Designreferenz. Die neue Form des Daches ist ein Beispiel dafür. Dies ist durch den abgesenkten Mittelgang gegeben, der die klassische Schrägdachkonstruktion in zwei Hälften bricht, einen leeren Raum schafft und das Haus in Längsrichtung in zwei getrennte dreieckige Volumen teilt, sowohl an den Außen- als auch an den Innenräumen. Diese Anordnung ermöglicht es, die Räume klar voneinander zu unterscheiden und gleichzeitig in einer einzigen offenen Umgebung zu bleiben. Die Küche und das Esszimmer sind nach Osten ausgerichtet, während der Westflügel einen tiefer gelegten Lounge-Bereich hat mit rundum angeordneten Sofas und einem eisernen Kamin, der wiederum aus der vorherigen Anordnung wiedergewonnen wurde, wodurch ein natürlich geselliger Raum entsteht.

Eine weitere Deklination, die Kohärenz innerhalb des Projekts schaffen wollte, sieht die besondere dreieckige Form des Daches, die sich in anderen Elementen des Hauses wiederholt, wie z.B. den Möbeln und Spiegeln im Badezimmer oder den Hängeschränken in der Küche. Sogar die erhöhte Terrasse, die sich von der Lounge in den hinteren Garten erstreckt, nimmt die Form des Daches an, wodurch ein Spiel von sich kreuzenden Geometrien und Schatten über den Tag verteilt entsteht, das die Bewohner einlädt, die frische Luft zu genießen.

Die Liebe zum Detail beschränkte sich bei FMD Architekten nicht nur auf ästhetische und funktionale Fragen, sondern wollte zu Recht auch Verbesserungen bei der Energie erreichen, indem sie passive Lüftungslösungen integrieren, den Sonnen- und Schatteneinfall optimieren, die thermische Trägheit verbessern und so den Bedarf an Kühlung oder aktiver Heizung drastisch reduzieren.

Fiona Dunin erklärte am Ende des Projekts, dass "die interdisziplinäre Expertise des Projektteams es ermöglicht hat, das Konzept der 'Teilung' sowohl in den großen architektonischen Gesten als auch in den kleinsten Details des Hauses getreu umzusetzen. Die Umsetzung des Konzepts der "Aufteilung" in verschiedene Elemente verleiht dem Projekt ein starkes Gefühl von Identität und Originalität. Die pragmatischen Anforderungen und die abstrakte Neuinterpretation des Alten in das Neue initiieren einen neuen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und definieren Tradition in einem modernen städtischen Kontext neu."

Francesco Cibati

Project Completion: 2020
Project Location: Melbourne, Australia
Project Team: Fiona Dunin, Alice Edmonds, Jayme Collins, Rob Kolak
Photographer: Peter Bennetts
Builder: Dome Building Projects
Structural Engineer: Webb Consult
Main House Floor Area: 179 m2
Site Area: 580 m2

www.fmdarchitects.com.au


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