30-09-2015

OMA-Rem Koolhaas und das Garage Museum of Contemporary Art in Moskau

Shigeru Ban, Rem Koolhhas, OMA,

David X Prutting,

Moskau, Russland,

Halle, Museen,

Zement, Glas,

Im Juni 2015 hat das neue Garage Museum of Contemporary Art von Moskau eröffnet. Es ist das neueste Beispiel für die architektonische Philosophie von Rem Koolhaas (OMA) für Orte, die der Kultur und der Freizeit gewidmet sind. Das Projekt von OMA für das Garage Museum of Contemporary Art von Moskau steht im Herzen des Gorky Park.



OMA-Rem Koolhaas und das Garage Museum of Contemporary Art in Moskau

Dasha Zhukova, Gründerin von Garage, dem philanthropischen Projekt für Kunst, hat Rem Koolhaas (OMA) mit der Gestaltung des neuen Sitzes des Garage Museum of Contemporary Art beauftragt, das im Herzen des Gorky Park in Moskau steht. In seinen Erklärungen zum Projekt für das Garage Museum of Contemporary Art, betont Koolhaas die verbreitete Aufmerksamkeit bezogen auf die Stadterneuerung, die viele historische europäische Städte betrifft. Russland und die Länder der ehemaligen Sowjetunion fühlen diese Notwendigkeit, sich einer neuen Gegenwart zuzuwenden, besonders stark - mit zwischen der Verneinung der Vergangenheit und deren Aufwertung in zeitgenössischer Form schwankenden Ansätzen. Das Projekt von Koolhaas für den bleibenden Sitz des Garage Museum of Contemporary Art beruht auf diesem letztgenannten Ansatz. Das Museum entsteht aus der Renovierung der strukturellen Anlagen des alten Restaurants Vremena Goda, das in den 1960er und 1970er Jahre ein beliebter Treffpunkt der Moskauer Familien war, nach dem Fall des Kommunismus aber verlassen wurde und zu verfallen drohte.

Das Gebäude ist ein Beispiel des russischen Modernismus, weist aber keine Besonderheiten auf. Es verfügt über eine Struktur aus Pfeilern und Betondecken auf zwei Ebenen mit einem rechteckigen Grundriss. Die durchgehende Glasfassade bot einen schönen Blick auf den Park, in dem es stand. Koolhaas bewahrt das Skelett um es komplett neu mit einer doppelten Hülle aus transluzentem Polykarboat zu verkleiden. Die Hülle erstreckt sich aber nicht bis zum Boden, sondern endet auf zwei Meter über dem Boden. Ein verglaster Schnitt, der sich über das gesamte Gebäude erstreckt und es somit optisch vom Boden abhebt. Diese Lösung gibt dem Publikum die Möglichkeit, die Aktivitäten im Inneren zu verfolgen. In diesem Sinne erinnert Koolhaas an das alte Vremena Goda, dessen Obergeschoss teilweise mit Pfeilern vom Boden abgehoben war, in einem etwas plumpen Versuch, sich nach oben zu erstrecken. Der Zweck ist es aber, die Museumseinrichtung der Öffentlichkeit zu nähern und dabei die physische Grenze zu überwinden, die häufig eine Barriere für das Verständnis und die Neugier ist und das Publikum von der zeitgenössischen Kunst abschreckt. Eine Entscheidung, die beispielsweise der von Shigeru Ban beim Oita Prefectural Art Museum ähnelt, bei dem die Fassade des Museums sogar offen ist und mit einem System beweglicher Schirme den Passanten den ungehinderten Zugang ermöglicht.
Die Oberfläche aus Polykarbonat variiert zudem auf der Höhe der beiden Eingänge, mit zwei großen Bildschirmen, die nach oben verschoben werden können, frei hängen und zum Eintritt ermuntern. Sie zeigen die Größe der doppelt hohen Halle, in der große Skulpturen und bühnenwirksame Installationen stehen. 


Dynamik und Wandel sind die Leitmotive der Innengestaltung durch Rem Koolhaas. Die Ausstellungsgalerien im Nordostflügel in der Beletage und im ersten Stock sind große komplett freie Räume, die um zwei Blöcke organisiert sind, die den internen Wegen und den Diensten dienen. Mit ihren restaurierten Wänden mit grünem Mosaik und unverputzten Backsteinen bieten diese Räume ungewöhnliche Hintergründe für die zeitgenössische Kunst, die hier von Spuren der Geschichte des Ortes bereichert werden, sich aber bei Bedarf – dank eines Systems von an der Decke befestigten weißen Wänden – in eine “white box” verwandeln können.
Der grüne Außenbereich, der in den Jahren für Feste im Freien benutzt wurde und wo Karusselle für Kinder standen, gewinnt etwas von seiner ursprünglichen Berufung zurück und beherbergt Vorführungen und kulturelle Veranstaltungen, für die die Fassade des Garage Museum of Contemporary Art sich als Kulisse anbietet.

Mara Corradi

Architect: Rem Koolhaas (OMA)
Project Architect: Ekaterina Golovatyuk 
Team: Giacomo Cantoni, Nathan Friedman, Cristian Mare, John Paul Pacelli, Cecilia del Pozo, Timur Shabaev, Chris van Duijn 
With: Yashin Kemal, Timur Karimullin, Federico Pompignoli, Marek Chytil, Salome Nikuradze, Boris Tikvarski 
Local architects: Form Bureau (concept phase), Buromoscow (construction phase) 
Engineering: Werner Sobek 
Scenography: dUCKS, Les Éclaireurs 
Completion: 2015
Client: Garage Museum of Contemporary Art 
Location: Gorky Park, Moscow (Russia)
Program: 5,400 m2 total; public areas (temporary exhibition, lobby, experimental storage, café, bookshop, auditorium, children's education, mediatheque, amenities); back of house (offices, service areas, storage and workshop) 
Photographs: © David X Prutting BFA.com; John Paul Pacelli ; OMA; Timur Shabaev ; Vasily Babourov ; Yuri Palmin 

http://www.oma.eu
http://garageccc.com/en/landing/show
http://garageccc.com/en/page/buildings


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