12-03-2021

Dietrich Untertrifaller: Legero United Campus in Graz

Dietrich Untertrifaller,

Bruno Klomfar,

Graz, Austria,

Buros,

Dietrich Untertrifaller gestaltet den neuen Campus der Schuhmarke Legero united. Das im Januar 2020 am Stadtrand von Graz eingeweihte Headquarter ist eine energieautarke Architektur mit einem erweiterbaren modularen Grundriss und vorgefertigten Strukturen.



Dietrich Untertrifaller: Legero United Campus in Graz

Zwischen dem kleinen Grazer Flughafen und der Süd Autobahn, die die Stadt von einer Seite zur anderen durchquert, befindet sich ein Grundstück, das auf zwei Seiten auf städtische Gebiete am Stadtrand blickt, während es sich auf den anderen beiden Seiten zur Landschaft hin öffnet. Genau dieser Aspekt der Verbundenheit mit der Landschaft war es, der Dietrich Untertrifaller’s Plan für ein neues Produktions- und Bürogebäude für Legero united, die in 40 Ländern der Welt verkaufte Schuhmarke, veranlasste.
Dietrich Untertrifaller wurde beauftragt, einen Neubau zu entwerfen, der das Herzstück des in Österreich gegründeten Unternehmens beherbergen, einen Teil der Schuhwerkstätten aufnehmen und schließlich den Fabrikverkauf beherbergen sollte. Ein einzelnes Gebäude, zu bauen mit einem begrenzten Budget, aber mit großen Erwartungen.
Die Energieautarkie der Strukturen war die Prämisse, aber die neue Zentrale musste auch mit einer präzisen funktionalen Vorgabe konzipiert werden: Sie musste einem vom Unternehmen in naher Zukunft erwarteten Anstieg der Mitarbeiterzahl gerecht werden, ohne ihre eigene Designgrundlage zu vernachlässigen. Schließlich veranlasste das Beharren des Kunden auf der Qualität der Arbeitsumgebung und dem Wohlbefinden der Menschen dazu, dass die neue Architektur auf einer konstanten Beziehung zum Grün basiert.
Der Grundriss des Komplexes besteht aus zwei runden Gebäuden, die nahe beieinander liegen und durch ein Vordach verbunden sind, das den gemeinsamen Empfangsbereich schützt und markiert. Während das kleinere Gebäude die Verkaufsstelle beherbergt, bildet das Hauptgebäude mit Büros und Labors einen Ring, in dem sich die Räume um einen geschlossenen Garten drehen. So nehmen die Beschäftigten beim Blick nach außen den Kontext an der Grenze zwischen Stadt und Land wahr, mit dem geschäftigen Treiben der Fahrzeuge in den Tankstellen und Einkaufsbereichen, während sie beim Blick nach innen einen ausschließlich für sie reservierten und natürlichen Raum finden, eine kleine Oase der Erholung von der Hektik der Stadt.
Als Antwort auf die Frage der Erweiterung des Hauptsitzes, der in der ersten Phase rund 350 Mitarbeiter beherbergt, aber in naher Zukunft weitere 200 aufnehmen soll, entwarf Dietrich Untertrifaller die Gebäude als kreisförmige, unterschiedlich große Zellen, die durch externe Verbindungen miteinander kommunizieren. Ihre Struktur ist so ausgelegt, dass sie die Aufstockung um ein oder zwei Obergeschosse tragen. Für die Einweihung im Januar 2020 hat der Komplex eine Ebene für den Verkauf und zwei Ebenen für die Fabrik vorgesehen, wobei das Erdgeschoss für Produktionslabore und das Obergeschoss für Büros reserviert ist. Nach innen hin werden in kleineren Zylindern halböffentliche Bereiche untergebracht, d.h. nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Kunden, wie z.B. das Foyer, Restaurant und Besprechungsräume.
