16-04-2021

31/44 Architects: Eckhaus in Peckham, London

31/44 Architects,

Rory Gardiner,

London,

Ville,

Die Verdichtung und bessere Verbindung der Stadt mit schrittweisen Eingriffen auf kleinen, bisher wenig genutzten oder ungepflegten Flächen ist das Ziel von 31/44 Architects. Nach dem Red House in East Dulwich, London, realisierte das Büro das Corner House in Peckham, wobei ein weiteres Reihenhaus saniert und erweitert wurde.



31/44 Architects: Eckhaus in Peckham, London

Nach der Fertigstellung des Red House im Londoner Stadtteil East Dulwich, das wir vor einigen Monaten vorgestellt haben, hat 31/44 Architects einen Projektvorschlag erhalten, der in seiner Intention und seinem ursprünglichen Zustand diesem Projekt sehr ähnlich ist. Das Corner House befindet sich in Peckham, einem Londoner Stadtteil im Süden der Hauptstadt.
Der Immobilieninvestor ist ein anderer, in diesem Fall heißt er Sara Mungeam, die direkt an der Inneneinrichtung beteiligt ist, aber die zugrundeliegende Recherche steht in Kontinuität mit der vorherigen, nämlich der Aufwertung eines unterbewerteten oder brachliegenden Grenzgrundstücks, das in einer Straße von vorstädtischen Reihenhäusern liegt.
Will Burges, Direktor von 31/44 Architects, spricht von einem besonderen Interesse an “urbanen Nahtstellen” jenen Orten, an denen im Laufe der Zeit “Brüche” entstanden sind, die zu ungelösten Situationen führen, wie es oft in unseren Städten geschieht. Ecken oder Einmündungen von Straßen sind nicht gut definiert und werden vernachlässigt. Dies ist der Fall bei dem Eingriff in Peckham. Hier befand sich an der Kreuzung von Talfourd Place und Denman Road ein eingezäunter Garten, der - nicht einsehbar - weder für Anwohner noch für Passanten von Wert war.
Sara Mungeams Wunsch war es, das viktorianische Reihenhaus zu Wohnzwecken zu renovieren, aber auch das Grundstück durch den Bau eines neuen Haupthauses zu erweitern. Die einzelne Wohneinheit wird durch drei Wohnungen ersetzt: ein neues Haus auf drei Ebenen und, innerhalb des viktorianischen Reihenhauses, eine Erdgeschosswohnung mit zwei Schlafzimmern und eine Maisonette mit zwei Schlafzimmern in den oberen Etagen.
Wie geht man mit all dem um, ohne das historische, ästhetische und identitätsstiftende Erbe des Viertels zu stören? Die Entscheidung war, es aufzuwerten und, wie beim Roten Haus, die renovierte Immobilie in einen Knotenpunkt zu verwandeln, nicht nur als Standort, sondern als erkennbares Wahrzeichen.
Wie beim Red House haben die Architekten 31/44 auch beim Corner House die Linien der Gesimse und Geschossbänder vom ursprünglichen Haus auf den Anbau übertragen. Außerdem haben die Architekten in der Variation die Art und Farbe der Ziegelsteine nachgeahmt, die die ursprüngliche Reihenhausreihe auszeichneten (und dabei die respektlosen Eingriffe der Zeit ignoriert). Schließlich fügten sie dort, wo es nicht möglich war, die ursprünglichen Spuren zu reproduzieren, ein falsches Linienmuster ein, um eine neue harmonische, am Minimalismus orientierte Geometrie zu schaffen. So wurden die leicht gewölbten Fenster durch vollkommen rechteckige ersetzt; die dekorativen weißen Rahmen wurden vollständig entfernt und an ihrer Stelle die Linien durch leichte Einkerbungen in den Fassaden nachgezeichnet. Der Ziegelstein der neuen Fassade, die die Ecke mit einer Verbindung abrundet, die diejenige auf der gegenüberliegenden Straßenseite imitiert, ist ein grauer, nicht mehr roter Ziegelstein, der den zeitgenössischen Eingriff vom Original abgrenzt und ihn hervorhebt.
Das Portal im Zwischengeschoss wurde geteilt, so dass der Passant die Illusion hat, dass zwei Eingänge geschaffen wurden, wobei das System der anderen Reihenhäuser genau nachgeahmt wird: in Wahrheit ist die neue Öffnung nur ein Fenster, während das, was wie eine Überdachung für die Eingangstür aussieht, die sich im unteren Stockwerk befindet, die Illusion vermittelt, eine Treppe parallel zur bestehenden zu sehen.
Die neue Fassade an der Denman Road fügt eine weitere Variante hinzu: Auf dem Zwischengeschoss befindet sich ein verglaster Pavillon mit dichten, dunklen Holzpfosten, der an die alten Pavillons mit Wohnzimmern oder Teestuben in den Gärten der Londoner Residenzen des 19. Jahrhunderts erinnert und ihnen huldigt. Die gleiche Dekoration wird im Obergeschoss, im Zaun des Hofes, der das Grundstück auf der Rückseite des Hauses abschließt, und in einem Band aus Holzpfosten, das das Küchenfenster im Erdgeschoss abschirmt, verwendet und wird so zu einem erkennbaren und identifizierenden Motiv.
Die Innenräume wurden im Grundriss neu gestaltet. Die neue Wohnung, die vom Erdgeschoss aus zugänglich ist, verfügt über eine offene Küche/Ess-/Wohnzimmer mit direktem Zugang zu den privaten Gartenräumen auf der Vorder- und Rückseite des Grundstücks, die beide durch die Gartenbegrenzungsmauer geschützt sind. Die benachbarte Erdgeschosswohnung profitiert von einem Innenhof und einer kleinen Terrasse auf der Rückseite, die Licht in die Räume bringen. Die Maisonette-Wohnung in den Obergeschossen wird neu gestaltet, indem das innenliegende Treppenhaus mittig angeordnet wird.

Mara Corradi

Architects: 31/44 Architects www.3144architects.com
Location: 14 Talfourd Place, London SE15 5NW
GIA House: 105 sqm
Flat 1: 63 sqm
Flat 2: 71 sqm
Appointment: June 2017
Design phase June 2017 - Feb 2018
Construction phase: Sept 2018 - July 2019
Completion July 2019
Client: Sara Mungeam
Structural Engineer: David Salter Associates
Contractor: Martin’s Builders & Decorators Ltd
Energy Consultant: Quadrant
Building Inspector: Quadrant
Photos © Rory Gardiner


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