17-05-2019

David Chipperfield Architects: neuer Sitz Amorepacific, Seoul

David Chipperfield,

Noshe,

Seoul, Südkorea,

Buros,

David Chipperfield untersucht die Idee des kompakten Volumens mit leerem Kern und in Verbindung mit der Landschaft. Dies ist der neue Hauptsitz des bekannten koreanischen Kosmetikunternehmens Amorepacific in Seoul, das von den Berliner Büros von David Chipperfield Architects entworfen wurde.



David Chipperfield Architects: neuer Sitz Amorepacific, Seoul

Mit dem neuen Hauptsitz des koreanischen Kosmetikunternehmens Amorepacific wurde David Chipperfield Architects aus Berlin beauftragt, eine Architektur zu entwerfen, die sowohl eine Metapher für die Unternehmensphilosophie als auch ein urbanes Wahrzeichen ist.
Der Standort, an dem sich heute die Managementbüros von Amorepacific befinden, bereits seit 1956 der Firmensitz, ist ein strategisch wichtig im Zentrum der koreanischen Hauptstadt gelegen. Ein großer Masterplan verwandelte die ehemalige US-Militärzone in ein Geschäftsviertel und einen öffentlichen Park im Yongsan-Distrikt und gab damit der Entwicklung der Stadt starke Impulse.
Genau dieser Masterplan vergleicht heute ein historisches Stadtgefüge, das eine architektonische Hierarchie zwischen kleinen und eigenständigen Qualitätsgebäuden darstellt, mit einem neuen Bebauungsplan, der sich um große, aufstrebende Strukturen organisiert. Unter diesen findet sich aufgrund seiner Größe (23 Etagen für ein Programm von insgesamt 216.000 Quadratmetern) notwendigerweise auch der Hauptsitz von Amorepacific, wo jedoch das einzelne monumentale Volumen seine Vormachtstellung in der Hingabe zum Detail aufhebt, von der Palette der Farben und Materialien hin zu nachhaltigen Lösungen im weitesten Sinne.
Aus der Ferne gesehen konkurriert die neue Architektur in Dynamik und Größe mit den Wolkenkratzern des Finanzdistrikts, sucht aber aus der Nähe in jeder Hinsicht Qualitäten wie Leichtigkeit, Transparenz, Dialog mit der Landschaft, visuellen Austausch mit der Umgebung. Das Architekturprojekt von Chipperfield ist nicht nur eine imposante Konzernzentrale, sondern auch der neue Dreh- und Angelpunkt des öffentlichen Lebens der Stadt. Neben den Büros in den oberen Stockwerken bietet das Programm ein Auditorium, eine Bibliothek, Geschäfte, Restaurants, Einrichtungen für Kinder in den unteren Stockwerken und einen großen zentralen Innenhof, der als Stadtplatz dient.
Wenn man nach oben blickt, verbinden drei große Öffnungen an den vier Fronten des Kubus den aufgebauten Kern mit der Nachbarschaft, der Stadt und den Bergen um Seoul in der Ferne und stimulieren bei denjenigen, die hier arbeiten, den Orientierungssinn, aber auch das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem vielgestaltigen Gebiet. Wie hängende Gärten ermöglichen diese Öffnungen es, die Größe der räumlichen Dimension des Ganzen wahrzunehmen, während sie der Vegetation die Möglichkeit bieten, auch innerhalb des gebauten Volumens wieder Raum zu gewinnen.
In den Obergeschossen, die hauptsächlich für Büros reserviert sind, sind die Verteilerräume in vier vertikalen Verbindungsblöcken organisiert, die in jeder Ecke des Kubus angeordnet sind, was ein hohes Maß an Flexibilität für die Wege der Nutzer bietet. Bei diesem Konzept bilden Gruppenumgebungen und einzelne Arbeitsbereiche eine miteinander verbundene Landschaft, die eine offene und informelle Kommunikation ermöglicht, während die Grenzen fließend bleiben. Sorgfältiger Einsatz von hellen Trennwänden für Besprechungsräume, haptische Verkleidungen wie Teppiche und andere weiche Elemente. Den reichen Innenräumen mit ihren raffinierten Farben und Oberflächen stehen strukturelle und architektonische Details aus robusten Materialien gegenüber, die gut gegen Alterung geschützt sind, wie Sichtbeton und große Steinplatten, die mit dem allgemeinen Gefühl der Solidität des gesamten Gebäudekörpers kombiniert werden. Das gesamte Volumen wird durch einen Sonnenschutz aus mattweißem Aluminium geschützt, mit vertikalen Elementen in verschiedenen Größen, die jedoch in regelmäßigen Abständen positioniert werden: eine Beschattungsvorrichtung, die eine maximale Sicht von innen nach außen ermöglicht und gleichzeitig unerwünschte Sonneneinstrahlung reduziert. Der Sonnenschutz umschließt das Volumen vollständig und erzeugt einen einzigartigen Vorhangeffekt, der der Außenfläche Tiefe verleiht.
Alle Fassaden sind 45° zu den Himmelsrichtungen ausgerichtet und stehen im Winkel zum Lauf der Sonne, wodurch die Wärmeentwicklung durch direkte Strahlung reduziert wird. Auch der Innenhof und die drei großen Fassadenöffnungen sind auf viel Tageslicht ausgelegt; der Einbau der Dachgärten zielt auf das allgemeine Wohlbefinden der im Inneren arbeitenden Menschen ab. Die Effektivität dieser und anderer Systeme und Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs brachte dem Gebäude die Zertifizierung LEED Gold ein.
Nachts verwandelt sich die Architektur in eine leuchtende Laterne. Die Schlichtheit des von innen strahlenden Lichts reduziert die Wirkung des bereits durch den Sonnenschutz gut entmaterialisierten Ganzen.

Mara Corradi

Architects: David Chipperfield Architects Berlin
Partners: David Chipperfield, Christoph Felger (Design lead), Harald Müller
Competition: 2010
Project start: 2010
Construction start: 2014
Completion: 2017
Gross floor area: 216,000 sqm
Client: Amorepacific Corporation, Seoul
Executive architect: HAEAHN Architecture, Seoul (Shell & Core, Schematic design - construction documents KESSON, Seoul (Interiors)
Site supervision: Kunwon Engineering Co. Ltd., Seoul
General contractor: Hyundai Engineering & Construction, Seoul
Design engineers: Arup Deutschland GmbH, Berlin & Arup Ltd., London (Schematic design - Design development)
Landscape architect: SeoAhn, Seoul

© Noshe
© Ute Zscharnt for David Chipperfield Architects

https://davidchipperfield.com/


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