Der Grundriss, der auf der Basis von Modulen mit organischer Form konzipiert ist, fast so, als ob sie aus einander generiert würden, ermöglicht es, mit der Zeit an eine geordnete, gemessene Ausdehnung im Raum zu denken. Während das Bürogebäude vertikal auf drei Ebenen ansteigt, entsteht ein weiterer kreisförmiger Betriebsblock, der mit dem ersten verbunden ist, und der Fabrikverkauf für die Öffentlichkeit erweitert sich um drei kleinere kreisförmige Kerne, die um den Hauptkern herum organisiert und durch ein Vordach verbunden sind. Aus diesen Gründen wird der vereinte Hauptsitz von Legero als Campus definiert, im Sinne der Idee einer dynamischen Entwicklung über die Zeit, die auf isolierten, aber harmonisch integrierten Pavillons beruht.
Aus Sicht der Baustelle war die Wahl der Vorfertigung der Schlüssel zur Reduzierung des Zeitrahmens. Die beiden ringförmigen Etagen der Büros, die, wie wir gesehen haben, unterschiedlich genutzt werden, wurden auch sehr unterschiedlich konstruiert. Das Erdgeschoss wird von Stahlbeton dominiert, der in seiner rohen Ausführung, in den Säulen, Wänden, Fußböden und Bodenbelägen belassen wurde und die Idee der Fabrik und des kreativen Ateliers vermittelt. Das Obergeschoss besteht aus vorgefertigtem Holz, kombiniert mit Beton, der auch hier unbearbeitet und sichtbar bleibt und mit den Metalldeckenelementen kontrastiert.
Große Holzabschnitte werden durch drei Stahlbetonkerne in drei Bereiche unterteilt: Diese Blöcke dienen als Zugänge zu den Etagen, beherbergen Aufzüge und Treppen, beherbergen alle Anlagen wie Toiletten und Technikräume und enden mit einer Loggia mit Blick auf den Innengarten. Diese Lösung ermöglicht es, die drei operativen Bereiche von den wichtigsten technologischen Infrastrukturen zu befreien und die Räume vollständig nutzbar und flexibler zu machen. Die schnelle Montage von vorgefertigten Elementen wird so mit einem bis ins Detail definierten Design kombiniert.
Die durchgehende Verglasung mit schwarzen Metallrahmen verstärkt den industriellen Stil und die transparente Oberfläche fördert jenen Dialog mit der Landschaft, der Wohlbefinden an den Arbeitsplatz bringt und das Gefühl der Zugehörigkeit entwickelt. Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung sind alle Zimmer mit internen oder externen Schiebevorhängen auf Rahmen ausgestattet.
Im Fall der Fabrik ist der ringförmige Grundriss nicht nur eine starke Wahl der Identität, sondern auch ein Zeichen der Aufmerksamkeit für die tägliche Betriebserfahrung, die in der runden Form der Räume eine Bereicherung sieht, die durch die Pluralität und kontinuierliche Variation der Perspektiven, sowohl intern als auch extern, erzeugt wird.
Durch den Einsatz einer geothermischen Anlage zum Heizen und Kühlen und die Nutzung von Brunnenwasser wird schließlich die nachhaltige Energieversorgung erreicht, die ursprünglich für den Campus gefordert war. Dies wird kombiniert mit der Wahl von ausschließlich lokal beschafftem Holz und der Verwendung von recyceltem Beton, wo immer dies möglich ist.

Mara Corradi

Architecture: Dietrich | Untertrifaller
Project Management: Ulrike Bale-Gabriel, Fabio Verber
Client: legero united campus GmbH
Location: A-8073 Feldkirchen near Graz
Competition: 2016
Construction: 2018-2019
Area: 9,100 sqm
Capacity: 250 working places, offices & showroom/outlet
Partner
Statics: Wendl, Graz
Statics timber: Merz Kley Partner, Dornbirn
Building engineering: teamgmi, Vienna
Electronics: Klauss, Seiersberg
Building physics: Spektrum, Dornbirn
Landscape: Kieran Fraser, Graz
Renderings: Dietrich | Untertrifaller/Expressiv
Plans: Dietrich | Untertrifaller
Photos: Bruno Klomfar


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