08-11-2017

TAMassociati: Pilot-Ökodorf H2OS in Senegal

TAMassociati,

Keur Bakar Diahité, Senegal,

Projekte

Das Architekturbüro TAMassociati, Kuratoren des italienischen Pavillons auf der Biennale von Venedig 2016 haben das erste Gebäude des Ökodorfs H2OS in Keur Bakar, Senegal, fertiggestellt. Das Ökodorf H2OS von TAMassociati ist ein Prototyp für ein gemeinschaftliches Wohnsystem, das auf der energetischen Selbstversorgung basiert.



TAMassociati: Pilot-Ökodorf H2OS in Senegal
H2OS ist der Prototyp eines Ökodorfes in Keur Bakar Diahité, 200 km südlich von Dakar gelegen und von einem fachbereichsübergreifenden nationalen und internationalen Team unter der Leitung des italienischen Büros TAMassociati geplant. Im Mai 2017 wurde die Eco-Maison eröffnet, das erste Bauwerk des Ökodorfes, das als Gemeindezentrum, Berufswerkstatt, Raum für Unterricht und Lehre dient. Als neues Herz der Gemeinschaft konzipiert, ist es ein Modellort für andere Wohn- und Dienstgebäude, die im Laufe der Zeit das Ökodorf bilden werden, mit der Besonderheit, dass es sich um bezogen auf Energie und Wasser selbstversorgende Baukörper und Räume handelt.
Das Dorf Keur Bakar Diahité liegt in Senegal, in der Region Fatik, nahe des Naturparks von Sine Saloum: Es handelt sich um eine Gegend, in der es keinen Strom, kein fließendes Wasser, Schulen oder ärztliche Versorgung gibt. Die Lebensbedingungen der Bewohner sind ähnlich derer vieler anderer Orte, die in der endlosen Sahelzone liegen, der afrikanischen Region, die sich südlich der Wüste von der Atlantikküste Mauretaniens und Senegals bis zum Roten Meer und nach Nordägypten erstreckt. Das Ökodorf H2SO ist eine Lösung für das schwerwiegender Problem, das die Region betrifft, nämlich das unaufhaltsame Fortschreiten der Wüste. Eine Problematik, die hier ausgehend von der Architektur behandelt wird, ein Ort, an dem man technische Fähigkeiten, bezogen auf die Verwaltung und die landwirtschaftliche Selbstversorgung der Gemeinschaft realisieren kann. Die Architektur der Eco-Maison ist eine Konstruktion aus gestampften Erdziegeln, die anhand der traditionellen Techniken der Gemeinschaft produziert werden. Die energetische Selbstversorgung erfolgt anhand der Grundsätze der Baubiologie: Das Dach im Schmetterlingsstil sammelt das Regenwasser für die Rückgewinnung, die Filterung und die Verwendung als Wasser für die Sanitäranlagen. Die natürliche Belüftung ersetzt alle mechanischen Anlagen, die Luft wird durch eine Passage in einem Kaltwasserbecken gekühlt und eine Photovoltaikanlage erzeugt den erforderlichen Strom. Die Fassaden werden auf natürliche Weise von einem Bambusschirm vor zu starker Bestrahlung und vor Staub geschützt. Die Anlagentechnik wurde von einer Gruppe spezialisierter Techniker geliefert, die genannten ökologischen Systeme stammen aus den handwerklichen und perfektionierten Methoden, die den lokalen Arbeitern vermittelt wird. So beschäftigten sich dann auch die Frauen traditionsgemäß mit der Pflege des biologischen Gemeinschaftsgartens, der anhand der Wasserrückgewinnung bewässert wird.
Diesem allgemeinen Fehlen von komplizierten Systemen als Angelpunkt der Gestaltungsphilosophie entspricht auch eine extreme Vereinfachung in der Komposition. Die Eco-Maison ist ein rechteckiges und ebenerdiges Gebäude, das auf den Längsseiten im Norden und Süden Bambusschirme und ein umgekehrtes Dach hat, mit dem das Regenwasser entlang der Längsachse kanalisiert wird. Zwei auskragende Vordächer werden von einer schlanken Metallstruktur getragen und überdachen die beiden Eingänge. Es dominieren die Naturfarben, von der Holzfarbe des Bambus zum Rot des Lehms, Innen wie Außen. Die unterschiedlichen Texturen schaffen eine optische Kontinuität auf den Fassaden der vier Seiten.
Der Prozess, der die Grundlage der gesamten Arbeit bildet, ist eine nicht invasive und partizipative Planung, die es versteht, sich zum Wächter und zum Wahrzeichen von Rechten zu machen,” so die Aussage von TAMassociati “die das sind Zugang zu Wasser, Essen, zur Möglichkeit, an dem Ort zu leben, an dem man geboren ist und diesen aus freiem Willen und nicht aus der Notwendigkeit heraus zu verlassen”.

Mara Corradi

Architects: studio TAMassociati
Inspired by: Circolo Sunugal APS, Venice,
Coordination: MUSOCO onlus Mutalità, Solidarietà e Cooperazione
Local partners: Senegalese NGO “Union pour la Solidarité et l’Entraide (USE)
Technical partners: Francesco Steffinlongo, K&G Progetti

Location: Keur Bakar Diahité, Senegal
Gross project area: 4500 sqm 
Indoor area of community eco-house: 400 sqm
Gross area of community eco-house: 280 sqm

Shared pathway and partnership building: 2012-2014
Architectural design: 2014-2015
Eco-house built: 2015-2017

Structure in unfired clay bricks
Metal roof
Bamboo screens

http://www.tamassociati.org
http://h2os-project.org/

GALLERY


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