15-10-2021

Bruno Gaudin Architectes Bibliothek La Contemporaine Campus der Université Paris Nanterre

Bruno Gaudin Architectes,

Takuji Shimmura,

Nanterre, France,

Museen, Bibliotheken,

Auf dem Campus der Université Paris Nanterre wurde das neue Gebäude der Bibliothèque de Documentation Internationale Contemporaine, das vom Atelier Bruno Gaudin Architectes entworfen wurde, fertiggestellt. Das am Eingang des Universitätsgeländes errichtete Gebäude beherbergt die Bibliothek, das Archivzentrum, das Museum und die Büros von La Contemporaine. Eine bedeutende französische Einrichtung, ein Bezugspunkt im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, die Dokumente und Objekte zur Zeitgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts bewahrt und sammelt.



Bruno Gaudin Architectes Bibliothek La Contemporaine Campus der Université Paris Nanterre

La Contemporaine ist eine französische Institution und ein wichtiger Bezugspunkt im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften dank seines Erbes von mehr als 4,5 Millionen Dokumenten, Gemälden, Zeitungen, Fotografien, audiovisuellen Medien, Plakaten und anderen Objekten, die der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet ist.
Diese riesige Sammlung geht auf die Schenkung eines Pariser Industriellenpaares, Louise und Henri Leblanc, im Jahr 1917 zurück, die alle möglichen Dokumente über den Ersten Weltkrieg und seine Ursachen gesammelt hatten und ihre Schenkung mit der Einrichtung eines dem Krieg gewidmeten Bibliotheksmuseums verbanden. Die Universität Paris-Nanterre kam diesem Wunsch nach und beauftragte das Atelier Bruno Gaudin Architectes mit der Einrichtung eines “atelier de l'histoire”, eines Ortes, an dem man versteht, wie Geschichte geschrieben wird und wie man die Geschichte der Gegenwart anhand der Dokumente der Vergangenheit verstehen kann.

Das für das Projekt gewählte Grundstück ist klein und untypisch dreieckig, aber es handelt sich um einen sehr öffentlichen Ort, der gegenüber dem Ausgang des Bahnhofs des Regionalen Expressbahnnetzes RER an der Südwestseite des Universitätsgeländes liegt. Diese Position bestätigt die Berufung des Gebäudes, ein Dokumentations- und Bildungszentrum für ein breites Publikum, nicht nur für Forscher, zu werden.
Bei der Planung des Projekts haben sich die Architekten von der städtebaulichen Geometrie des Grundstücks leiten lassen und dessen Ausrichtung genutzt, um unterschiedliche Räume und Volumen für die verschiedenen Funktionen zu schaffen. Die Westseite, die der Universität zugewandt ist, beherbergt die meisten Dienstleistungen und endet im Süden mit dem Dauerausstellungsbereich, der wiederum das Scharnier zwischen den beiden Straßenseiten bildet. An der Südseite befindet sich ein großer Säulengang, der die Öffentlichkeit zum Betreten einlädt und sie zur Eingangshalle im Zentrum der Anlage führt.
Das höchste Volumen des Komplexes, das die Architekten als “Turm der Winde” bezeichnen, ist in diese überwiegend horizontale Fassade eingefügt. In einem Kontext von imposanten Gebäuden gibt dieser Turm dem Komplex seinen städtischen Maßstab zurück und wird dank der Kolonnade, die von den Sonnenstrahlen beleuchtet wird und Licht- und Schattenspiele auf der Fassade erzeugt, zu einem Wahrzeichen.

In zentraler Position, bezogen auf die Form des Grundstücks, befindet sich die Eingangshalle, die mit ihrer vertikalen Erschließung zum transversalen Verbindungspunkt für alle Funktionen wird und die räumliche Organisation des Bibliotheks-Museums auf den ersten Blick verständlich macht.
Äußerlich wird das gesamte Projekt durch den 37 mm hohen lokalen grauen Ziegel bestimmt, ein Modul, das die Größe jedes architektonischen Elements der Fassade definiert. Im Inneren spielt die Struktur eine wichtige Rolle, um den multifunktionalen Charakter des Gebäudes noch deutlicher zu machen. Die Architekten entschieden sich für eine polymorphe Struktur und spielten mit natürlichem und künstlichem Licht, um jedem Raum einen eigenen, poetischen Charakter zu verleihen. Für den Lesesaal zum Beispiel, der durch die Glasfenster zur Straße hin erhellt wird, wurden große weiße Zementbögen verwendet, deren Größe dem Raum Monumentalität verleiht.

(Agnese Bifulco)

Images courtesy of Bruno Gaudin Architectes photo by © Takuji Shimmura

Project Name: La contemporaine
Type: Library, Archives, Permanent and temporary exhibition galleries, Training rooms, Offices
Location: Allée du Musée, 92100 Nanterre - France
Client: Rectorat de Versailles
Delegated contractor: EPAURIF
Architects: Atelier Bruno Gaudin Architectes bruno-gaudin.fr
Project Leader: Mathieu Schneider
Scenography: Studio Vaste
Area: 6 800 m²
Date: Delivered in June 2021
Photos: © Takuji Shimmura


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