26-06-2020

WALL Architectural Bureau für Rasario: Kein Showroom sondern "multifunktionaler städtischer Raum"

Architectural Bureau WALL,

Ilya Ivanov,

Moskau, Russland,

Ausstellungsraum,

Das Architekturbüro WALL hat für Rasario, eine russische Luxusmodemarke, einen neuen Showroom in Moskau am Smolenskaja-Platz eingerichtet. Die Absicht der Architekten war es, einen multifunktionalen städtischen Raum zu schaffen, der eher einem zeitgenössischen Museum als einem Modegeschäft gleicht. Das Ziel wurde dank der statuenhaften Formen, die bis ins Detail studiert wurden, und der Verwendung einer sehr kleinen Farbpalette erreicht: Grau und Schwarz.



WALL Architectural Bureau für Rasario: Kein Showroom sondern

Rasario ist eine berühmte russische Modemarke, die internationale Berühmtheiten kleidet. In den ausgesuchten Modehäusern ist das Bild alles und nichts darf dem Zufall überlassen werden: Es gilt, Spektakularität und Raffinesse zu vermitteln. Aus diesem Grund rief Rasario die russischen Fachleute des Architekturbüros WALL an, um den neuen Ausstellungsraum in Moskau zu entwerfen und zu planen. Die Architekten erklären deutlich, dass es sich nicht nur um einen Ausstellungsraum handelt, sondern um einen multifunktionalen Stadtraum, einen Hybrid, der die Raffinesse der Marke bewahrt, aber gleichzeitig eine Anpassung an die schnelle und phantasievolle Fluidität der Gegenwart ermöglicht.

«Unsere Entscheidung war, eine Boutique zu schaffen, die einem Museumsraum ähnelt. Wir wollten jeglichen Bezug auf klassische Showroom-Interieurs vermeiden und das Innere als einen multifunktionalen städtischen Raum lesen", sagt Ruben Arakelyan, Leiter des Architekturbüros.

In einem Gebäude aus den 1950er Jahren mit Blick auf den Smolenskaja-Platz befindet sich das Nervenzentrum von Rasarios Verkauf, Produktion und Kommunikation. In dem 900 Quadratmeter großen Büro gibt es auf zwei Etagen nicht nur Ausstellungs- und Proberäume, sondern auch Büros und Produktionsbereiche.
Je raffinierter und exklusiver die Marke, desto mehr muss diese Tatsache hervorgehoben werden. Es ist daher normal, dass das Hauptquartier von Rasario aus jedem Quadratzentimeter Luxus ausstrahlt. Es ist kein Zufall, dass die stilistischen Entscheidungen sofort auf ein Bild an den Grenzen der Metaphysik, mit geometrischen Formen und weitläufigen Räumen ausgerichtet sind. Die Absicht des Architekturbüros WALL, diesen Ideen zu folgen, bestand genau darin, die Großartigkeit des Klassischen mit der fließenden Nüchternheit des Zeitgenössischen zu verbinden.

Das markante Element ist der Bogen. Dieser ist in der Version mit Flachbogen bereits an der Eingangsfassade vorhanden. Der Eingang führt in eine große Halle, in der sich zwei überlappende Reihen von Rundbögen über die gesamte Länge und Höhe des Ausstellungsraums erheben. Auf diese Weise ermöglicht die von den Bögen erzeugte Dynamik, die geschickt von einem Spiegelsystem flankiert wird, eine Ausdehnung des visuellen Raums über die physischen Grenzen hinaus und vermittelt jedem Besucher den Eindruck, sich in einem wahrhaft unendlichen Korridor zu befinden.

In der Mitte des Raumes befindet sich eine imposante und skulpturale Wendeltreppe aus Beton, die den Dreh- und Angelpunkt des gesamten Projekts bildet, während sich im Erdgeschoss eine Reihe von regelmäßigen Nischen zu den beiden Flügeln rechts und links öffnen. Jedes beherbergt ein einzelnes Kleid, das in sehr kurzer Zeit bewegt werden kann, um Platz für andere Arten von Veranstaltungen zu schaffen: künstlerische und kulturelle Veranstaltungen, Partys, Fotoshootings und alles, was die Modenschau sonst noch erfordert.

Das gesamte Projekt wurde mit einer sehr begrenzten Farbpalette geschaffen: zwei Grautöne, ein etwas hellerer für die Böden, die in Zement gegossen und poliert sind, und ein etwas dunklerer für Wände und Zwischendecken, die mit dem edelsten venezianischen Stuck verkleidet sind. Nur einige wenige Strukturen und Einrichtungsgegenstände, hyper-minimal, wurden aus schwarz lackiertem Stahl hergestellt. Das einzige andere Material, das keine Farbe hat, ist Glas. Diese wird im zweiten Stock aus Sicherheitsgründen als Brüstung genutzt, natürlich auch an der Außenfassade, um den neugierigen Blicken der Passanten und Touristen freien Zugang zu lassen.

Das letzte, sehr feine Detail, das WALL für Rasario wollte, ist ein rundes Medaillon aus Gusseisen mit dem Markennamen im Relief, das speziell entworfen und in regelmäßigen Abständen in den Boden der Eingangshalle dieses Boutique-Museums eingelassen wurde. Die Idee hinter einer solchen stilistischen Wahl ist es, die Kunden auf die urbane Dimension des Äußeren zurückzubringen. Ein Konzept, das noch einmal mit den Worten von Ruben Arakelyan gut erklärt wird: "alle proportionalen Lösungen, die Wahrnehmungsmodelle, die visuellen Vorschläge, die Details, wollen den Eindruck eines zweiten Platzes oder einer zweiten Straße erwecken, wo die Besucher Teil der theatralischen Aktion [der Marke, NdA] im künstlerischen Raum werden".

Francesco Cibati

Location: Moscow, Russia
Architects: Architectural Bureau WALL http://www.wal-l.net/
Area: 900.0 m²
Year: 2020
Photographs: Ilya Ivanov
Manufacturers: Centrsvet, Craftwall, MDM-LIGHT, Pratta
Head: Arakelyan Ruben
Lead Architect: Kristina Arakelyan
Design Team: Churilova Yana, Kornishin Peter
Layouts: Vladimir Kozitsky, Fyodor Mikhailov
Engineering Solutions: TES Global


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