11-09-2020

Raúl Sánchez: Maisonettewohnung Tibbaut in Raval, Barcelona

Raúl Sánchez,

José Hevia,

Barcelona, Spanien,

Wohnung,

Im Projekt Duplex Tibbaut kombiniert Raúl Sánchez zwei Wohnungen in einer Maisonettewohnung und schafft eine Box in der Box, die den Raum teilt und organisiert. Die beiden Geschosse, einst getrennt und durch eine starke Längsbebauung verbunden, werden als Ganzes durch eine neue Erschließung aufgewertet.



Raúl Sánchez: Maisonettewohnung Tibbaut in Raval, Barcelona

Die Geschichte der Maisonettewohnung Tibbaut geht auf zwei Wohnungen zurück, eine im Erdgeschoss und die andere im Zwischengeschoss eines bescheidenen Gebäudes im Raval, dem lebhaften Zentralbezirk von Barcelona. Der Architekt Raúl Sánchez wurde beauftragt, zwei Einheiten, die der Bauherr erworben hatte, zu renovieren, um sie in ein einziges Haus mit Raum für Studium und Arbeit zu verwandeln.
Das Gebäude ist Teil des dicken Gebäudevorhangs, der die Straßen des Viertels kennzeichnet mit Öffnungen nur auf die Vorderseite und eine Rückseite, die aus einem kleinen Innenhof besteht. Die ungefähr 50 Quadratmeter, die jedes Stockwerk einnimmt, sind auf einem langen und schmalen rechteckigen Grundriss verteilt, für den man eine unkonventionelle Anordnung finden muss, so dass es möglich ist, mehr Räume und Funktionen einzufügen.
Es handelt sich um einen Konstruktionszustand, in dem Raúl Sánchez häufig operiert, wie im Fall der jüngsten Eingriffe in einer Zahnarztpraxis oder im Kellergeschoss Tibbaut, beide in Barcelona, wo die Größe sehr gering ist oder wo die Sicht nach außen in eine Richtung geht oder gar nicht vorhanden ist und wo die größte Schwierigkeit darin besteht, Erschließungswege zu schaffen.
In diesem Fall entstand das Projekt aus der Umwandlung der beiden Etagen in eine Maisonettewohnung, wodurch ein Raum mit doppelter Höhe geschaffen wurde, der mit dem hinteren Bereich des Hauses korrespondiert und die beiden Wohnzimmer, d.h. das Wohnzimmer im Erdgeschoss und die Küche im Obergeschoss, in visuelle Kommunikation bringt. Der Durchbruch und die daraus resultierende Verstärkung der Decke werden zu einer Gelegenheit, über den Dialog zwischen den Etahen nachzudenken, den Sánchez durch den Bau einer vertikalen Struktur, die den neuen räumlichen Drehpunkt bildet, akzentuiert. Diese sogenannte Kiste in der Kiste ist ein tragendes Zimmer mit einem doppelten quadratischen Grundriss von 2 Metern pro Seite, das nicht kommuniziert, zentral gelegen und von den Umfassungswänden abgetrennt ist. Die beiden quadratischen Abteilungen werden um 45° gedreht, so dass sie sich nur um einen Scheitelpunkt berühren. Die Anordnung parallel zur Hauptachse des Hauses schafft eine Symmetrie, die es vorher nicht gab, und einen Zirkulationsweg, der dem Wohnen eine neue Perspektive bietet.
Die vertikalen Blöcke beherbergen grundlegende Funktionen: der erste ist das Treppenhaus, das schließlich die beiden Ebenen auch unter dem Gesichtspunkt der Wege verbindet; der zweite ist zweigeteilt und beherbergt das Bad und die Dusche im Erdgeschoss und eine Doppelmatratze im Obergeschoss. Die beiden Blöcke sind unabhängig und sind nicht visuell miteinander verbunden an, sondern jeder definiert mit seinen schrägen Linien einen bestimmten Bereich des Hauses: im ersten Fall den Treppenabsatz und die halböffentlichen Wohnbereiche auf den verschiedenen Stockwerken, im zweiten Fall den Schlafbereich, wobei das Bett von einer Art Baldachin umschlossen ist, der mit schwarzen Holzplatten verkleidet ist. Es sind keine weiteren Wände erforderlich, sondern lediglich lichtdurchlässige Glastüren, die den Zugang zu dem privateren Bereich, dem Bad und dem Schlafzimmer, verschließen. Auf diese Weise werden die übrigen Wände entsprechend dem Mittelblock positioniert, wobei bei Bedarf Regale und Nischen angebracht werden.
Jedes Stockwerk dreht sich um den zentralen Block, der dank der goldenen Außen- und schwarzen Innenbemalung eine besondere ästhetische Bedeutung erhält, die vor allem im weißen Raum der Wände, Böden und Einrichtungsgegenstände hervorsticht.

Das Obergeschoss wird zu einer Zweizimmerwohnung mit Küche, Schlafzimmer und Bad, die dank des zentralen Verteilerblocks das aus den beiden Fenstern einfallende Licht voll ausnutzen kann. Die untere Etage hingegen ist ein freier und verwandelbarer Raum, der als Wohnzimmer, Atelier oder kleine Ausstellungsgalerie genutzt werden kann. Einer der Hauptwerte der Wohnung war in der Tat ein Triptychon mit Fresken, die von einem brasilianischen Künstler geschaffen wurden und an einer der blinden Wände zu sehen sind. Der Architekt entschied sich, das Treppenpodest in Richtung dieser Treppe zu platzieren und damit den Anfang und das Ende eines Weges vorzuschlagen.

Mara Corradi

Architects: Raúl Sánchez
Location: Raval neighborhood (Barcelona)
Engineering: Marés ingenieros
Structure: Francisco Moyano
Architecture interns: Pau Just / Victor Lorente
Project: 2016
Construction: January/August 2017
Client: Private
Built surface: 110 sqm

Photography: © José Hevia


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