29-05-2019

Valerio Olgiati und der Pearling Path UNESCO: Brutalismus in Bahrain

Valerio Olgiati,

Archive Olgiati,

Muharraq, Bahrain,

Museen,

Der Pearling Path ist eine Strecke, die mehrere Schlüsselzentren für die Perlenindustrie in Muharraq, Bahrain, verbindet. Valerio Olgiati hat den Eingang zu dem Ort geschaffen, der seit 2012 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt ist, sowie ein eigenes Museum. Die Ästhetik des Schweizer Architekten respektiert und reflektiert in einem brutalistischen Stil die Identität und das Klima dieses Landes.



Valerio Olgiati und der Pearling Path UNESCO: Brutalismus in Bahrain

In der Stadt Muharraq, am Ufer Bahrains im Persischen Golf, liegt der Pearling Path. Es ist eine etwa dreieinhalb Kilometer lange Route, die die wichtigsten Orte der Perlenindustrie des Landes verbindet. Obwohl sie seit den 1930er Jahren nicht mehr genutzt wird, steht sie seit 2012 als UNESCO-Weltkulturerbe registriert und ist eine von nur zwei Sehenswürdigkeiten ihrer Art im gesamten Königreich Bahrain.
Siebzehn Orte sind Teil des Pearling Path, darunter Offshore-Anlagen, Entnahmestellen an der Küste und Verarbeitungsgebäude, die über die gesamte Stadt Al Muharraq verteilt sind. Zusammengenommen zeugen diese Orte von einer angestammten Aktivität und Identität des Landes, nämlich die Gewinnung von Perlen.
Um den Ort aufzuwerten, forderte die Bahrainische Behörde für Kultur und Antike den Schweizer Architekten Valerio Olgiati auf, ein eigenes Museum zu schaffen, den Eingang zum Ort selbst und, was die Ausstellungsgestaltung betrifft, das Besuchererlebnis insgesamt. Das Projekt umschreibt eine sehr große Fläche von über 6500 Quadratmetern, in der Olgiati einen ebenso unerforschten wie interessanten Hybrid gefunden hat: "Dies ist ein urbaner Raum für die Menschen von Muharraq, aber in der Größe eines öffentlichen Parks.”
Urbaner Raum ist der objektiv am besten geeignete Name, weil er für alle zugänglich ist, und während man mit einer Abdeckung über dem Kopf und einem Simulakrum von Wänden um sich herum tatsächlich in einer offenen Umgebung ist. Dieser große Eingang hat in der Tat eine dreifache Funktion: Schatten spenden, in Richtung des Foyers des UNESCO-Weltkulturerbes und der Medina, der Altstadt zu begleiten. Im Schatten dieses Daches befinden sich auch die Überreste eines "amara", also eines Gebäudes, das schon zu alten Zeiten als Lager, Markt und Werkstatt diente.
Mehr als ein Raum, könnte man hinzufügen, ähnelt die Umgebung einem Wald. Eine Vielzahl von Säulen und Windtürmen begrüßt den Besucher, der diesen "Open-Air-Raum" betritt. Zehn Meter höher wirft ein großes Vordach mit geometrischen Löchern, scheinbar sehr leicht, einen Schatten über die Umgebung, ein unverzichtbares Element im praktischen Leben von Muharraq mit seinem heißen Klima. Tatsächlich könnte hier ein "westlicher" Park nicht gedeihen, während eine große Umgebung, gleichzeitig offen, belüftet und schattenspendend, einen enormen Wert für die Bevölkerung hat.
Das Gebäude hilft nicht nur, den Kontext zu dekorieren, sondern ihm auch mehr Größe zu geben. An einem dicht besiedelten und gebauten Ort helfen die Öffnung und der Atem dieses Gebäudes, das städtische Gefüge aufzulockern. Auch die Verwendung von Materialien wird sorgfältig geprüft. In Übereinstimmung mit dem heißen Klima und den sandigen farbtönen Bahrains, besteht die gesamte Struktur aus Stahlbeton, ist monumental und in den Kontext integriert.
Etwas weiter entfernt, im Schatten, liegt das "rätselhafte Haus", in dem sich das Museum des UNESCO-Weltkulturerbes befindet. "In seiner Gesamtheit wird das Gebäude zu einem eigenständigen Universum, das als Tor zum Perlenpfad und der Stadt dahinter dient".
Das Projekt ist majestätisch und imposant, aber auch diskret, leicht und respektvoll gegenüber der lokalen Identität, der es durch die Schaffung von Schatten dient. Olgiatis Werk wurde schnell Gegenstand großer Aufmerksamkeit, gerade wegen der Strenge, mit der er über die Strukturen und Konzepte nachdachte, und Pearling Site, seine zweite Arbeit außerhalb Europas, ist der Beweis dafür. Letztendlich ist es Olgiati gelungen, einem UNESCO-Weltkulturerbe wie dem Pearling Site die richtige und wohlverdiente Bedeutung zu verleihen.

Francesco Cibati

location: Muharraq, Bahrain
client: Bahrain Authority of Culture & Antiquities
architect: VALERIO OLGIATI
collaborators: Sofia Albrigo (project manager), Anthony Bonnici
local architect: Emaar Engineering
general contractor: Almoayyed Contracting Group
materials: In-situ concrete, Steel
begin of planning: August 2016
start of construction: May 2018
end of construction: February 2019
volume: 49855 m3
area: 6726 m2
copyrights plans and pictures: Archive Olgiati

www.pearlingpath.bh
www.olgiati.net


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