06-06-2018

He Wei: Zen & Tea Chamber in Peking

He Wei Studio,

Zou Bin,

Beijing, China,

Tempo Libero, Sala da Tè,

Der Architekt He Wei gewinnt ein Industriegebäude in Peking zurück, um dort eine Zen- und Teekammer unterzubringen. Angesichts der Bedeutung, die diese Orte im Osten noch haben, öffnet die Intervention die Architektur von He Wei für den Dialog mit der Straßenfront und lässt die Zen & Tea Chamber zu einem Wahrzeichen werden.



He Wei: Zen & Tea Chamber in Peking
Der chinesische Architekt He Wei renoviert ein Industriegebäude in Peking und verwandelt es in eine Zen & Tee-Kammer, einen Ort der Loslösung vom Trubel der Stadt, an dem Selbstbeobachtung und die Suche nach "Licht" gepflegt werden können. 
Der Besuch von Teehäusern, die als öffentlicher Ort gedacht sind, an dem hauptsächlich diese Art von Getränken serviert wird, ist eine in der östlichen Kultur zur Zeit der britischen Kolonien in China und Japan übliche und alte Tradition. Auch heute noch gibt es diesen "Moment" und da er im Laufe der Zeit und an den Orten, an denen er ein anderes Aussehen und andere Funktionen angenommen hat, gibt es viele verschiedene Arten von Teehäusern.
Insbesondere in China ist die Funktion des Teehauses der eines Cafés oder einer Kneipe sehr ähnlich, wo man sich in Gesellschaft trifft, plaudert und trinkt, mit dem einzigen Unterschied, dass man hier nur Tee in seinen unterschiedlichsten Qualitäten und teilweise mit besonderen Zubereitungszeremonien serviert.
So wird Tee zu einem Ritual, das den Tag und einen Moment der Entspannung kennzeichnet. Im Gegensatz zu einem Café im westlichen Stil bedeutet das Betreten eines Teehauses jedoch einen Weg weg von der Stadt oder dem öffentlichen Leben, um sich unter wenigen oder mit sich selbst zurückzuziehen. 
He Wei entwirft die Architektur einer Zen- und Teekammer und kombiniert zwei Momente tiefer Selbstbeobachtung, die er als unterschiedliche Momente auf dem Weg des Selbst interpretiert. Im Zentrum seiner Arbeit steht ein neues Wegsystem, in dem er eine Treppenrampe hinzufügt, die den Zugang zu den Teesälen und dem Meditationsraum verlängert, um den Menschen und seinen Geist auf den Übergang von urbaner Erfahrung zu persönlicher Erfahrung vorzubereiten.
Die Architektur ist in gewissem Sinne der Ort und das Mittel des Zugangs zur Seele. Es ist ein physischer Raum, der aus einem zweigeschossigen Gebäude mit Blick auf einen Innenhof besteht, aber in He Wei's Projekt ist er auch und vor allem als Tor zur inneren Welt gedacht, das dem Dialog zwischen einigen wenigen oder einfach dem Dialog mit sich selbst vorbehalten ist.
Die alte Fabrik bot statische Fronten, bei denen die Sichtziegelverkleidung durch senkrechte Fenster und Betonstränge durchzogen wurde. Dieses Muster wiederholte sich auch an den Rückfassaden zum Innenhof, der teilweise gepflastert ist.
He Wei entschied sich, die Idee des verglasten Eingangsvolumens als Filter für die Stadt zu nutzen, rekonstruierte es aber ganz anders. Nach dem Abreißen der Mauern behielt er die Fläche bei und erweitert sie so weit wie die gesamte horizontale Dimension der Fassade, so dass sie auch einen Baum umfasst, der bereits so hoch ist wie das Gebäude. Die neue Wand zwischen der bestehenden Fassade und der Straße ist als vollflächiges Sonnenschutzsystem aus Holzlamellen mit mehreren modularen Öffnungen im oberen Bereich und einer runden, den Ästen des Baumes entsprechenden Öffnung konzipiert. Mit einer großen visuellen Wirkung, saniert diese Lösung vor allem die Straßenfront und schafft ein Wahrzeichen, in dem gebaute und natürliche Umgebung miteinander koexistieren.
Das Betreten dieses Raumes - weder offen noch geschlossen, durchlässig, weil durch das offene Geflecht der Holzlatten definiert - erlaubt dem Gast, allmählich in den Innenraum einzutreten und eine Loslösung von einer noch sichtbaren Realität wahrzunehmen. Das Schattenmuster des Sonnenschutzes vervollständigt die Frontseite mit einer dynamischen Dekoration, die sich den Passanten auf der Straße zeigt. 
Die vertikalen Fenster bleiben und vervielfachen sich und ihr Schema wird an allen Fassaden verwendet, wodurch eine Ordnung entsteht, die es vorher nicht gab, während die Sichtziegelverkleidung vollständig zugunsten von weißem Putz an allen Wänden eliminiert wird.
Der Hinterhof mit neuer Bodengestaltung, der teilweise als Garten gedacht ist, bildet einen Kontrapunkt zum Eingangsportal und ist mit diesem durch ein neues Umlaufsystem verbunden: eine von He Wei an der Westseite angefügte Treppenrampe mit einer hölzernen Sonnenschutzwand. Das Gebäude umfasst nun den Innenhof auf drei Seiten und unterstreicht seine Rolle als visueller und konzeptioneller Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Durch das Einfügen der Rampe wird auch der Blick auf die Innenfassaden vom Hof aus dynamisch.
Durch diesen langen Weg, der von der Straße in den zweiten Stock, der von Osten beginnt, an der Westseite vorbeiführt und wieder im Osten endet, einem Ort, der nicht nur physisch, sondern vor allem mental ist, bereitet sich der Gast auf die Erfahrung des Teeraumes und des Meditationsraumes (Zen) vor, die er nacheinander im zweiten Stock trifft. Die Loslösung von der Außenwelt findet allmählich statt und die Möglichkeit einer Perspektive auf die Höfe bleibt erhalten.
Das Thema Licht steht im Mittelpunkt des Projekts, sowohl das natürliche Licht, das von den Jalousien gefiltert wird und der einzige Ursprung der vorhandenen Dekorationen ist, als auch das künstliche Licht, das beispielsweise zur Beleuchtung des Besprechungsraums dank der selbstleuchtenden Wände verwendet wird.
Mara Corradi

Project name: Ding Hui Yuan Zen & Tea Chamber
Location: Beijing, China
Client: Better Lift Art Club Co., Ltd
Principle architect: He Wei 
Architecture and Interior design team: Chen Long, Wang Qi, Zhao Zhuo-Ran
Lighting design team: Zhang Xin, Han Xiao-Wei, Zhou Xuan-Yu
Special adviser: Xue Xiao-Ming, Zhang Yi-Cheng
Contractor: Beijing GHLH Construction CO., LTD
Land area: 300 sqm
Construction area: 450 sqm
Design time: 2014-2015 
Construction time: 2015-2016.01
Photographer: © Zou Bin, He Wei

www.3andwichdesign.com

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