05-12-2012

K2S Architects: Kamppi Chapel in Helsinki

Steven Holl, K2S Architects,

SPA, Kapelle, Museen, Abteilungen, Rifugio,

Stein, Holz, Zement,

Nicht weit vom Esplanadi, an einer Ecke des Narinkkatori-Platzes im Zentrum von Helsinki hat das Büro K2S eine Kapelle errichtet, die allen Religionen gewidmet ist. In ihrer kompakten Form, die von dem Material der Oberfläche betont wird, handelt es sich um eine zeitgenössische Architektur, die das Konzept des großstädtischen Rückzugsort ausdrückt.



K2S Architects: Kamppi Chapel in Helsinki
Eine neue religiöse Architektur mitten in Helsinki ? eine kalte Hauptstadt, die aber im Sommer von einer warmen Sonne verwöhnt wird, hektisch, aber auch in der Lage, ruhige Momente zu schenken und das alles in einem urbanen Umfeld. Die kleine Kapelle, die das hier ansässige Büro K2S Architects gestaltet hat, beweist die Kompetenz bei der Behandlung des Holzes, wie sie der finnischen Geschichte zu eigen ist und macht aus der Ausdruckskraft der Materialien den Schlüssel für die Lesart dieses Bauwerks in der Stadt.
Helsinki ist eine extrem aktive Metropole, effizient und ordentlich. Ihr Reichtum an Anreizen kann sich in einen Überschuss von Informationen verwandeln für diejenigen, die hier leben oder tagtäglich hierher kommen. Zum Glück verfügt sie aber über Orte, die die Sammlung und Konzentration fördern, wie das Kiasma, das Museum für Gegenwartskunst, das Steven Holl 1998 entworfen hat oder die Temppeliaukion kirkko, die Kirche, die in den Felsen eines Hügels gegraben wurde. Ich nenne diese Orte als Räume, welche die Architekten von KS2 wahrscheinlich im Laufe der Gestaltung der Kapelle von Kamppi analysiert haben: wegen der Kompaktheit des Körpers im ersten Fall und wegen der Aufwertung des Materials im zweiten FallDie 2012 eingeweihte Kapelle hat sich sofort als ein Ort ausgezeichnet, der der Spiritualität gewidmet ist, hier verstanden als Suche nach sich selbst - im laizistischen Sinne: Da dieser Ort von den Pfarreien von Helsinki und dem Sozialamt der Stadt verwaltet wird, ist er keiner besonderen Religion gewidmet, er wird auch nicht zum Feiern des Kults benutzt, sondern einfach als ein Ort des Gebets, zur Erhebung des Geistes. Vom architektonischen Gesichtspunkt her handelt es sich um einen kompakten Körper, der sich vor dem Platz Narinkkatori erhebt, an der Stelle, an der dieser auf ein ehemaliges Busdepot stößt, das heute als Museum umgenutzt wird. Der Anschein, es handele sich um ein Objekt im architektonischen Maßstab, hängt mit der Undurchdringlichkeit der Oberflächen aus Rottannen-Schichtholzbrettern zusammen. Diese Platten wurden mit numerisch gesteuerten Maschinen hergestellt, miteinander verbunden und dann mit einem transparenten Schutzwachs behandelt: Ohne Fenster oder Öffnungen kündigt sich hier ein einschiffiger Innenraum an, der keine Nischen oder seitlichen Kapellen hat. Es gibt keinen direkten Zugang zur Kapelle, sondern man betritt diese von dem Gebäude aus, in dem die Räumlichkeiten für die Aktivitäten der Pfarrei untergebracht sind. An diesem Gebäude lehnt eine Außentreppe, über die man auf die Höhe des kleinen Platzes vor der vielbefahrenen Simonkatu-Straße gelangt. Bei Betreten gibt sich der Raum komplett von der Außenwelt isoliert. Die einzige Präsenz ist das Licht.

Ohne Hilfe durch künstliche Beleuchtung dringen die Sonnenstrahlen durch das durchgehende Fenster auf dem Dach ein, das man nicht sieht, das es von der angehängten Decke verdeckt wird. Die Strahlen vervielfachen sich und gleiten an den gebogenen Wänden aus geöltem Erlenholz nach unten.
Gegenstände und Einrichtung sind auf das Wesentliche reduziert: Nur ein Dutzend Bänke mit geometrischen Formen aus Vollholz, ohne irgendwelchen Zusatz, allerdings mit Liebe zum Detail, wie man an den Kleiderhaken, dem Altar und den Kerzen erkennen kann.

Mara Corradi

Entwurf: K2S Architects Ltd (Kimmo Lintula, Niko Sirola and Mikko Summanen)
Projektleitung: Jukka Mäkinen
Mitarbeiter: Kristian Forsberg, Abel Groenewolt, Tetsujiro Kyuma, Mikko Näveri, Miguel Pereira, Outi Pirhonen, Teija Tarvo, Elina Tenho, Jarno Vesa
Bauträger: Helsinki Parish Union and the City of Helsinki
Ort: Simonkatu 7, Helsinki (Finnland)
Tragwerksplanung: Insinööritoimisto Vahanen Oy (Matti Kivinen, Ulla Harju)
HVAC (heating, ventilation, and air conditioning): Insinööritoimisto Äyräväinen Oy (Pasi Heiskanen)
Gebäudeakustik: Insinööritoimisto Akukon Oy (Henrik Möller)
Bruttonutzfläche: 352 m2
Ende der Bauarbeiten: 2012
Innenfußboden aus Zement
Außenfußboden aus Naturstein
Bildnachweis: © Tuomas Uusheimo, Marko Huttunen, Antonin Halas, K2S Architects

www.k2s.fi


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