23-07-2014

Lund Hagem: Skulpturenpark Midtåsen

Lund Hagem Architects,

© Lund Hagem,

Museen,

Zement, Glas,

Das Architekturbüro von Lund Hagem hat den Skulpturenpark des Künstlers Knut Steen auf dem Hügel über der Bucht von Sandefjord gestaltet. Die Architektur verwendet nur zwei Materialien, Beton und Glas, um dem Kunstwerk im Raum den Vorrang zu lassen. Die Grundrissform ist eine Perspektive auf die Landschaft.



Lund Hagem: Skulpturenpark Midtåsen

Der Skulpturenpark von Midtåsen des interessanten norwegischen Büros Lund Hagem ist ein Werk der Gegenwartsarchitektur. Es steht anmutig auf einem Grundstück, das über die Bucht von Sandefjord blickt. Die im Grundriss zu erkennende Fernglasform schafft eine Perspektive, welche die Beziehung zwischen Kunst und Natur aufwerten möchte.

Die Geschichte dieses Projekts beginnt, als die Gemeinde von Sandefjord, einem Ort an einem Fjord im Süden Norwegens, beschließt, eine Anzahl von Skulpturen des kürzlich verstorbenen norwegischen Künstlers Knut Steen zu kaufen. So musst ein passender Ort für die Aufbewahrung und die Ausstellung der Werke gefunden werden. Die Gemeinde kaufte also die 60.000 Quadratmeter des Besitzes Midtåsen und öffnete den Park und die dort stehende Villa – ein Werk des Architekten Arnstein Arneberg aus dem Jahr 1933 für den Reeder Anders Jahre - für das Publikum. Ein üppiger Tannenwald begleitet die Besucher bei der Entdeckung des vorhandenen Skulpturenparks an dessen Ende ein neuer Pavillon errichtet wird, in dem die Werke von Knut Steen stehen.
Die Spannung, die aus der Suche nach der künstlerischen Schönheit anhand der natürlichen Schönheit entsteht, findet ihre Synthese in der Architektur von Lund Hagem,: Praktisch ein “Altar” aus Beton mit einer komplett verglasten Überdachung.

In diesem Freilichtmuseum bzw. Museum, das sich auf den Himmel öffnet, möchte der Gestalter zum Einen die Marmorskulpturen schützen, ohne diese dabei vom Kontext zu isolieren, wie es mit einer typischen Museumsumgebung, mit Klimatisierung und kontrollierter Beleuchtung, der Fall gewesen wäre. Er entwirft vielmehr diesen Pavillon mit drei Betonmauern, die den Raum definieren, mit einem Glasdach, das auf diesen Mauern ruht und so eine geschützte und begrenzte Umgebung bildet, auch wenn sie offen wirkt.

Der Grundriss entwickelt sich wie ein Fernglas, ausgehend von einem Eingang mit Glastüren und angekündigt von einem Monolith aus Corten mit der charakteristischen rostroten Farbe, die an die natürlichen Farbtöne der Umgebung anspielt. Der Innenraum gabelt sich sofort. Eine Seite endet mit der raumhoch verglasten Wand, die wieder den Blick auf die Natur freigibt, die andere entwickelt sich in der Länge und Breite, um mit der Glaswand zu enden, die auf die Bucht schaut. Wo der Raum sich vergrößert, werden die Ausstellungsräume von Höhenunterschieden des Bodens markiert. Das Einfügen einer dritten, zentralen Mauer, teilt diesen Raum in zwei, um ihn dann wieder zu vereinen, wenn die Wand am Ende zu einem großen Tor wird. Dieser Wechsel von getrennten und vereinten Orten bestimmt den Rhythmus der Ausstellung und ermöglicht es, hier auch kleinere Konzerte und Konferenzen abzuhalten.


Das Dach aus Milchglas liegt auf Glasträgern, bzw. jeweils zwei durchsichtigen und miteinander verklebten Glasplatten. Diese Aufpfropfung von transparenten Flächen auf massiven Oberflächen anhand einfacher Verkantungen und ohne metallische Verbindung dank der Präzision der Gussformen des Betons, verleiht dem Werk eine außergewöhnliche Leichtigkeit. Damit die Wände auch allen Formen der Bewegung standhalten und die Glasträger in Stellung halten, wurden die Fundamente direkt in den Fels verankert.

Mara Corradi

Entwurf: Lund Hagem architect
Bauträger: Gemeinde Sandefjord
Ort: Sandefjord (Norwegen)
Tragwerksplanung: Siv.ing. P.O.Danielsen AS
Bruttonutzfläche: 200 m2
Grundstücksgröße: 6000 m2
Planungsbeginn: 2008
Ende der Bauarbeiten: 2009
Glasdach (carbon-free glass)
Betontragwerk (B35 M45) mit Glassäulen
Fußböden und Wände aus Zement (B35 M45)
Bildnachweis: © Lund Hagem, Sam Hughes, Bils Kavlie-Borge, Erik Stening


www.lundhagem.no
www.knut-steen.com


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