03-12-2018

Nachruf auf Tomás Maldonado

Mailand,

Veranstaltung, Tomás Maldonado,

Am 26. November verließ uns Tomás Maldonado, Maler, Designer und Philosoph. Der gebürtige Argentinier lehrte auf der ganzen Welt und hatte Italien als sein neues Zuhause gewählt, seine Partnerin war Inge Feltrinelli, die ebenfalls vor kurzem starb.



Nachruf auf Tomás Maldonado

Der 26. November 2018, war ein unheilvoller Tag für die internationale Kultur, der Tod des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci katalysierte natürlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, aber am selben Tag verstarb ein weiterer wichtiger und vielgestaltiger Vertreter der Kultur. Er ist der Künstler, Designer, Philosoph Tomás Maldonado, der im Alter von 96 Jahren, gut zwei Monate nach dem Tod von Inge Feltrinelli, seiner lebenslangen Gefährtin und berühmten Verlegerin in Mailand starb. Der gebürtige Argentinier Tomás Maldonado war ein Künstler, Designer, Industriedesign-Theoretiker, Pädagoge und Wissenschaftler für technische Kultur und Kommunikation. Seine breite und vielfältige Tätigkeit war Gegenstand einer großen Ausstellung, die vom Triennale Design Museum in Mailand organisiert und im Frühjahr 2009 erstmals in Italien präsentiert wurde.

Tomás Maldonado wurde am 25. April 1922 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Ausgebildet an der Landesschule für Bildende Künste Prilidiano Pueyrredón, interessierte er sich sofort für die argentinische künstlerische Avantgarde und schuf 1935 mit anderen argentinischen Künstlern (Lidy Prati, Alfredo Hlito, Manuel Espinosa, Raúl Lozza, Enio Iommi und Oscar Nuñez) eine avantgardistische Bewegung. Im Rahmen dieser nur wenige Jahre dauernden Erfahrung folgte die Organisation einer Ausstellung und die Veröffentlichung eines erfinderischen Manifests. Maldonado gründete daraufhin eine neue Gruppe konkreter Kunst, die sich insbesondere auf die Lehre der Kunst konzentrierte, die weder als imitative oder repräsentative Kunst, noch als expressive, sondern als reine Erfindung verstanden wurde. Dieser Erfahrung folgte 1945 die Gründung des Vereins Arte Concreto-Invención durch Maldonado mit Lidy Prati und Edgard Bayley.

Ab Mitte der 1950er Jahre begann er eine intensive Lehrtätigkeit, die ihn dazu brachte, die Welt zu bereisen. Zuerst in Deutschland, wo er von 1954 bis 1966 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm lehrte, wo er verschiedene Positionen im akademischen Senat innehatte, bis hin zum Rektor von 1964-1966. Anschließend von 1967 bis 1970 an der Architekturschule der University of Princeton. 1976 begann er seine akademische Laufbahn in Italien, zuerst an der Universität Bologna als Professor für Umweltgestaltung zwischen 1976 und 1984 und dann ab 1985 am Polytechnikum Mailand als Professor für Umweltgestaltung. Dort lehrte er bis 1994, als der Lehrstuhl für Industriedesign im Rahmen des von ihm geförderten Studiengangs eingerichtet wurde, den er bis zu seiner endgültigen Pensionierung als Emeritus leitete. Parallel zur akademischen Tätigkeit und einer intensiven Produktion theoretischer Arbeiten führte Tomas Maldonado Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die Industrie durch. Zu den bekanntesten Beispielen gehört ein innovatives Ikonensystem für Olivetti, das er zusammen mit dem Kollegen Gui Bonsiepe entwickelte, wie auch das Firmenimage für die Gruppe Rinascente und Upim.
Zahlreiche Auszeichnungen begleiten seine berufliche Laufbahn, drei Ehrentitel wurden vom Polytechnikum Mailand, der Universität Cordoba und der Universität Buenos Aires verliehen. 1998 erhielt er den Preis für sein Lebenswerk Compasso d'oro und vom Präsidenten der Italienischen Republik die "Medaglia d'oro e il diploma di prima classe", eine Auszeichnung, die für die Verdienste von Wissenschaft und Kultur" vorbehalten ist. Auf diese folgte 2012 die Verleihung des Titels “Cavaliere di gran croce dell'Ordine al merito della Repubblica italiana”, (Ritter des Großen Kreuzes des Verdienstordens der Italienischen Republik für des höchsten Ordens der Italienischen Republik.

(Agnese Bifulco)


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