16-05-2012

Fügenschuh: Neue Schule in Rattenberg

Daniel Fügenschuh,

© Christian Flatscher,

Austria,

Schule, Öffentliche Gebäude,

Zement, Kupfer,

Für den Neubau der Oberschule gerufen, die sich in einem Gebäude der Altstadt von Rattenberg in Österreich befindet, hat der Architekt Daniel Fügenschuh den Realisierungswettbewerb für den neuen Flügel und das Treppenhaus gewonnen mit einem Projekt in Kontinuität mit der vorhandenen Architektur, von der es sich hingegen aus stilsprachlichen Gründen absetzt.



Fügenschuh: Neue Schule in Rattenberg
Der Grat, auf dem der Planer wandert, der sich in ein Umfeld von historischem Interesse und starker optischer Wirkung einfügen muss und dabei eine Architektur der eigenen Zeit entwerfen will, ist sehr schmal – umso mehr, wenn das neue Gebäude als Erweiterung eines Vorbestands entsteht, hinzugefügt wegen des Bedarfs an neuen funktionalen Räumen. Das sind genau die Voraussetzungen, aus denen Daniel Fügenschuh ein Projekt geschaffen hat, das in der Lage ist, sich kreativ vom Vorbestand abzusetzen, im Respekt des Charakters der urbanen Landschaft.
Mit seinen 400 Einwohnern ist das Tiroler Dorf Rattenberg wegen seines beachtenswerten Ortskerns mittelalterlichen Ursprungs bekannt, in dem die Schulanlage liegt, die Gegenstand der Erweiterung ist. Indem er die farbliche Sensibilität, die Verwendung der Materialien und die Rhythmen der Fassaden neu liest, gestaltet Fügenschuh einen neuen Baukörper im Haupthof, der auf die Straße blickt, parallel zur kürzeren Seite des Gebäudes und mit diesem über ein Treppenhaus verbunden, dessen Kopfseiten und Überdachung aus Glas sind. Der neue Flügel erstreckt sich somit also zur Ortsmitte in einer prominenten Lage und wird zum Fluchtpunkt der Straßenperspektive ohne Ehrfurcht gegenüber der Umgebung, auf die bei den ästhetischen Entscheidungen angespielt wird, von der er sich aber als funktionale Lösung abhebt.

Der Körper mit einem rechteckigen Grundriss auf drei Etagen ist in der Tat mit großen Betonplatten verkleidet, mal glatt, mal rau, ganz nach den Abdrücken der Gussformen und spielt damit auf den weißen Putz der vorhandenen Anlage an. Der Rhythmus der Fenster sucht einen Dialog mit den benachbarten Fassaden, deren gleichmäßiger Takt der Öffnungen zum Teil von der Fassade aufgenommen wird, die zum Hofinneren ausgerichtet ist und bei den anderen komplett auf den Kopf gestellt wird, wo die Fenster sich auch in ihrer Größe verändern, bis hin zu dem einzigen Fenster in der Nordfront, das wie ein großes Auge auf die Straße die Hauptfassade markiert. Einzigartig unter den anderen, sticht dieses Fenster aus der Plattenmauer auch dank des mit der Mauer abschließenden Kupferrahmens hervor. Die Wandfläche spielt auf die weiß verputzten Wände an, die die Fenster der alten Fassaden des Dorfes kennzeichnen.
Als Wahrzeichen der Modernität sind Kupfer und Glas auch im Dorf stark vertretene Materialien: Die älteren Dächer in der Altstadt von Rattenberg sind alle aus Kupfer und auch heute noch blüht das lokale Glashandwerk.


Als strukturelles Element des Treppenhauses zwischen der alten Anlage und dem Neubau ist das Glas die Sprache, in der sich das Projekt von Fügenschuh ausdrückt, Erbe jener neuen alpinen Architektur, die nach Überwindung ihrer Vergangenheit sich ohne Zugeständnisse an die traditionelle Architektur der Gegenwart zuwendet.

Mara Corradi

Entwurf: Daniel Fügenschuh
Bauträger: Rattenberger Immobilien GmbH
Ort: Rattenberg (Österreich)
Tragwerksplanung: Ingena
Bruttonutzfläche: 2300 Quadratmeter (Neubau) und 4125 Quadratmeter (Bestandsrenovierung)
Grundstücksgröße: 110 mq
Planungsbeginn: 2010
Ende der Bauarbeiten: 2011
Betonfassaden
Fußböden: Linoleum
Bildnachweis: © Christian Flatscher

www.fuegenschuh.at


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