24-02-2017

Coussée & Goris: Besucherzentrum des Naturparks von Zwin

Coussée & Goris architecten,

Belgien,

Museen, Freie Zeit,

Design,

Der Naturpark von Zwin in Belgien wird durch ein neues Zentrum für Artenvielfalt und Artenschutz bereichert. Coussée & Goris architecten haben ein Besucherzentrum, Räume für die Beobachtung von Flora und Fauna des Parks sowie Diensträume realisiert.



Coussée & Goris: Besucherzentrum des Naturparks von Zwin
Das Projekt von Coussée & Goris architecten, in Zusammenarbeit mit GAFPA bureau voor architectuur en stedenbouw für dem Naturpark Zwin in Belgien ist ein Eingriff, der sich in verschiedene Elemente gliedert: Die Aufwertung der Landschaft, das Besucherzentrum, des Ausstellungsprojekt, die Kabinen und das Zentrum zur Beobachtung der Flora und Fauna des Parks, die Instandhaltungsarbeiten und das Wärterhaus.
Am Ostende der belgischen Küste an der Grenze zu den Niederlanden liegt ein sehr wichtiger Naturpark des Landes. Der Park von Zwin ist eine sumpfige Niederung in direkter Verbindung zum Meer, das diese Niederung manchmal überschwemmt. Die Schönheit des Ortes liegt in der Vielfalt der Umgebungen, die hier zu finden sind: Brackwasser, Sumpfgebiete und Salzwiesen, die verschiedene Vogelarten beherbergen, darunter Watvögel wie Sumpfläufer, Gänse und Strandläufer. Der Park ist besonders bekannt, weil es hier ein Zentrum zur Behandlung verletzter Tiere sowie ein Zentrum zur Wiederansiedlung der Störche gibt. Das von Coussée & Goris geleitete Projekt hat das Ziel, diese Themen in den Vordergrund zu stellen und den Park den Besuchern zu öffnen, die hier aus der Nähe diese Vogelgattungen sehen und in ihrem Habitat erleben können.
Hinter dem Projekt von Coussée & Goris steht eine intensive Beobachtung der natürlichen Landschaft bezogen auf die Hauptachsen und Wege, die Perspektiven und bevorzugten Punkte. Die Linearität, die das formale Ergebnis der ausgeführten Arbeiten in ihrer Gesamtheit bestimmt, stammt direkt von der leichten Hanglage zum Meer hin und der subtilen Modellierung des formbaren schlammigen Erdreichs durch die Gezeiten. Die Absicht war es auf der einen Seite eine Kontinuität zwischen der Natur und der Architektur zu schaffen und dabei die einfache Überlappung des “Künstlichen” in einem empfindlichen und wertvollen Umfeld zu überwinden. Auf der anderen Seite sucht der Ausdruck anhand von Mauern, geraden Wänden, geraden Linien mit schon fast defensivem Einschlag den Schutz der vom Meer wehenden Winde, so dass der Besucher dieser Orte dies bequem aber auch genau abgegrenzt tun kann und dabei deutlich von Außen abgeschottet ist.
Das Besucherzentrum ist die erste und strukturierte errichtet Anlage und verfügt über vier quaderartige Baukörper, die horizontal zueinander verschoben sind und so – im Sinne des erläuterten Konzepts – künstliche Barrieren von jeweils unterschiedlicher Höhe schaffen. Der zentrale Kern besitzt eine Struktur aus Ortbeton, während die anderen Rahmen und Pfeiler aus Schichtholz und Diagonalverstrebungen haben, um die herum sich der Ausstellungsweg gliedert. Alle Türen und Fenster und auch die externe Verkleidung ist aus Douglasie in sehr dunklem Farbton. Diese sind sehr gleichförmig und betonen die Distanz der Architektur von ihrem Umfeld anstatt sich verstecken zu wollen. Die vertikale Taktung der Douglasvertäfelung kontrastiert mit der stark horizontalen Ausrichtung der architektonischen Blöcke und fragmentiert deren Volumen. Zum Zentrum gehört eine Rezeption mit Cafeteria, Ausstellungsräumen, Zimmern für das Personal, Tagungsräume und ein Ort zur Beobachtung des Parks.
Die Bezugnahme auf militärische Befestigungsanlagen verstärkt sich im Beobachtungszentrum mit Ausblick nach Norden zum Meer hin. Es besteht aus versetzten Betonmauern, die an die Bunker erinnern, die in diesem Fall den Gedanken einer progressiven Distanzierung (oder auch Annäherung, je nach Sichtpunkt) des Menschen an die wilde Natur und umgekehrt vermitteln.

Mara Corradi

Architects: Coussée & Goris architecten, GAFPA bureau voor architectuur en stedenbouw
Client: Provincie West-Vlaanderen, Agentschap voor Natuur en Bos
Location: Knokke-Heist, Belgium
Landscape design: Sweco Belgium, Koen Van Synghel, Atelier Veldwerk
Exhibition design: Madoc, Koen Van Synghel
Structural engineer: studieburomouton
Building services: Sweco Belgium
Safety advisor: Roger Wolfcarius
Main building contractor: Artes Depret
Gross area total site: 179.712 sqm
Gross floor area 5.641 sqm
Design period: 2010 - 2013
Building period: 2013 - 2016
Main construction systems: 
wood frame construction with laminated timber columns and beams (Supplier: Woodlam Belgium)
in situ: concrete (contractor: Artes Depret NV)
Carpentry: 
wooden window and doorframes: douglas fir (thermal modified), black stained (subcontractor: Verniers NV)
façade cladding: Douglas (protection method with pressure treatment), black stained (supplier: Leegwater NV)
steel window and doorframes (supplier: Foster)
interior wall cladding: douglas fir wood, birch plywood, three-layer wood panels (fir) 
(supplier: three-layer wood panels: Tilly naturholzplaten)
(supplier: douglas fir wood: Leegwater NV)
contractor custom furniture: Meuleman NV
Green roof vegetation: festuca glauca grass (Supplier: GBP green building products)
HVAC
Building heating with BTES system (Borehole thermal energy storage)
Mechanical ventilation system with heat recovery.
Heat pump
Sanitary
Warm water production with solar water heating (roof panels)
Electricity
Contractor: EEG NV
Lighting fixtures: LED and fluorescent lighting (supplier: Jos Devriendt, Viabizzuno, Zumtobel)
Signal fixtures (supplier Viabizzuno)

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