21-05-2018

Nachruf auf Will Alsop, den Architekten der Peckham Library

Will Alsop,

London,

Bibliotheken,

Riba Stirling Prize,

Der Architekt Will Alsop, Autor der berühmten Peckham Library und erste Bibliothek, die mit dem RIBA Stirling Prize Building of the year 2000 ausgezeichnet wurde, ist im Alter von 70 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben.



Nachruf auf Will Alsop, den Architekten der Peckham Library

Die Peckham Library kann ganz sicher als sein Manifest und seine bekannteste Architektur gelten: wir sprechen über Will Alsop, den antikonformistischen britischen Architekten, der am vergangenen 12. Mai nach kurzer Krankheit verstorben ist.
Die britische Presse hat ihn aufgrund seiner "extravaganten" Ideen als antikonformistisch bezeichne. Seine bunten Bauten mit ihren ungewöhnlichen und oft kontroversen Formen haben mehr als einmal das Establishment düpiert. Eine Karriere mit Höhen und Tiefen, die sich im Laufe der Jahre mit sechs Firmen ausgedrückt hat. Das Büro Alsop&Stormer wurde 1991 mit dem Architekten Jan Stormer gegründet und aus dieser Zeit stammt auch die Peckham Library, das letzte Büro des Architekten, das sein Erbe übernommen hat, heißt hingegen aLL design.

Eine nicht gleichmäßig verlaufende Karriere, genau wie seine Ausbildung, mit dem konstanten Wunsch schon seit der Kindheit, ein Architekt werden zu wollen.
Nachdem er die Schule mit 16 Jahren nach dem Tod seines Vaters verlassen hatte, setzte Will Alsop seine Ausbildung an Abendschulen fort, während er bei einem Architekten arbeitete. Anschließend besuchte er die Architectural Association School of Architecture in London und nahm – noch als Student von 23 Jahren – an dem Gestaltungswettbewerb des Centre Georges Pompidou von Paris teil und klassifizierte sich als zweiter nach dem siegreichen Entwurf der Architekten Renzo Piano und Richard Rogers.
Nach seinem Abschluss im Jahr 1973 arbeitete er kurzfristig für den Architekten Edwin Maxwell Fry und seine Frau Jane Drew, ein Künstlerpaar, das für die Einführung des Modernismus in Großbritannien in den 1930er Jahren federführend war. Anschließend arbeitete Will Alsop vier Jahre mit Cedric Price und hat den radikalen Visionen dieses Architekten einen besonderen Einfluss auf seine Werke zugeschrieben.

1981 gründete er sein erstes Büro Alsop & Lyall mit dem Studienkollegen John Lyall, und zeichnete die ersten bedeutenden Werke: ein Schwimmbad in Sheringham - Norfolk im Jahr 1984 und dann ein Besucherzentrum in der Bucht von Cardiff (das 2010 abgerissen wurde). 1991 gründete er mit dem Architekten Jan Störmer das bereits erwähnte Büro Alsop&Stormer, mit dem verschiedene Projekte in Deutschland betreut wurden, darunter das neue Fährenterminal von Hamburg. In den 1990er Jahren plante er in Frankreich in Marseille das Hôtel du Département des Bouches-du-Rhône, der Sitz der Regionalverwaltung, bekannt als Le Grand Bleu und in Großbritannien den U-Bahnhof von North Greenwich. Beide Projekte wurden für den Stirling Prize kandidiert, das erste 1997 und das zweite 1999, aber es war die Peckham Library, die diesen Preis 2000 erhielt.
Im Jahr 2000 endete die berufliche Zusammenarbeit mit Störmer und Alsop gründet Alsop Architects, danach änderte er mehrere Male den Namen des Büros und erlebte dabei auch schwierige finanzielle Momente, bis er dann das jetzige Büro aLL Design mit Sitz in London und Chongqing (China) gründete.

Die Peckham Library in Peckham im Südosten von London ist ein Gebäude aus Kupfer mit einer wirklich ungewöhnlichen Form, die an ein großes L erinnert. Die lange Seite wird von schlanken Stahlpfeilern getragen. Dabei handelt es sich um das bekannteste Projekt von Will Alsop, das als Manifest seiner Architektur betrachtet wird. Es wurde im Jahr 2000 mit dem Stirling Prize als bestes britisches Bauwerk ausgezeichnet. Die Jury des Stirling Prize war von dem Ansatz des Architekten überzeugt, der hier eine unkonventionelle Bibliothek geschaffen hat, die die klassische Idee derselben auf den Kopf gestellt hat. Ein innovatives Gebäude mit einem erhöhten Lesesaal, um diesen vom Straßenlärm zu entfernen und der es gelungen ist, das Resultat zu erzielen, wofür es geplant wurde, nämlich die jungen Leser anzusprechen.

(Agnese Bifulco)

http://www.all-worldwide.com/


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