11-05-2016

Tham & Videgård gestalten die neue Architekturschule von Stockholm

Tham & Videgård,

Åke E:son Lindman,

Stockholm, Schweden,

Universitat,

Das Royal Institute of Technology (KTH) von Stockholm hat einen neuen Pavillon für die Architekturschule nach einem Entwurf von Tham & Videgård Arkitekter. Auf dem Campus, den Erik Lallerstedt 1910 realisiert hat, integriert sich die Schule und unterscheidet sich dabei dank ihrer gebogenen Corten-Fassaden im historischen Umfeld.



Tham & Videgård gestalten die neue Architekturschule von Stockholm

Ein neuer Universitätspavillon, der sich als Verbindung zwischen einer ruhmreichen Vergangenheit und einer vielversprechenden Gegenwart einfügt: das ist die Philosophie hinter diesem Bauwerk für die neue Architekturschule des Royal Institute of Technology (KTH) von Stockholm, das 2015 nach einem Entwurf des Büros Tham & Videgård Arkitekter vollendet wurde.
Das Büro nimmt das Erbe des schwedischen Architekten Erik Lallerstedt auf, der Anfang des letzten Jahrhunderts zur Gestaltung wichtiger Bauten im Zentrum der Hauptstadt beitrug und auch den Campus des Royal Institute of Technology (KTH) realisierte. Die typischen roten Backsteinfassaden zeigen sich in der braunroten Farbe des Corten-Stahls, mit dem der Pavillon der Architekturschule verkleidet ist und diesen mit einem anderen Materialcode vom historischen Bestand unterscheidet und dabei aber eine starke optische Verbindung mit diesem herstellt.

Der Eingriff von Tham & Videgård besteht aus einem Baukörper, der in einer vorhandenen Landschaft gebaut wurde, nämlich dem Hof, um den die Bauten aus der Feder Erik Lallerstedts stehen und der über definierte Zugänge und Wege verfügt. Dieser neue Pavillon wird also als strukturell unabhängiges Element wahrgenommen, als eine Zäsur und erinnert in dieser Hinsicht an den Learning Hub von Thomas Heatherwick in der Nanyang Technological University von Singapore. Trotzdem erkennt man bei einer kühleren Betrachtung zahlreiche Elemente, die den Dialog mit der Geschichte des Campus aufnehmen, nicht nur die rote Farbe, die sich an den Backsteinen inspiriert, sondern auch die geordnete rhythmische Taktung der Öffnungen auf allen Seiten. Die einfarbigen Fronten mit verglasten Ausblicken kehren in einer zeitgenössischen Interpretation des Lehrraums wieder, der sich nicht mehr auf einen typischen Plan mit von geraden Linien definierten Räumen bezieht, sondern sich in einem freien Grundriss mit strukturellen Elementen und zentralen Verbindungen manifestiert, die verschiedenartige Räumlichkeiten mit zahlreichen Wegen schaffen. Im ersten, zweiten und dritten Geschoss ist der Umfang ein weitläufiger Open Space, der einfach nur mit Arbeitstischen eingerichtet ist, ideal für die flexible Nutzung durch die Studenten für die Gemeinschaftsarbeit.


Nach einem dreidimensionalen Gesichtspunkt entworfen entsteht das Volumen aus einem an organischen Formen inspirierten Grundriss, ein Dreieck mit abgerundeten Ecken das sich auf 5 Ebenen (plus Kellergeschoss) entwickelt und dabei an eine Skulptur im architektonischen Maßstab erinnert. Diese wird zum wahren Hauptdarsteller des Hofes. Da die Architektur an einem Durchgangsort steht, ist dies eine Lösung um nicht zu einer physischen Grenze des Platzes zu werden sondern trägt vielmehr durch ihre gebogene Form zur besseren Zirkulation bei und begleitet die Menschen auf der Entdeckung der neuen öffentlichen Raumkonfiguration. Auf die gleiche Weise laden auch im Inneren die Rundwege zur freien Erkundung ein und die großen Öffnungen begleiten den Spaziergang mit Ausblicken auf die Stadt von oben. Die gestaltete Gegenseitigkeit zwischen historischen Gebäuden und der neuen Architektur kehrt auch in der Verteilung der Innenräume wieder, wo die Präsenz der gebogenen Wände, die mehrmals von den großen Verglasungen unterbrochen werden, den Dialog zwischen den Aktivitäten und somit das Verständnis der Teilnehmer begünstigen. Die Räume gleiten so ineinander über und verleihen das Gefühl, als würde man sich in einen lebenden und pulsierenden Körper begeben.

Mara Corradi

Architect: Tham & Videgård Arkitekter
Chief architects: Bolle Tham and Martin Videgård
Structural design: WSP
Location: Stockholm, Sweden 
Competition: 2007
Project: 2007-2012
Construction: 2012-2015 
Client: Akademiska Hus
Built area 9.140 sqm
Structure in concrete cast on site
Curving walls: CorTen steel

© Åke E:son Lindman

www.tvark.se


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